Freundschaft Sprüche – zeit

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Der edle Mann kümmert sich am meisten um Weisheit und Freundschaft: davon ist diese ein vergängliches, jene ein unvergängliches Gut.

Nestle, Die Nachsokratiker, 2 Bde., 1923. Aus der Spruchsammlung 'Also sprach Epikuros' [78]

Ein wesentlicher Mensch ist wie die Ewigkeit, Die unverändert bleibt von aller Äußerheit.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Der Lebende bedenke, Wenn auch der Tag ihm mault, Daß er den Freunden schenke, Was nie und nimmer fault.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Zahme Xenien 5

Freunde gibt's genug, aber sie sind wie die Sonnenuhr, die solange ihren Dienst versieht, wie die goldene Sonne zu scheinen pflegt. Sobald aber die Sonne untergeht, ist auch bei ihr alles aus.

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Ewig zerstört und vernichtet die Zeit! O göttliche Freundschaft, deine Bande nur knüpft fester und inniger sie.

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Freundschaft ist die Blüte eines Augenblicks und die Frucht der Zeit.

Kotzebue, Die Indianer in England. Lustspiel in drei Aufzügen, 1790. 3. Akt, 7. Szene. Kaberdar

Freundschaften sollen unsterblich, Feindschaften sterblich sein.

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Zu den Gastmählern deiner Freunde geh langsam, zu den Unglücksfällen schnell.

Kranz, Vorsokratische Denker: Auswahl aus dem Überlieferten, 1939

Ein schöner Freund, der mit der Flut gekommen Und mit der Ebbe Abschied schon genommen!

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Drei Dinge werden nicht eher erkannt als zu gewisser Zeit: Ein Held im Kriege, Ein weiser Mann im Zorn, Ein Freund in der Not.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Skizziertes. Zweifelhaftes. Unvollständiges

Murre nicht beim Abfall deiner Freunde; Sobald der erste Sturm kommt, fallen auch die Blätter.

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Wenn wir uns stark verwandeln, dann werden unsere Freunde, die nicht verwandelten, zu Gespenstern unserer eigenen Vergangenheit: ihre Stimme tönt schattenhaft-schauerlich zu uns heran — als ob wir uns selber hörten, aber jünger, härter, ungereifter.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Zweiter Band. Erste Abteilung. Vermischte Meinungen und Sprüche

Uhlands Tod Zu Tübingen am Neckar, da steht ein stilles Haus, da trat beim Sternenlichte, den Hut tief im Gesichte, ein bleicher Mann heraus. Wer weiß, daß du verstummtest? Dies Haus und ich allein! Doch morgen wird man trauern von Memels alten Mauern bis an den Wasichenstein. Da schallte von der Brücke der Burschen strammer Tritt; sie huben an zu singen, manch Fräulein von Tübingen sang in Gedanken mit. »Ich hatt' einen Kameraden!« das klang so frisch und voll: der Bleiche horchte lange, bis brennend auf die Wange ihm eine Träne quoll. »Und ob im Todeskampfe das deutsche Herz dir brach: dein Geist wird um uns schweben, denn deine Lieder leben bis an den jüngsten Tag.« Der Mond, der schien so helle, der aus den Wolken trat, im Neckar sang es leise, und fern verklang die Weise: »Mein guter Kamerad.«

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Es fällt schwer, einen Freund in einem Jahr zu gewinnen. Es ist leicht, ihn in einer Stunde zu verlieren.

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Die falschen Freunde sind wie der Schatten auf der Sonnenuhr, der bei Sonnenlicht erscheint und verschwindet, wenn es trübe wird.

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Wer eine Zeit lang gütig schien und nun, um etwas zu erreichen, hart werden will, muß es mit den gehörigen Übergängen tun und die Gelegenheiten so wahrnehmen, daß er, bevor er infolge der Veränderung seines Wesens die alten Freunde verliert, schon so viele neue gewonnen hat, daß seine Macht keine Einbuße erleidet, sonst wird er durchschaut und geht ohne Freund zugrunde.

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Viel kann sich ereignen, ehe der weit entfernte Attikus helfen kann. Inzwischen kann der Südwind im Mittelmeer viel Wellen über den Leidenden wälzen.

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Kennst du die Eiche, die kein Wetter bricht? Kennst du die Palme in der Wüste nicht? Kennst du der Mythe zartes Immergrün? Kennst du auch wohl den treuen Rosmarin? Sieh, Eiche, Palme, Myrt' und Totenkrone, das ist der treue Freund dem Erdensohne.

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Die guten Freunde vergessen uns schnell, die haben nächstens wieder einen guten Freund, und deshalb ist es am besten, man sieht sich beizeiten um Feinde um; die behalten uns immer im Gedächtnisse und sagen uns die rühmenswertesten schlechten Eigenschaften nach, wenn wir uns deren schon längst nicht mehr erfreuen.

Spitzer, Wiener Spaziergänge, 7 Bde., 1869-86

Frauenfreundschaft gleicht den silberweißen Farren, Die der Frostwind im Vorüberflug ans Fenster malt – Märchengräser, welche nur des Thauwind's harren, Um zu weilen alsobald!

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Wenn vierzig Winter deine Stirne drücken Und tiefe Furchen deiner Schönheit ziehn, Sinkt deiner Jugend Kleid, von allen Blicken Bewundert heut, zerfetzt und wertlos hin.

Shakespeare, Sonette (Sonnets), 1609. Aus: Sonett II