Gott Sprüche – sinn

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Nun höre du, o glücklicher Mensch: Gott hat dich nicht geschaffen, daß du ganz zugrunde gehst. Schaue vielmehr eifrig auf ihn, und du wirst in Ewigkeit leben.

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Er (Gott) will das Werdende. Menschen aber zerbrechen daran, daß sie Gewordenes nochmals oder daß sie nicht Werdendes wollen. Alle menschliche Schöpferkraft besteht nur darin, im großen göttlichen Wollen und Werden die Stelle zu finden, wo sie in das Werden hineinpassen.

Naumann, Gotteshilfe. Gesamtausgabe der Andachten aus den Jahren 1895-1902, Göttingen 1904. 1898

Pantheismus?! die Welt wäre ein verkörperter Gott, und ein Gott hätte sich in dieser Welt verkörpert! – Den müßte doch wahrhaftig der Teufel geplagt haben.

Schopenhauer, A., Nachlass. Pandectae 218,5

Du führst meinen Geist ins Weite, wehest Weisheit ins Leben und mit der Weisheit die Freude.

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Gott lieben heißt, das Geheimnis zu leben gefunden zu haben.

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Die Welt ist entweder ein zufälliges Gemisch von Dingen, die sich bald miteinander verflechten, bald voneinander lösen, oder ein Ganzes, worin Einheit und Ordnung und Vorsehung walten. Ist sie nun das erstere, warum sollte es mich verlangen, in einem ordnungslosen Gewirr, in solch einem Gemengsel zu verweilen? Was könnte mir dann erwünschter sein als einst wieder Erde zu werden? Warum mich auch beunruhigen? Denn was ich auch tun mag, die Auflösung wird über mich kommen. Im anderen Falle verehre ich den Allbeherrscher, bin ruhigen Gemütes und vertraue ganz auf ihn.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,10. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Denn nicht Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, wie es in der Bibel heißt, sondern der Mensch schuf, wie ich im »Wesen des Christentums« zeigte, Gott nach seinem Bilde.

Feuerbach, Das Wesen der Religion, 1846; erweitert zu: Vorlesungen über das Wesen der Religion, 1851. Zwanzigste Vorlesung

Außer Gott gibt es nichts, was die Seele wirklich sättigen kann; Gott ist das Brot der Seele, wird ihr dies genommen, so verhungert sie.

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Das beständige Schicksal Gottes in seiner Wirksamkeit im Menschen ist, mißverstanden zu werden.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Ohne den Begriff Gott könnten wir am Ende auskommen. Leider nicht ohne das Wort.

Schnitzler, Aphorismen und Betrachtungen, 1967

Über das aber, was von einigen Kirchen dann weiter hinzugefügt wird, daß Gott die Menschennatur angenommen hätte, habe ich ausdrücklich bemerkt, daß ich nicht verstehe, was sie sagen. Ja, offen gestanden, scheint mir diese Rede nicht weniger widersinnig zu sein, als wenn mir jemand sagte, der Kreis habe die Natur des Quadrats angenommen.

Spinoza, Briefe. An H. Oldenburg, ohne Datum, als Antwort auf ein Schreiben des Adressaten vom 15. November 1675

Wenn je Gott ein Mensch oder ein Mensch Gott war, so war er beides. Ich habe nie seine Glaubenslehre angegriffen, nur den Gebrauch oder Mißbrauch, den man mit ihr getrieben hat. Canning berief sich einmal auf die christliche Lehre, um die Negersklaverei zu rechtfertigen, und Wilberforce wußte ihm wenig darauf zu erwidern. Und ward Christus gekreuzigt, damit schwarze Menschen ausgepeitscht werden können? Dann wärs besser, er wäre als Mulatte geboren, um beiden Farben eine gleiche Chance der Freiheit oder wenigstens der Erlösung zu geben.

Byron, Don Juan, 1819-24

Gegen den Pantheismus habe ich hauptsächlich nur dieses, daß er nichts besagt. Die Welt Gott nennen heißt sie nicht erklären, sondern nur die Sprache mit einem überflüssigen Synonym des Wortes Welt bereichern. Ob ihr sagt "die Welt ist Gott", oder "die Welt ist die Welt" läuft auf eins hinaus.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 5. Einige Worte über den Pantheismus

Alltagsmenschen suchen den Himmel. Sonntagsmenschen aber, die tiefen und auserwählten Geister, suchen Gott.

Rosegger, Der Gottsucher. Roman, 1883

Beruhige dein Gemüt durch den Gedanken, daß über aller Leben ein gütiges Auge wacht, ein weiser Wille und eine starke, schützende Hand. All unsere Gedankensprünge macht uns grübelnden Menschen Gott oft durch eine Auskunft zu Schanden, daß wir staunen, weshalb wir nicht auf demselben Weg sind wie er, der doch meist so einfach ist!

Brachvogel, Des Misstrauens Opfer, 1876

Ich kann in dem ganzen Gange, den uns Gottes Vorsehung geführt hat, nur eine besondere Vorherbestimmung erkennen.

Bismarck, Reden. In Jena, am 30. Juli 1857

Wir finden die Wege der Vorsehung allemal weise und anbetungswürdig in den Stücken, wo wir sie einigermaßen einsehen können; sollten sie es da nicht noch weit mehr sein, wo wir es nicht können?

Kant, Tröstung einer Mutter bei dem Tode ihres Sohnes. Gedanken bei dem frühzeitigen Ableben des Herrn Johann Friedrich von Funk, in einem Sendschreiben an die Frau Agnes Elisabeth, 1760

Die Werke des Menschen überleben ihn; Gott aber überlebt seine Werke.

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Was soll mir ein Zeiger, der sich so rasend schnell dreht, daß er tausendmal in einem Tag die richtige Minute und doch niemals die richtige Stunde weist?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Der neue Glaube Es bildet sich der Glaubenssatz allmählich: Der liebe Gott ist tot – Gott hab' ihn selig!

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In allen, auch den kleinsten Kreaturen, ja auch in ihren Gliedern scheinet und siehet man öffentlich Gottes Allmacht und Wundertaten. Denn welcher Mensch, wie gewaltig, weise und herrlich er auch ist, kann aus einer Feige einen Feigenbaum oder eine andere Feige machen?

Luther, Tischreden oder Colloquia, 1566