Glück Sprüche – liebe

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Wie berauschend es ist, zum erstenmale zu empfinden, daß es in unserer Macht steht, die Verklärung des Glückes auf ein geliebtes Angesicht zu zaubern. Als hätten wir Flügel, so löst es uns los und trägt uns hinauf in die sonnige Region, wo in dieser trüben Welt allein volle Befriedigung quillt – Glück zu geben.

Stahl, Die Tochter der Alhambra, 1869

Eine fixe Idee habe ich gehabt, nämlich die, daß ich mein Glück nur mir selbst verdanken will. Ich bin radikal geheilt davon, denn zu lebhaft empfind' ich's jetzt, daß man gerade zum größten Glück ein zweites Wesen nötig hat, dem man's verdankt.

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Mehr Glück liegt im Liebendürfen und Liebenkönnen, nicht im Geliebtwerden.

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Wie unser Herz sich bläht, Wenn nur ein Hauch des Glückes es durchweht!

Tasso, Das befreite Jerusalem (La Gerusalemme liberata), entstanden 1570-75, autorisierter Erstdruck 1582

Ach, erlebt' ich's einmal noch! Daß wir die Rosen miteinander brächen! Ach, erlebt' ich's noch zum Heil uns beiden! Daß wir freundlich wie zwei Liebste sprächen! Nichts vermöchte uns dann mehr zu scheiden. Küßte sie mich dann zu guter Stunde Mit dem roten Munde, Braucht' an Glück ich nie mehr Not zu leiden.

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Nachts Tiefstill die Nacht. Nur manchmal, halb im Traum, hör ich ein Knistern an den weiten Wänden, ein ruhlos Tasten hier und dort im Raum, als wie von feinen, schlanken Frauenhänden. Dann weiß ich es, was dir dein Traum gebracht: du suchst nach mir, du kannst mich nicht vergessen, du suchst und suchst die ganze lange Nacht nach einem Glück, das du doch einst besessen.

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Was ist das Höchste? – Ein Glücksgefühl, so stark, um uns zu zersprengen, und eine Brust, die es aushält.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Sie, die Frauen finden oft das Glück in den Armen eines Mannes, den sie anbeten. Wir dagegen finden es selbst an der Seite einer willigen Frau, die uns mißfällt.

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Glück und Liebe, beide sind blind: welch’ ein Wunder also, wenn sie sich finden.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Glücklich sind die, welche Liebe so zusammenfügt, wie sie die Vernunft vereinigt haben würde.

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

Erinnerung Wie war die schöne Sommernacht So dunkel, mild und warm, – Wie schrittest du so still und sacht Gelehnt auf meinen Arm. – Von Ferne klang, man hört' es kaum, Musik mit leisem Schall, Im blüthenduftgen Gartenraum Sang eine Nachtigall. Ein holdes schweigendes Verstehn War zwischen mir und dir, Ein selig Beieinandergehn, Und glücklich waren wir. Die schöne Zeit, sie liegt so weit – Verweht wie eitel Schaum. Sie liegt so weit die schöne Zeit Versunken wie ein Traum. Wie schrittest du so still und sacht Gelehnt auf meinen Arm – Wie war die schöne Sommernacht So dunkel, mild und warm. –

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Man versteht die Reden der Berge und Täler, des Wassers und der Bäume, weil man zueinander auch nicht mehr mit Worten spricht, sondern nur mit dem Glück des Daseins als zwei kleine nebeneinander geritzte Striche in der Unendlichkeit.

Musil, Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer, 1924. 2. Akt, Vinzenz

Dir auf der Schulter flattert … An N. P. Dir auf der Schulter Flattert ein Schmetterling, Ein Frühlingslüftchen trug ihn her Aus einem dunkeln Wald. Das ist der Falter Glück, Der flog zu dir, Weil du aus Licht, Und Glück und Licht Geschwister sind.

Heym, Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe hg. von Karl Ludwig Schneider, Band 1, Lyrik, Verlag Heinrich Ellermann 1964

Stumme Liebe Selig, willenlos dahingegeben, Ruht der schlanke Leib in meinen Armen, Und die feuchten, vollen Lippen suchen Leise die meinen. Aber keine Liebesworte schauern Aus bedrängtem Busen weich ans Ohr mir; Nur die dunklen, angstvoll großen Augen Leuchten vor Liebe. Schweigend pressen sich die heißen Hände, Sprechen sich die Geister und die Herzen, Und geheimnisvoll beschleicht die Seele Ahnung des Glückes.

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Hat der Mensch den Weg durchschritten, der von der Mutterbrust zur Brust der Geliebten führt, so muß er weiter zu einem anderen Glück fortschreiten.

Gorki, Italienische Märchen, 1906-13

Ein Glück ist unmöglich, wenn beide ununterbrochen davor zittern müssen, einander zu verlieren.

Wedekind, Die Zensur. Theodizee in einem Akt, 1907/08

Ich gedachte, Wie mit der Zeit sich stets der Kreis erweitert, In dem ich sucht' und fand mein reinstes Glück: Wie manches neue, kleine Wesen kam, Das einen Platz erstrebte zwischen uns Und ihn erhielt und jedes obendrein Bei seinem Eintritt auch mein ganzes Herz. Dasganze Jedes– henkt die Mathematik! Denn immer noch ein ganzes bleibt mir übrig, Es zu verschenken, wenn es wieder gilt. Nicht protzen möcht ich, aber solcher Reichtum Ist unerhört in meinen hohen Jahren. Ich dank' ihn euch, so seid mir denn bedankt, Ihr Großen und ihr Kleinen, Fernen, Nahen. Durch meiner Liebe, eurer Liebe Kraft Begibt an mir ein schönes Wunder sich: "Die Kinderlose hat die meisten Kinder."

Ebner-Eschenbach, Aphorismen. Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), 1893. Aus: Liebeserklärung

Briefwechsel Im Garten, heute morgen, Als ich deinen Brief erbrach, Fand ich drin verborgen Ein Rosenblatt. Ein Rosenblatt, deinen Locken entsunken. Als ich es trunken Mit den Lippen berührte, Kam ein Windhauch und entführte Den holden Gast. Nun segelt es lustig zu dir zurück. Gleich einer Krone trägt es mein Glück Auf tiefrotem Samt – und erblaßt.

Liliencron, D., Gedichte. Ausgewählte Gedichte, 1922

So zärtlich wir auch Freunde und Verwandte lieben, das Glück der anderen reicht doch nicht aus, das unsere zu machen.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

In der höchsten Glückslage liegt die geringste Freiheit; man soll da weder Vorliebe noch Hass, am wenigsten aber Zorn zeigen.

Sallust, Über die Verschwörung des Catilina (De coniuratione Catilinae oder Bellum Catilinae), um 41 v. Chr

Wenn du mein Glück vor deinen Augen siehst, So wünscht ich, daß du mein beschämt Gemüt Mit eben diesem Blicke schauen könntest.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 4. Szene, Tasso zu Antonio