Freundschaft Sprüche – zeit
38 Sprüche gefunden
Alles sinkt im Strom der Zeiten; Nur der Freundschaft Blume blühet Unzerstörbar auf den Wellen, Und wie schön jenseit des Stromes!
Unendlich ist die Welt und dennoch verschwindet ihre Unendlichkeit gegenüber dem Gehalt eines Kleinsten, wie es ein edler Mensch ist, über dessen Gewinn oder Verlust wir alle Sterne vergessen.
Das war eine schöne Zeit, als ich In die Urne des Glücks noch griff: Da waren Freunde so viel um mich, Wie Ratten auf einem Schiff. Nun werden die Freunde weniger stets, Weil Stürme drohen und Riff. Dem Schiffbruch seh' ich, entgegen geht's: Die Ratten verlassen das Schiff.
O schlimme Zeit! So tief kann nichts verwunden, Als wird im Freund der schlimmste Feind gefunden.
Es gibt Freunde, die mit der Flut kommen, und mit der Ebbe gehen.
Die neuen Freunde, die wir uns nach einem gewissen Alter erwerben und welche uns jene ersetzen sollen, die wir verloren haben, gleichen diesen wie Glasaugen, künstliche Zähne und Holzbeine den natürlichen Augen und Zähnen und Beinen von Fleisch und Blut gleichen.
Die toten Freunde Das Boot stößt ab von den Leuchten des Gestad's. Durch rollende Wellen dreht sich der Schwung des Rads. Schwarz qualmt des Rohres Rauch ... Heut hab ich schlecht, das heißt mit lauter jungem Volke gezecht. – Du, der gestürzt ist mit zerschossener Stirn und du, verschwunden auf einem Gletscherfirn, und du, verlodert wie schwüler Blitzesschein, meine toten Freunde, saget, gedenkt ihr mein? Wogen zischen um Bott und Räderschlag. Dazwischen jubelt ein dumpfes Zechgelag. In den Fluten braust ein sturmgedämpfter Chor. Becher läuten aus tiefer Nacht empor.
Für das kurze Menschenleben Ist die Freundschaft viel zu schön; Ewigkeiten muß es geben, Wo sich Freunde wiedersehn.
In gewissen Jahren wird das Leben ein fortdauerndes Verlieren. – Gott erhalte mir meine Freunde! Es wäre wirklich schön, wenn man in Gesellschaft sterben könnte, wenn man in Gesellschaft gelebt.
Zeitversprengte Freunde Wir Freunde auf einen Faden gereiht, Es kam nicht so, wie wir wollten. Denn unsere Kette riß mit der Zeit, Und wir rollten. Von allen Winden zerstreut und gehetzt, Verschliffen und verwittert, Meinten wir schon: Wir würden zuletzt Sterben total verbittert. Doch unser Trauern lernte Geduld Und lächelt nun ruhig ins Neue. Wir glauben an unsere eigene Schuld Und an die Vergeltung für Treue.
Wahr ist's, daß wahre Verbindungen Zeit brauchen, wie Bäume, um Wurzeln zu treiben, Kronen zu bilden und Früchte zu bringen.
Es welket der Erde Kraft, des Leibes Stärke, Die Treue stirbt, Untreue wuchert auf; Unwandelbar ist auch die Freundschaft nicht, Nicht zwischen Männern und zwischen Völkern, Was heute gefällt, ist morgen widerwärtig; Der eine preiset, was der andere tadelt. Es kommt der Tag, wo fest verschlungne Hände Um leichten Vorwand auseinander fahren Und nach dem Schwerte greifen.
In den Mannjahren sehnt man sich unendlich aber vergeblich nach einem Freunde, der wie ein Jüngling der frühern Jahreallesanhört und aufnimmt.
Die Freunde winken und lassen mich leben. Ich will mich glücklich zum Danke erheben. Da würgt mich ein Taumel und raubt mir die Luft. Ich spüre verwelkter Kränze Duft. Ein rasches Gleiten – – ein stumpfes Scharren – – Der dumpfe Fall von erdenen Schollen. Und stiller wird es. – – Nur fern ein Tollen, Ein Lachen. – – – Freunde sind es und Narren.
Falsche Freunde sind Schwalben, die nur des Sommers da sind, Sonnenuhren, die nur brauchbar sind, solange die Sonne scheint.
Wie oft sehen wir Personen kommen und wieder abtreten, ohne daß sich begreifen läßt, warum sie kamen, oder warum sie wieder verschwinden?
Es ist angenehm, mit alten Freunden ins Gespräch zu kommen, wenn man sie trifft, aber enttäuschend herauszufinden, wann die Uhr stehen geblieben ist.