Gedanken Sprüche – zeit

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Einen eingeschlagenen Nagel treibt ein neuer Nagel wieder heraus; so verdrängt ein neuer Gedanke den früheren, wenn der Geist sich anders einstellt und die Erinnerung an Früheres schwinden oder doch zurücktreten läßt.

Abaelard, Die Leidensgeschichte Abälards (Historia calamitatum mearum)

Jeden Tag sterben können bedeutet, daß irgendein Gedanke von gestern sicher heute schon zu den Toten gehört.

Mulford, Das Ende des Unfugs. Ausgewählte Essays, 1925

Lerne, von Dingen wegzudenken, bis ihre Zeit da ist. Damit entläßt du den Gedanken an die Verantwortung, bis es zweckmäßig oder nützlich ist, ihm Einlaß zu gewähren.

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Ich glaube, daß nichts in unserer Seele verloren geht, so wenig als vor Gott; gleichwohl scheint es mir, daß wir gewisser Gedanken nur einmal in unserem Leben fähig sind.

Hamann, J. G., Briefe. An Herder, 13. Januar 1773

Wirf deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen Fluss, schau zu, wie sie hineinfallen und davontreiben – und dann: vergiss sie.

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Wolken, die vorüberziehen, kann man sehen – aber nicht die vorüberziehenden Gedanken.

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Aber der Herr kennt die Gedanken der Menschen: sie sind nur ein Hauch!

Altes Testament. Der Psalter (#Ps 94,11)

Sandkörner machen den Berg, Minuten das Jahr, flüchtige Gedanken ewige Taten. Haltet nichts für Kleinigkeiten.

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Man legt geflochtene Körbe aus, um in diesen Fische zu fangen; hat man die Fische bekommen, sind die Körbe vergessen. Man legt Fallen, um Hasen in diesen zu fangen; hat man die Hasen bekommen, sind die Fallen vergessen. Man bildet Worte, um Gedanken in diese zu legen. Hat man Gedanken bekommen, sind die Worte vergessen.

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Aber das Glückliche siehest du nicht, das Schöne nicht werden, Fertig von Ewigkeit her steht es vollendet vor dir. Jede irdische Venus ersteht wie die erste des Himmels, Eine dunkle Geburt aus dem unendlichen Meer; Wie die erste Minerva, so tritt mit der Ägis gerüstet Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Dem einen kommt's in Strömen, dem andern wills nicht tropfen.

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Kein Ende O sprich, warum denn soll ich leben, Was soll der Finger, der mir droht? Nichts ist mein Denken, Wollen, Streben, Und was ich bin, ist eitel Tod. Die Wonne beut mir ihre Schalen Und keine Freude spürt mein Herz; Ich lieg' in tausend heißen Qualen Und fleh' um einen Tropfen Schmerz. Ein neues Schwert ist jede Stunde, Das mich im tiefsten Busen trifft, Es wird an dem verfluchten Munde Der Liebe Becher selbst zu Gift. Nichts ruhet aus. In tollem Schwanken Wahnsinnig dreht die Welt um mich. Kein Ende haben die Gedanken, Und das, und das ist fürchterlich.

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Kühn durchs Weltall steuern die Gedanken, Fürchten nichts – als seine Schranken.

Schiller, F., Gedichte. Anthologie auf das Jahr 1782. Aus: Melancholie,

Nur so viel lässt sich sagen, dass [...] das mit unserem Sinnen oder Denken Erfasste nur ein Punkt ist und beinahe Nichts im Vergleich zu dem Übrigen.

Locke, Ein Versuch über den menschlichen Verstand (An essay concerning human understanding), 1690

Ewig aus der Wahrheit Schranken Schweift des Mannes wilde Kraft, Unstet treiben die Gedanken Auf dem Meer der Leidenschaft.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Würde der Frauen, 1795

Mit den Gedanken entstehen alle Dinge. Mit den Gedanken verschwinden alle Dinge.

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Fremde, gelesene Gedanken sind die Überbleibsel eines fremden Mahles, die abgelegten Kleider eines fremden Gastes.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 22. Selbstdenken

Auch in der geistigen Welt geht kein Atom verloren; was je war, verharrt unvertilgbar. In unsern Geistern leben die Geister aller Verstorbenen aller Zeiten.

Steinthal, Mythos und Religion, 1870

Wider seine Gedanken kann niemand, die mag und wird Gott richten. Aber unsere Worte und unser Tun sind in unserer Macht, und sie sollen nicht sein, daß wir sie bereuen, daß die Menschen sie und uns verdammen.

Hoefer, In doloribus. Tagebuchblätter eines Verschollenen, 1869

Die Gedanken müssen als geordnete Geisterschar vorüberziehen, nicht als wildes Heer.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Im Wasser wogt die Lilie, die blanke, hin und her, Doch irrst du, Freund, sobald du sagst, sie schwanke hin und her! Es wurzelt ja so fest ihr Fuß im tiefen Meeresgrund, Ihr Haupt nur wiegt ein lieblicher Gedanke hin und her!

Platen, Gedichte. Motto zu den Ghaselen