Humor Sprüche

Lustige und humorvolle Sprüche

170 Sprüche in dieser Kategorie

O Liebe, diejenigen, welche mit heiterm Lächeln den uralten, bittern Kampf führen, können in der rechten Stunde und zumal in der Stunde des Sieges ernst genug sein. Sie vor allen andern Erdenbürgern werden am wenigsten es wagen, des Lebens rätselhafte Tiefen durch leichtsinnigen Scherz zu überbrücken.

Raabe, Der Dräumling, 1872. 28. Kapitel

Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallene Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen beschlossen.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Nicht jeder Künstler von Genie hat Humor, aber jeder Künstler von Humor (nicht jeder Spaßmacher) hat Genie. Humor ist der weitere und höhere Begriff. Er ist das eigentliche Genie des Herzens, da Güte wohl ohne Humor, aber Humor niemals ohne Güte bestehen kann.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja, sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Bierbaum, Yankeedoodle-Fahrt und andere Reisegeschichten, 1909. Vorangestellte Devise

Der Weise ohne Humor ist undenkbar, weil er weiß, daß es Wissen über dem Verstande gibt.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920. Logik und Humor

Nichts wird dem deutschen Humoristen zum größeren Erlebnis als die Vorgänge der Verdauung.

Kraus, Die Sprache, 1937

Denn das Traurige im echten Humor besteht darin, daß er ehrlich und ohne Täuschung rein menschlich beleuchtet, was es heißt, ein Kind zu sein.

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Der Humor Es zog durch die Straßen der lust'ge Humor. Ihm folgte laut lachend ein Menschenchor. Sie freuten der Späße sich, die er trieb, Und wie er auf die Narren hieb. Nun trat in sein Haus er, in sein Gemach, Und ein paar Menschen schlichen ihm nach. Ist er draußen so fröhlich – fiel ihnen ein –, Wie lustig muß er erst zu Hause sein! Doch es machte starr sie, was sie geschaut: Der Humor saß im Winkel und weinte laut.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Der Humor ist mit Recht als die feinste Vollendung des dichterischen Geistes betrachtet worden. Wer ihn nicht besitzt, wie reich begabt er auch sein möge, besitzt nur die eine Halbheit gestaltender Kraft.

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Der Witz will lockern, die Ironie zerstören, der Humor erhalten und aufbauen.

Kunad, Aphorismen, 1901

Der Humor ist voll Unschuld, aber er ist nicht die einfache Unschuld eines Kindes, sondern eine solche, die, durch innere Wehen, durch Zerrissenheit, Kampf, Schuldbewußtsein hindurchgegangen, sich wieder mit ihrem Gott versöhnt hat.

Vischer, Über das Erhabene und Komische, 1837

Der Humor ist eine Eigenschaft des Herzens – wie die Liebe.

Binding, Ad se ipsum. Aus einem Tagebuch, 1941 (posthum)

Der Humorist treibt immer Metaphysik. Wo der Naive ein Übel als einzelnes verschmerzt, der Witzige den Ärger los wird durch einen Witz, da denkt der Humorist weiter und sieht das allgemeine Elend und Übel, daß in Wahrheit nichts rein ist.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

Echter Humor trifft, ohne eine Narbe zu hinterlassen.

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Humor ist der Schwimmgürtel auf dem Strome des Lebens.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1888

Ich kenne einen Humorlosen, der immer aufgeregt ist. Er kocht ohne Wasser; das Email stinkt schon.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. VI. Zufälle, Einfälle

Manche Menschen sind nur dann ernst zu nehmen, wenn sie lachen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Wer keinen Humor hat, sollte eigentlich nicht heiraten.

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Humor ist gleichsam der Witz der Empfindung.

Schlegel, A. W., Fragmente, in: Athenaeum. Eine Zeitschrift von August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel, 1. Band, 2. Stück, 1798. Athenäums-Fragmente [237]

Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens, er ist die Tugend selbst, wie ein reichbegabtes Herz sie lehrend übt, weil es sie nicht übend lehren darf.

Börne, Denkrede auf Jean Paul, Frankfurt/Main am 2. Dezember 1825