Humor Sprüche

Lustige und humorvolle Sprüche

170 Sprüche in dieser Kategorie

Was Humor ist, das hat wohl noch niemand zu erklären vermocht; und ich glaube, schon der bloße Versuch, diesen Begriff näher bestimmen zu wollen, ist ein Beweis von Humorlosigkeit, weshalb ja auch hauptsächlich Universitätsprofessoren sich mit dieser Aufgabe beschäftigt haben.

Jacobsohn (Hg.), Die Schaubühne. Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, 1905-18. Einleitende Worte zu einer Vorlesung aus russischen Dichtern, 1917

Die Mutter des Humors Freund Humor – dich würdigt jedermann, Weil so ganz ins Wesen du gedrungen! Was kein Tor und auch kein Weiser kann: Dir ist's wunderleicht gelungen. Gegen alle Not bist du gefeit, Hast die klarsten Augen, feinsten Ohren – Du, den einst in unheilvoller Zeit Eine Sterbende geboren. Feister Racker! hei, wie freust du dich, Und wie schmeckt dir all dein Erdenfutter – Hurrahoch! Die dir so wenig glich, Kanntest du ja nie: die Mutter. Niemand denkt, was hart und blutend stritt, Daß dem Schmerzenskind kein Können fehle: Niemand, daß für dich den Tod erlitt Eine schwärmerische Seele.

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Der Humor ist nie humoristischer, als wenn er sich selbst erklären will.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1836

Der größte Humorist ist der liebe Gott.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Humor ist eigentlich der Exponent niederer Dinge, oder mit anderen Worten das, was sie dem innern Sinn erst poetisch erscheinen läßt.

Carlyle, Das Leben Schillers (Life of Schiller. An Examination of his Works), 1825

Stets wandeln wir am Abgrund dicht Stets wandeln wir am Abgrund dicht, Wo Tief und Dunkel schrecken, Aus dem ein Tod und letzt' Gericht Die Drachenhälse recken! Wir wandeln, ahnen nicht Gefahr, So sorglos wie die Kinder… Da strauchelst du und gleitest gar Und gleitest ab geschwinder! Jetzt gilt's! Ist keine Latsche da, An der du dich kannst halten? Umfassen nicht, dem Sturze nah, Dich rettende Gestalten?… Humor, so heißt die Latsche schlicht Gleich Göttern hochgeboren – Erhascht du sie im Gleiten nicht, Dann, Freund, bist du verloren!

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Im Humor findet man den Witz eines Menschen, der selten gut gelaunt und nie glücklich ist.

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Humor ist in seiner höchsten Form eine Art Erhabenheit, welche das, was unter uns ist, in unseren Empfindungen emporhebt, während die andere in unseren Empfidungen hinabzieht, was über uns ist.

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Der Witz ist eine Rakete, die zischend emporsteigt, der Humor ihre leuchtenden Kugeln, die still herabsinken.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Am meisten sollten die Leute am Grabe eines echten Humoristen weinen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Humorist sein und Humor haben ist zweierlei.

Schlichting (Hg.), Weiser Humor – Lachende Philosophie. 1000 der besten boshaften Sinnsprüche, gesammelt von Wilhelm Schlichting, Verlag Wilhelm Schlichting, Stuttgart-Gablenberg 1931

Die Antike war humorlos. Wo ist der Humor der Griechen? Welch ein Fortschritt von Homer bis Wilhelm Busch.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920

Das ist des Witzes leichte Beute: Er macht sich lustig über Leute, Doch der Humor ist d'rauf bedacht, Daß er die Leute lustig macht.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1888

Wo weder zum Weinen Kraft ist noch zum Lachen, lächelt der Humor unter Tränen.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). VI. Schreiben und Lesen

Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Das Glück Das Glück gleicht oft dem Schlingel, Der nachts vor deinem Haus Zum Scherz reißt an der Klingel und dann – kneift aus. Wer über solches Treiben Sich ärgert, ist ein Tor. Du mußt ans Haus nur schreiben: Hier wohnt Humor!

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Auch Humoristen müssen sterben, denn der Tod versteht keinen Spaß.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Der Humor Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens. Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht. Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens, so hat man ihn entweder – oder hat ihn nicht. Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen. Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz. Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden, im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz. Humor ist unser Freund in allen Lebenslagen, weil er dem Herz entspringt und nicht dem Intellekt. Man kann zum Beispiel mit Humor die Wahrheit sagen, so daß sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt. Humor blüht auch an kühlen Dauerregentagen und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so schaurig ist. Ja, mit Humor läßt sich sogar ein Humorist ertragen, und wenn er wirklich noch so traurig ist.

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Humoristen haben aufeinander stets eine mächtige Wut.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Sächsische Miniaturen, in: Die Weltbühne, 04.08.1921, Nr. 31 (Peter Panter)

Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.

Freud, Der Humor, 1927

Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden.

Freud, Der Humor, 1927