Hoffnung Sprüche – leben

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Bist du weise, so mischst du das eine mit dem anderen und wirst weder hoffen ohne zu zweifeln, noch verzweifeln ohne zu hoffen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 104. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Si sapis, alterum alteri misce: nec speraveris sine desperatione nec desperaveris sine spe

Zeus wollte nämlich, daß der Mensch, auch noch so sehr durch die anderen Übel gequält, doch das Leben nicht wegwerfe, sondern fortfahre, sich immer von Neuem quälen zu lassen. Dazu gibt er dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Zweites Hauptstück: Zur Geschichte der moralischen Empfindungen

Der Ertrinkende klammert sich am Strohhalm fest.

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Das ist ein Leben! Man verbringt es hoffend, um es mit einem Tode zu beschließen, an den man wieder Hoffnungen knüpft.

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Durch mich gelangt man in die Stadt der Schmerzen, Durch mich zu wandellosen Bitternissen, Durch mich erreicht man die verlorenen Herzen. Gerechtigkeit hat mich dem Nichts entrissen; Mich schuf die Kraft, die sich durch alles breitet, Die erste Liebe und das höchste Wissen. Vor mir ward nichts Geschaffenes bereitet, Nur ew'ges Sein, so wie ich ewig bin: Laßt jede Hoffnung, die ihr mich durchschreitet

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Gäbe es keine Träume und Illusionen, so würde des armen Mannes Seele ihn verlassen.

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Es kann soviel passieren zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

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Das Licht am Ende des Tunnels ist meistens eine Leuchttafel, auf der »Kein Ausgang« steht.

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Wer von der Hoffnung lebt, stirbt an Enttäuschung.

Oesch (Hg.), Spanische Sprichwörter, ausgewählt und gesammelt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Viele vernünftige Hoffnungen und Befürchtungen erfüllen sich nicht.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Man verliert vieles im Leben, Doch verliere nie die Hoffnung, Denn ohne Hoffnung verlierst du dein Leben.

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Mit seinen erfüllten Hoffnungen könnte man so leicht für sich ein Paradies, und für seine Mitmenschen eine Hölle bauen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Unter Dornen wachsen Rosen.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

So not tut es den lebenssüchtigen Menschen, sich eine Ewigkeit zu denken, daß sie, wenn ihnen die Brücke der Hoffnung verwehrt ist, auf der Brücke der Furcht hinübergehen.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [273]

Wenn er's nicht erhofft, wird er das Unverhoffte nicht finden. Denn unerforschlich ist's und unzugänglich.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 18.

Ich halte es für eine unmännliche Äußerung, wenn jener Rhodier, den ein Tyrann in einen Käfig einsperren und wie ein wildes Tier füttern ließ [Telesphoros], einem, der ihm riet, sich der Nahrung zu enthalten, die Antwort gab: "Solange der Mensch noch lebt, darf er alles hoffen." Auch angenommen, dies sei wahr, so ist doch das Leben nicht um jeden Preis zu erkaufen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 70. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924)

Du gehst im Dunkeln, im Herzen bedrängt, von Sorgen beengt, plötzlich über dir Sterne funkeln.

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Eure Liebe zum Leben sei Liebe zu eurer höchsten Hoffnung: und eure höchste Hoffnung sei der höchste Gedanke des Lebens!

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Vom Krieg und Kriegsvolke

Im Gedränge hier auf Erden Kann nicht jeder, was er will; Was nicht ist, es kann noch werden, Hüte dich und bleibe still.

Goethe, Des Epimenides Erwachen, Erstdruck 1815. 1. Akt, 15. Szene, Dämon der Unterdrückung zur Hoffnung

Lebe auf der Welt; aber mit Hoffnungen verzehre dein Herz nicht.

Diez, Denkwürdigkeiten von Asien, in Künsten und Wissenschaften, Sitten, Gebräuchen und Alterthümern, Religion und Regierungsverfassung aus Handschriften und eigenen Erfahrungen gesammelt, 1811-15. Buch des Oghuz von Dedé Korkud

Etwas fürchten und hoffen und sorgen Muß der Mensch für den kommenden Morgen, Daß er die Schwere des Daseins ertrage, Und das ermüdende Gleichmaß der Tage, Und mit erfrischendem Windesweben Kräuselnd bewege das stockende Leben.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor