Glück Sprüche – romantisch

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Ruhe des Herzens Wie heimlich glüht ein Bild aus langer Dämm'rung: Ein Sommerabend war's Im Heimatdorfe; Noch lag ein Sonnenhauch Auf Dach und Giebeln, Und hell stand schon der Mond In leerer Straße. Der Nachbar sprach ein Wort Von Tau und Regen, Er sprach zu seinem Weib Drin in der Kammer; Er zog das Fenster an, Es klang der Riegel; Ein erstes Sternlein trat Aus lichtem Dunkel. Aus fernen Gärten klang Ein Mädchenlachen; Ein letzter Nachhall dann Und letzte Stille. Und all die Sommerwelt Ging wie ein Atem Geruhig ein und aus Durch meine Lippen. – Nun weiß ich's, da mein Haar Beginnt zu bleichen: Was damals ich geatmet, war Das Glück.

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Wie berauschend es ist, zum erstenmale zu empfinden, daß es in unserer Macht steht, die Verklärung des Glückes auf ein geliebtes Angesicht zu zaubern. Als hätten wir Flügel, so löst es uns los und trägt uns hinauf in die sonnige Region, wo in dieser trüben Welt allein volle Befriedigung quillt – Glück zu geben.

Stahl, Die Tochter der Alhambra, 1869

Encore Nun bist du ruhig, liebes Herz. Die Schmerzen gleiten nur so von weiten noch heimatwärts. Das waren trübe Zeiten. Der Mond wacht schon am Himmel lang. Mir quillt versonnen aus Seelenbronnen ein kühler Sang von neuen lieben Wonnen. Was sing' ich denn die trübe Nacht? Laßt uns doch warten! Bald kommt in Fahrten von hoher Pracht der Tag in unsern Garten. Die böse Sehnsucht ist mir tot. Der Tag will schlingen um mich ein Klingen. Glück wuchs aus Not. Wie will ich fröhlich singen!

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Mehr Glück liegt im Liebendürfen und Liebenkönnen, nicht im Geliebtwerden.

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Wie unser Herz sich bläht, Wenn nur ein Hauch des Glückes es durchweht!

Tasso, Das befreite Jerusalem (La Gerusalemme liberata), entstanden 1570-75, autorisierter Erstdruck 1582

Ach, erlebt' ich's einmal noch! Daß wir die Rosen miteinander brächen! Ach, erlebt' ich's noch zum Heil uns beiden! Daß wir freundlich wie zwei Liebste sprächen! Nichts vermöchte uns dann mehr zu scheiden. Küßte sie mich dann zu guter Stunde Mit dem roten Munde, Braucht' an Glück ich nie mehr Not zu leiden.

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Dann zog er hinab ins Tal eine Vollmondnacht, eine Goldmondnacht. Die stumme Nachtigall in seinem Herzen erwacht. Er sagt zu der armen Gefangenen: Flieg hinaus in den grünen Hain! Ich bin voll von dem Neuen, dem Vergangenen, ich bin jung von berauschender Pein. Der Frühling aus fernen Weiten stand wie neu erweckt am Hang, und er sang wie in Nachtigallenzeiten seines Herzens Überschwang.

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Nachts Tiefstill die Nacht. Nur manchmal, halb im Traum, hör ich ein Knistern an den weiten Wänden, ein ruhlos Tasten hier und dort im Raum, als wie von feinen, schlanken Frauenhänden. Dann weiß ich es, was dir dein Traum gebracht: du suchst nach mir, du kannst mich nicht vergessen, du suchst und suchst die ganze lange Nacht nach einem Glück, das du doch einst besessen.

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Glücklich sind die, welche Liebe so zusammenfügt, wie sie die Vernunft vereinigt haben würde.

