Gedanken Sprüche – klassisch
65 Sprüche gefunden
Früher fand ein Dichter tausend Gedanken, jetzt findet ein Gedanke tausend Dichter.
Die Gedanken sind unsterblich, wenn sie einmal entflogen sind. Der Äther ist ein unendliches Reservoir für unsere Gedanken und wir können diese aus dem herausfischen, wenn wir die richtige geistige Wellenlänge finden. Nichts hindert uns, die Gedanken eines Plato oder der Heiligen zu denken.
Überall, wo ein großer Geist seinen Gedanken ausspricht, ist Golgatha.
Meine besten Gedanken wurden mir von den Archaischen gestohlen.
Du Denker! Denker! Du mußt nicht zufrieden seyn, Bis der Gedanke steht so vest wie Marmorstein!
Die wirklichen Gedanken gehen bei wirklichen Dichtern alle verschleiert einher wie die Ägypterinnen: Nur das tiefe Auge des Gedankens blickt frei über den Schleier hinweg.
Ich glaube der schlechteste Gedanke kann so gesagt werden, daß er die Wirkung des besten tut, sollte auch das letzte Mittel dieses sein, ihn einem schlechten Kerl in einem Roman oder Komödie in den Mund zu legen.
Die soziale Ungerechtigkeit sät den ewigen Haß und erntet das allgemeine Leiden.
Nirgends wuchert mehr Unkraut als auf dem Grabe eines großen Gedankens.
Es ist nichts so klein, dass ein menschlicher Gedanke es nicht weihen; nichts so groß, dass ein solcher es nicht entweihen könnte.
Worte werden nicht durch Bücher erschöpft; Gedanken werden nicht durch Worte erschöpft.
Ein großer Gedanke kennt keine Grenzen.
Gebraucht sind die Gedankensachen schon alle, seit die Welt besteht.
Auf deinem feinesten Pro-patria-Papier Befestige, mein Freund, die gründlichen Gedanken, Um deren Wahrheit, Grund und Engelsschönheit wir Uns leicht nicht mit einander zanken; Die andern schreib auf Löschpapier.
Die genialsten Gedanken sind nicht mehr als Veränderungen anderer genialer Gedanken und kleine Beigaben.
Hierarchisch sind wir bis auf den heutigen Tag unterdrückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind das Heilige.
Zum eigenen, in uns aufsteigenden Gedanken verhält der fremde, gelesene, sich wie der Abdruck einer Pflanze der Vorwelt im Stein zur blühenden Pflanze des Frühlings.
Es lebe der große Gedanke, der ewige, unvergeßliche Gedanke. Jeder Mensch, wer er auch sei, muß sich davor beugen, daß der große Gedanke existiert.
Wo nehmen denn die Dichter die Gedanken her? Viel weiß man, wenn man das nur weiß.
Gedankenspuk Motto: »Könnten wir die Historie loswerden«, Friedrich Nietzsche Vernichtunglodernd, Tödlich leuchtend, Lebenversengend Glüht uns im Innern Flammender Genius. Aber es schützt uns Vor dem Verglimmen Kühlenden Unkrauts dichte Decke, Die unser Herz feucht wuchernd umspinnt: Gewohnheit und gedankenlose Lust am Leben, Und tröstende Lüge, Und süßer Selbstbetrug, Und trauliches Dämmern Von heut auf morgen ... Wir tragen im Innern Leuchtend die Charis, Die strahlende Ahnung der Kunst. Aber die Götter haben sie tückisch Mit dem Hephästos vermählt: Dem schmierigen Handwerk, Der hinkenden Plage, Der humpelnden, keuchenden Unzulänglichkeit. Wir tragen im Innern Den Träumer Hamlet, den Dänenprinzen, Den schaurig klugen, Den Künstler der Lebensverneinung, Der den Schrei der Verzweiflung noch geistreich umrankt mit funkelndem Witz. Aber bei ihm sitzt In unserer Seele enger Zelle Mit blödem Mönchsfleiß, Und emsig das Leben bejahend, Gräber schaufelnd der schmerzenden Wahrheit,[97] Gräber von Büchern, Worten, Staub, Der eignen Beschränktheit in Ehren froh, Ein lallender Kobold: der deutsche Professor ... Wir tragen im Innern den Faust, den Titanen, Und Sganarelle, die Bedientenseele, Den weinenden Werther – und Voltaire, den Zweifler, Und des Propheten gellenden Wehruf Und das Jauchzen schönheittrunkner Griechen: Die Toten dreier Jahrtausende, Ein Bacchanal von Gespenstern. Von andern ersonnen, von andern gezeugt, Fremde Parasiten, Anempfunden, Krank, vergiftet. – Sie wimmern, sie fluchen, sie jauchzen, sie streiten: Was wir reden, ist heisrer Widerhall Ihres gellenden Chors. Sie zanken wie taumelnde Zecher Uns zur Qual! Aber es eint sie die Orgie Uns zur Qual! Sie trinken aus unsrem Schädel Jauchzend den Saft unsres Lebens – Sie ranken sich erstickend, Zischende Schlangen, Um unser Bewußtsein – Sie rütteln am ächzenden Baum unsres Glücks Im Fiebersturm – Sie schlagen mit knochigen Händen An unsrer Seele bebende Saiten – Sie tanzen uns zu Tode! Ihr wirbelnder Reigen wühlt die Welle auf. Die Lebenswelle, die Todeswelle, Bis sie die Dämme brandend zersprenget Und die Gespenster verschlinget Und uns mit ihnen ... Und sich über unsre Qualen breitet Ein schweigender, kühlender Mantel: Nacht ... – – –!
Vor der Form war immer der Gedanke.