Humor Sprüche – lustig

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Dem Humoristen wird es auch im aufgeräumtesten Moment niemals einfallen, sich mit seinem Publikum zu encanaillieren. Nur der Witzbold ist es, der gerne vertraulich und beifallwerbend ins Parterre oder zum Leser hinüberblinzelt und jederzeit bereit ist, auch eine Gestalt, die er selbst geschaffen, zu verraten und feig im Stiche zu lassen, wodurch er die mediocre geistige Atmosphäre schafft, in der allein er zu wirken vermag.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Durch Humor wird das eigentümlich Bedingte allgemein interessant – und erhält objektiven Wert.

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Es gibt einen Ernst für alle; aber nur einen Humor für wenige.

Jean Paul, Vorschule der Ästhetik nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 2. Auflage 1813 (EA: 1804). Erste Abteilung. 8. Programm. Über den epischen, dramatischen und lyrischen. § 36. Verwechslung aller Gattungen

In der Tragik gerät der menschliche Geist, so tief er auch hinabsteigen mag, irgendwann einmal auf Grund – im Humor niemals.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Der Humor ist ein "Sich necken" mit dem Ernste des Lebens.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Der wahre Humorist feixt niemals, lacht selten und lächelt immer – über alles.

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Humor ist das Salz der Erde, und wer gut durchsalzen ist, bleibt lange frisch.

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Satire, Ironie und tiefere Bedeutung! Vom heiligen Geist dieser Dreieinigkeit beschattet, und in wortspielloser unbefleckter Empfängnis gezeugt, kommt der Humor zur Welt.

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Ein Witz wandelt oft Frohsinn in Ärger, Humor Ärger in Frohsinn.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Humor ist immer dämonischer Natur; das Reich von Witz, Ironie, Satire, dieser gefallene Engel des Geistes, ist innerhalb des Satanischen beschlossen.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Nicht jeder Künstler von Genie hat Humor, aber jeder Künstler von Humor (nicht jeder Spaßmacher) hat Genie. Humor ist der weitere und höhere Begriff. Er ist das eigentliche Genie des Herzens, da Güte wohl ohne Humor, aber Humor niemals ohne Güte bestehen kann.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Dem Humoristen – und nur ihm unter allen Schriftstellern – ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja, sie ist unter Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Bierbaum, Yankeedoodle-Fahrt und andere Reisegeschichten, 1909. Vorangestellte Devise

Der Weise ohne Humor ist undenkbar, weil er weiß, daß es Wissen über dem Verstande gibt.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920. Logik und Humor

Nichts wird dem deutschen Humoristen zum größeren Erlebnis als die Vorgänge der Verdauung.

Kraus, Die Sprache, 1937

Der Humor Es zog durch die Straßen der lust'ge Humor. Ihm folgte laut lachend ein Menschenchor. Sie freuten der Späße sich, die er trieb, Und wie er auf die Narren hieb. Nun trat in sein Haus er, in sein Gemach, Und ein paar Menschen schlichen ihm nach. Ist er draußen so fröhlich – fiel ihnen ein –, Wie lustig muß er erst zu Hause sein! Doch es machte starr sie, was sie geschaut: Der Humor saß im Winkel und weinte laut.

Roderich, In Gedanken. Vers-Aphorismen, 1907

Der Humor ist mit Recht als die feinste Vollendung des dichterischen Geistes betrachtet worden. Wer ihn nicht besitzt, wie reich begabt er auch sein möge, besitzt nur die eine Halbheit gestaltender Kraft.

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Der Witz will lockern, die Ironie zerstören, der Humor erhalten und aufbauen.

Kunad, Aphorismen, 1901

Der Humor ist voll Unschuld, aber er ist nicht die einfache Unschuld eines Kindes, sondern eine solche, die, durch innere Wehen, durch Zerrissenheit, Kampf, Schuldbewußtsein hindurchgegangen, sich wieder mit ihrem Gott versöhnt hat.

Vischer, Über das Erhabene und Komische, 1837

Der Humor ist eine Eigenschaft des Herzens – wie die Liebe.

Binding, Ad se ipsum. Aus einem Tagebuch, 1941 (posthum)

Der Humorist treibt immer Metaphysik. Wo der Naive ein Übel als einzelnes verschmerzt, der Witzige den Ärger los wird durch einen Witz, da denkt der Humorist weiter und sieht das allgemeine Elend und Übel, daß in Wahrheit nichts rein ist.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900