Rousseau, Julie oder die neue Héloïse. Briefe zweier Liebender aus einer kleinen Stadt am Fuße der Alpen (Julie ou la Nouvelle Héloïse ou Lettres de deux amants, habitants d’une petite ville au pied des Alpes), entstanden 1756-58, Erstdruck 1761

Erinnerung Wie war die schöne Sommernacht So dunkel, mild und warm, – Wie schrittest du so still und sacht Gelehnt auf meinen Arm. – Von Ferne klang, man hört' es kaum, Musik mit leisem Schall, Im blüthenduftgen Gartenraum Sang eine Nachtigall. Ein holdes schweigendes Verstehn War zwischen mir und dir, Ein selig Beieinandergehn, Und glücklich waren wir. Die schöne Zeit, sie liegt so weit – Verweht wie eitel Schaum. Sie liegt so weit die schöne Zeit Versunken wie ein Traum. Wie schrittest du so still und sacht Gelehnt auf meinen Arm – Wie war die schöne Sommernacht So dunkel, mild und warm. –

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Dir auf der Schulter flattert … An N. P. Dir auf der Schulter Flattert ein Schmetterling, Ein Frühlingslüftchen trug ihn her Aus einem dunkeln Wald. Das ist der Falter Glück, Der flog zu dir, Weil du aus Licht, Und Glück und Licht Geschwister sind.

Heym, Dichtungen und Schriften. Gesamtausgabe hg. von Karl Ludwig Schneider, Band 1, Lyrik, Verlag Heinrich Ellermann 1964

Stumme Liebe Selig, willenlos dahingegeben, Ruht der schlanke Leib in meinen Armen, Und die feuchten, vollen Lippen suchen Leise die meinen. Aber keine Liebesworte schauern Aus bedrängtem Busen weich ans Ohr mir; Nur die dunklen, angstvoll großen Augen Leuchten vor Liebe. Schweigend pressen sich die heißen Hände, Sprechen sich die Geister und die Herzen, Und geheimnisvoll beschleicht die Seele Ahnung des Glückes.

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Briefwechsel Im Garten, heute morgen, Als ich deinen Brief erbrach, Fand ich drin verborgen Ein Rosenblatt. Ein Rosenblatt, deinen Locken entsunken. Als ich es trunken Mit den Lippen berührte, Kam ein Windhauch und entführte Den holden Gast. Nun segelt es lustig zu dir zurück. Gleich einer Krone trägt es mein Glück Auf tiefrotem Samt – und erblaßt.

Liliencron, D., Gedichte. Ausgewählte Gedichte, 1922

Wie süß der Ton der Zither erklingt Am nebligen Morgen! Er weckt in mir ein Sehnen nach Glück Und lieblichen Sorgen. Des Lebens holde Freuden, sie stehn So licht vor dem Herzen! Da denk' ich der geschwundenen Zeit Mit Trauer und Schmerzen. So wenig Stellen auf weitem Gebiet, Die freundlich mir lachen! – Ich hätte können glücklicher sein – Und glücklicher machen.

Meyr, Vier Deutsche. Politischer Roman, 3 Bde., 1861

Das Glück (An meine liebe Frau Therese) Das Glück, das immer vor mir schwand, Das ich verfolgte sonder Ruh', – Erreicht nun hab ich's ganz erkannt: Das Glück – bist du. –

Dahn, F., Gedichte

Wenn du mein Glück vor deinen Augen siehst, So wünscht ich, daß du mein beschämt Gemüt Mit eben diesem Blicke schauen könntest.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 4. Szene, Tasso zu Antonio

Läuterung Das eine Glück, das große, wundervolle, Das jedem Menschen einmal nur gegeben – Die Leidenschaft, die echte, heiße, tolle, Die jeder einmal nur erlebt im Leben – Du wirst sie jetzt, mein liebes Kind, erfahren! Durch Deine Seele wird sie wild gewittern Und Dich erschüttern, und in langen Jahren Nachklingend noch in Deinem Herzen zittern ... Doch fühlen mußt Du sie! Es muß verbrennen Das Herz einmal die Flügel an der Flamme, Daß es sich nicht in eitlem Selbstverkennen Zu hoch erhebe und zu tief verdamme!

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Ein Lämpchen aufgeglommen, Solch Lämpchen, Glück, bist du: Aus Nächten hergekommen, Den Nächten geht es zu. Es glüht vor deinen Schritten; Herzklopfend bleibst du steh'n. – Und ist vorbeigeglitten, Eh' du es recht geseh'n. –

Jacobowski, Leuchtende Tage. Neue Gedichte 1896-1898, Minden 1900