Erziehung Sprüche – nachdenklich

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Das Handeln aus Furcht, sowie jedes Vollziehen des Befehls aus Beweggründen der Lust ist nur ein äußerliches Gehorchen, aber kein Gehorsam. Deshalb ist es ein sehr großer Fehler, wenn Väter und Lehrer ihre Gebote auf Gründe des Nutzens stützen.

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Was sollen die schönsten Mahnungen, wenn sie über die Köpfe hinweggehen, weil die Kinder sie nicht verstehen oder nicht anwenden können? Man begnüge sich also nicht mit der stets wiederkehrenden Mahnung, brav, fromm zu sein.

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Ich glaube, sehr viele Menschen vergessen über ihrer Erziehung für den Himmel die für die Erde.

Lichtenberg, Sudelbuch J, 1789-1794. [J 125]

Können wir nicht die Menschen in ihrer eigenen Art gedeihen und ihres Lebens sich freuen lassen? Du bemühst dich, aus diesem Jungen eine Wiederholung deines Selbst herauszuzwängen; einer von der Sorte ist doch genug.

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Einen Menschen zu erziehen, heißt, ihm zu sich selbst zu verhelfen. Wozu verhilft der gute Gärtner der Rose?!? Zum Rose-Werden!

Altenberg, Was der Tag mir zuträgt. Fünfundfünfzig neue Studien, 1901

Dass gewisse Leute im Guten nicht so weit gehen, wie sie könnten, liegt an ihrer schlechten Erziehung.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Sachen, Sachen! Ich kann es nicht oft genug wiederholen, wir legen den Worten zuviel Gewicht bei: mit unserer geschwätzigen Erziehung erzeugen wir nur Schwätzer.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Erziehen soll nicht ein Ziehen und Zerren sein, sondern ein Leiten an unsichtbarer Hand.

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Die Strenge ohne Zorn bessert weit mehr und tut weit minder Böses, als der Affekt eines Zornigen.

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Wer die Menschen erziehen will, hüte sich davor, stets auf sie zu drücken, etwas Lüpfen tut bessern Dienst.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Die Indianer, die wir für Barbaren schelten, beobachten in ihren Gesprächen und Unterhaltungen weit mehr Anstand und Höflichkeit als wir; man hört einander stillschweigend an, bis der eine ausgeredet hat, und dann antwortet der andere gelassen, ohne Geräusch und Leidenschaft.

Locke, Gedanken über Erziehung (Some Thoughts Concerning Education), 1693

Der Mensch ist nicht so böse, wenn man ihn nicht durch Mißhandlungen böse macht.

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Es gibt einen weiteren Verstoß gegen gute Lebensart, und das ist die übersteigerte Förmlichkeit(excess of ceremony)und ein hartnäckiges Bestehen darauf, einem anderen aufzudrängen, was ihm nicht zukommt und was er nicht annehmen kann, ohne zum Narren zu werden oder sich der Beschämung auszusetzen.

Locke, Gedanken über Erziehung (Some Thoughts Concerning Education), 1693

Dieses Ziehen und Bilden des Menschen ist die Hauptsache, nicht das Umschaffen der Zustände der Erde zu einem Himmel.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39

Schuldiger scheint als der Täter mir das, was ihn machte zum Täter.

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Unmäßiger Zorn bringt Entfremdung und unzeitige Güte nimmt die Achtung; sei nicht so strenge, daß man deiner überdrüssig werde, und nicht so sanft, daß man gegen dich anmaßend werde.

Saadi, Rosengarten (Golestan, auch Gulistan), um 1259. Übersetzt von Karl Heinrich Graf, 1846

Das Eindringen in die menschliche Seele verlangt Weitblick und Behutsamkeit.

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Man braucht sich nur mit der Erziehung zu befassen, um seine eigenen Fehler wahrzunehmen. Hat man sie aber erblickt, so beginnt man sie zu verbessern.

Tolstoi, Über Erziehung und Bildung, 1902

Wer am Gipfel des Baums Früchte sehen will, der nähre seine Wurzel.

Herder, Übers Erkennen und Empfinden in der menschlichen Seele (alternativer Titel: Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele), entstanden 1774, Erstdruck 1778 (anonym). Zweiter Abschnitt. Prüfung des wechselseitigen Einflußes beider Kräfte in- und der Abhängigkeit beider Kräfter von einander

Doch warum rede ich, wo ich nur fühlen und schweigen sollte?

Pestalozzi, Über die Idee der Elementarbildung. Eine Rede, gehalten vor der Gesellschaft der schweizerischen Erziehungsfreunde im Jahre 1809 (Lenzburger Rede), 1810/11. Nur in der 1. Ausgabe enthalten

Es ärgert mich, wenn ich sehe, welche Mühe man sich gibt, um unter diesem rauhen Himmel Ananas, Pisang und andere exotische Pflanzen zu ziehen und wie geringe Sorgfalt man auf das menschliche Geschlecht verwendet.

Meyer (Hg.), Friedrich's des Großen pädagogische Schriften und Äußerungen, 1885