Freundschaft Sprüche – klassisch
70 Sprüche gefunden
Wenn vierzig Winter deine Stirne drücken Und tiefe Furchen deiner Schönheit ziehn, Sinkt deiner Jugend Kleid, von allen Blicken Bewundert heut, zerfetzt und wertlos hin.
Unendlich ist die Welt und dennoch verschwindet ihre Unendlichkeit gegenüber dem Gehalt eines Kleinsten, wie es ein edler Mensch ist, über dessen Gewinn oder Verlust wir alle Sterne vergessen.
Zu seinem Freunde wird wohl jeder lieber den Redlichen, den Gutmütigen, ja selbst den Gefälligen, Nachgiebigen und leicht Beistimmenden wählen, als den bloß Geistreichen.
Gut immer ist redliche Warnung des Freundes.
Ein besser Spiegelglas ist aufzufinden nicht, Als eines alten Freundes treuherzig Angesicht.
Niemals werde der Feind mir verunglimpft, ist er ein guter; niemals werde gelobt, ist ein schlechter, der Freund!
Erwirb dir das Vertraun von deinem Vaterlande Dann zittre vor der Verläumdung nicht, Wer edel handelt und nach Pflicht, Den rettet wahrer Ruhm aus der vermeinten Schande.
Wer schweigend seinen Freund beschimpfen läßt, Verwettet hat der Mannheit letzten Rest.
Ein edler Mensch zieht edle Menschen an Und weiß sie fest zu halten.
„Gehst du gen Morgen: so werde ich gen Abend ziehen“ — so zu empfinden ist das hohe Merkmal von Humanität im engeren Verkehre: ohne diese Empfindung wird jede Freundschaft, jede Jünger- und Schülerschaft irgendwann einmal zur Heuchelei.
Es war eine erhabene Vorstellungsart des Weisen, wie ihn sich der Stoiker dachte, wenn er ihn sagen ließ: Ich wünsche mir einen Freund, nicht der mir in Armut, Krankheit, in der Gefangenschaft u.s.w. Hilfe leiste, sondern damit ich ihm beistehen und einen Menschen retten könne; und gleichwohl spricht eben derselbe Weise, wenn sein Freund nicht zu retten ist, zu sich selbst: Was geht's mich an?, d. i. er verwarf die Mitleidenschaft.
Wir wissen den getreuen Freund zu ehren. Dem falschen wehren ist der Klugheit Pflicht.
Wer einen edlen Freund verstößt, der stößt sein eigenes Leben fort.
Es kommen mitunter Menschen zu uns, von denen wir nie etwas wussten und auf die wir doch immer gewartet haben.
Doch wenn man die Wahl zwischen alten Freunden und neuen hat, und seien diese auch noch so bezaubernd, so muß man sich auf die Seite der alten stellen.
Freunde: Sie klopfen an deine Tür oder melden sich vorher an, wenn sie dich besuchen wollen. Griechische Freunde: Sie öffnen deine Tür und rufen: Hier bin ich!
Freundschaft und Tugend sind ewig verkettet, Heben die Seelen zum Himmel hinan, Unter Entzücken auf Rosen gebettet, Lächelt der Weise der dornigten Bahn. Freundschaft gleicht Felsen, von keinem erschüttert, Ist in dem Dunkel des Grabes ein Licht. Welten versinken, nur Freundschaft erzittert, Selbst vor dem Schleier der Ewigkeit nicht.
So wohl tut nicht der Sonne Blick im Lenz, Als Freundes Angesicht in solcher Stunde.
Unter den Gütern, welche die Weisheit sich für dauerndes Lebensglück zu verschaffen versteht, ist der Besitz der Freundschaft bei weitem das größte.
Besser noch der Feind eines guten Menschen, denn der Freund eines schlechten.
Den beiden Griechen (1772) Zwei Griechen, welche durch das Band Der Sympathie verbrüdert waren, Verließen jung ihr Vaterland Und suchten Glück bei den Barbaren. Das Schicksal trennte sie: Porphyr Kam nach Illyrien, ward Kriegsknecht, Offizier, Spion, Feldmarschall, Großvezier Und kurz, in Zeit von zwanzig Jahren Bestieg er als der Schwiegersohn Des Königs den ererbten Thron. Aret, der nichts von ihm erfahren, Kam als ein armer Philosoph Vom Unglück stets verfolgt, an seines Freundes Hof, Der eben Audienz erteilte. »Was seh' ich, Himmel!« rief Aret Der weinend ihm entgegen eilte, »Porphyr, mein Bruder!« – »Was?« fiel seine Majestät Errötend ihm ins Wort, »hinweg mit diesem Tollen, Der unsern Stand vergißt! Vielleicht hat gar ein Feind Sich hinter ihm verbergen wollen.« »Vergib mir«, sprach Aret. »Ich hätte keinen Freund Auf einem Throne suchen sollen.«