Gedanken Sprüche – philosophisch

95 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Gedanken philosophisch

Wer nicht seines guten Gedankenganges sehr gewiß ist, der wird bei dem Anblick auf die öffentliche Welt gleichgültig, nicht allein gegen Leben und Tod, sondern auch gegen Tugend und Laster.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Große Gedanken, die eigentlichen Lebensgedanken der »oberen Seele« stimmen die »untere«nichtweihevoll, und wir können ganz gut einer abgebrochenen Gedankenreihe Nietzsches nachspüren und zugleich einen blöden crevé um sein englisches smoking beneiden.

Hofmannsthal, Essays, Reden, Vorträge

Hierarchisch sind wir bis auf den heutigen Tag unterdrückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind das Heilige.

Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, vordatiert auf 1845, aber erschienen bereits im Oktober 1844. 1, 2, 2, § 3

Ich bin der Meinung, daß Gedanken durch die Deutlichkeit einen großen Teil ihrer Neuheit, Kühnheit und Wahrheit verlieren können.

Hamann, Christliche Bekenntnisse und Zeugnisse von J. G. Hamann. Ein geordneter Auszug aus dessen gesamtem Nachlaß mit genauer Hinweisung auf denselben nebst einem Anhang vermischter Fragmente, hg. von A. W. Möller, 1826

Das Denken ist brutal, es kennt keine Rücksichten […]; was gibt es Brutaleres als einen Gedanken?

Valéry, Tel quel, 1941. Übers. Internet

Da der Mensch selbst nur ein Kurzschluß ist zwischen Oben und Unten, so bringt ers zu nichts besserem als zum Funken, der alle Sicherungen durchbrennt, das heißt zum Gedanken.

Werfel, Zwischen Oben und Unten. Essays, 1946 (posthum). Originaltext

Sich selbst zu vergessen, ist doch dem Menschen das Gesündeste, was es gibt!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43. Aus dem Nachlaß

Nur von Gedanken, die man auszusprechen vermag, weiß man wirklich, dass siesind.

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910. Aus dem Tagebuch

Die Gedanken jedes einzelnen Menschen in sich und die aller Menschen zusammen untereinander begegnen und berühren sich nach unbekannten Gesetzen; diese Verschlingungen sind eins der wunderbarsten Geheimnisse.

Grimm, Essays, 1859. Aus: Friedrich der Große und Macaulay, 1858

Ein richtiges Bild von unseren Gedanken erhält man, indem man aus jedem "ich", welches in ihnen vorkommt, ein "ich selbst" macht.

Cossmann, Aphorismen, 2. Auflage 1902 (EA: 1898). Moral

Unsere Gedanken entstehen durch so mannigfaltige uns unbekannte zweckmäßige Arbeit in der Tiefe unserer Seele, dass sie uns, wenn sie am Lichte sind, ebenso überraschen, wie das Ei den Vogel, der nicht wusste, was da in seinem Leib für das folgende Geschlecht vorbereitet, ausgebildet und in der schicklichsten Weise verpackt wurde.

Pauly, Aphorismen, 1905