Hoffnung Sprüche – zeit

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O Jüngling, sei weise, verwein' nicht vergebens Die fröhlichsten Stunden des traurigen Lebens, Wenn flatterhaft je dich ein Mädchen vergißt. Geh, ruf sie zurücke, die vorigen Zeiten! Es küßt sich so süße der Busen der zweiten, Als kaum sich der Busen der ersten geküßt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Unbeständigkeit

Wer sein Leben von der Hoffnung abhängig macht, dem entschlüpft immer die ihm zunächst liegende Zeit, und es tritt eine Art Heißhunger ein und die unseligste Furcht, die alles zur Hölle macht, die Todesfurcht.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 101. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: In spem viventibus proximum quodque tempus elabitur, subitque aviditas et miserrimus ac miserrima omnia efficiens metus mortis

Wenn ich wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

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Und wenn die Sanduhr der Zeitweiligkeit abgelaufen ist, wenn die Geräusche des weltlichen Lebens verklungen sind und sein rastloser, unwirksamer Aktivismus zu einem Halt gekommen sind, wenn alles um dich herum still ist wie in der Ewigkeit, dann fragt die Ewigkeit dich und jedes Individuum dieser Millionen und Abermillionen nur das folgende: Lebtest du in Hoffnungslosigkeit oder nicht?

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Ebbe folgt nicht auf Ebbe. Dazwischen ist die Flut.

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Die Angst hinkt, der Verstand geht, die Hoffnung fliegt.

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Irdische Hoffnung, die keine ewigen Quellen mehr kennt, wird zur jagenden Haft.

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Wenn der Winter naht - kann dann der Frühling fern sein?

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Die kleinen Sterne scheinen immer, während die große Sonne oft untergeht.

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Die dunkelste Stunde hat auch nur 60 Minuten.

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Es kann soviel passieren zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

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Die längste Hoffnung kommt doch an dasselbe Ziel, Das auch nach kurzem Lauf noch keinem wohl gefiel.

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Die Welt wird alt und wird wieder jung, Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hoffnung, 1798

Wehe, wehe dem Mörder, wehe, Der sich gesät die tödliche Saat! Ein andres Antlitz, eh sie geschehen, Ein anderes zeigt die vollbrachte Tat.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor, Dritter

Es fliegen unsere Hoffnungen, die schönen Vögel, hoch – Jedoch Wenn sie am höchsten fliegen, In reinster Himmelsluft sich wiegen, Wo selbst der Adler Flug bereits ein träger, Da kommt die Wirklichkeit, der finstre Jäger, Und schießt sie herab!

Petöfi, S., Gedichte

Der Kranke hofft, dieweil ihm der Odem ausgeht.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Mensch, dieser Augenblick ist dein, der künft'ge wird's vielleicht nicht sein.

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So von hinnen Flieht aller Schein und Schatten Holdsel'gen Wahns; die hoffenden Gedanken, Die uns vertröstet hatten Auf eine Zukunft, sinken und verblassen.

Leopardi, Gesänge (Canti), in: Gedichte und Prosaschriften, Berlin 1889, übersetzt von Paul Heyse. Erstdruck: Florenz 1831, erweiterte Fassung Neapel 1835. 33. Monduntergang

Ans Ziel Gestern ein Rieseln in weichen Eise. Heute ein Bach auf der Frühlingsreise. Gestern ein Kind mit Schleif und Band, heute Jungfrau im Festgewand. Wohin? Wer weiß? Und wem der Preis? Frage die Biene, wohin sie fliegt. Frage die Hoffnung wo Eden liegt.

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Im Gedränge hier auf Erden Kann nicht jeder, was er will; Was nicht ist, es kann noch werden, Hüte dich und bleibe still.

Goethe, Des Epimenides Erwachen, Erstdruck 1815. 1. Akt, 15. Szene, Dämon der Unterdrückung zur Hoffnung

O wie trügerisch ist die Hoffnung der Menschen, wie gebrechlich ihr Glück, wie nichtig all unser Streben!

Cicero, Über den Redner (De oratore), 55 v. Chr