Humor Sprüche – lustig

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Humoristen haben aufeinander stets eine mächtige Wut.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Sächsische Miniaturen, in: Die Weltbühne, 04.08.1921, Nr. 31 (Peter Panter)

Der Humor ist nicht resigniert, er ist trotzig, er bedeutet nicht nur den Triumph des Ichs, sondern auch den des Lustprinzips, das sich hier gegen die Ungunst der realen Verhältnisse zu behaupten vermag.

Freud, Der Humor, 1927

Der Humor hat nicht nur etwas Befreiendes wie der Witz und die Komik, sondern auch etwas Großartiges und Erhebendes, welche Züge an den beiden anderen Arten des Lustgewinns aus intellektueller Tätigkeit nicht gefunden werden.

Freud, Der Humor, 1927

Humor spült nimmer des Lebens Ernst Hinweg wie leichten Sand, Er ist die Welle, die schmeichelnd küßt Des Felsens graue Wand.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Bisher hab' ich nur Witz, Ironie, Laune gezeigt, noch nie den reinen, urbehaglichen Humor.

Heine, H., Briefe. An Moses Moser, 14. Oktober 1826

Scherz im Schmerz, das gibt Humor.

Saphir, Fliegendes Album, 1846

Dem Humor soll auch allzeit im Umgange glaubensvoller Menschen sein volles Recht gewahrt sein, wenn er nur eben auf dem Grunde eines guten Gewissens mit Gott steht.

Patzner (Hg.), Pädagogische Goldkörner, gesammelt von Karl G. E. Patzner, 1891 (EA: 1886)

Über das irdische Leid, wenn die Sonne der göttlichen Freiheit Durchbricht, spannt der Humor farbig als Bogen sich aus.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter, Stuttgart 1865

Der Humor ist ein Element, das dem deutschen Menschen abhanden gekommen ist.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der deutsche Mensch, in: Die Weltbühne, 30.08.1927, Nr. 35 (Ignaz Wrobel)

Der Humor [ist] eine angeborene Gabe der vielseitigen Betrachtungsfähigkeit der Welt und ihrer Erscheinungen, […] ein Erzieher des Volkes, ein Dokument seines Gemütslebens, eine Schatzkammer des Reichtumes seiner Seele.

Schleich, Von der Seele, 1922. Humor

Humor ruht oft in der Veranlagung von Menschen, die kalt bleiben, wo die Masse tobt, und die dort erregt sind, wo die meisten ›nichts dabei finden‹.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schnipsel [9], in: Die Weltbühne, 19.07.1932, Nr. 29 (Peter Panter)

Der Humor ist nur der Selbstvorwurf eines, der nicht wahnsinnig wurde bei dem Gedanken, mit heilem Hirn die Zeugenschaft dieser Zeitdinge bestanden zu haben.

Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, 1919

Persiflage gehört zum Humor, ist aber um einen Grad geringer: sie ist nicht mehr rein artistisch und viel beschränkter.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Bruchstücke psychologischer Enzyklopädistik

Wenn ich mich mitunter an einem Narren erfreuen will, muss ich nicht lange suchen: Ich lache über mich selbst.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 50. Brief. Übers. Internet Originaltext: Si quando fatuo delectari volo, non est mihi longe quaerendus: me rideo

Echter Humor ist Gemütssache.

Waldersee, Späne aus stiller Werkstatt. Aphorismen, 1908

Wir vermögen nur diejenigen Personen und Situationen mit wahrem Humor zu behandeln, denen wir innerlich überlegen sind.

Dix, Aphorismen und Sinnsprüche, 1900

Der Humor ist nicht, wie Oberflächliche im achtzehnten Jahrhundert behauptet haben, eine Erfindung der Engländer. Er hat nur mancherlei Kostüme getragen im Wechsel der Zeiten.

Presber, Der Zirkus mit den hundert Löwen, 1933

Lustig sind die Leichtsinnigen, ausgelassen die Unfertigen, heiter die Resignierten.

Keiter, Aphorismen von M. Herbert (i. e. Therese Keiter), 2. Auflage 1904 (EA: 1895)

In manchen Menschen spannt sich ein bleibender Regenbogen vom Herzen zum Auge, vom Auge zum Herzen − von solch einem Menschen sagt man: er hat Humor.

Ernst, Frieden und Freude, 1920

Der deutsche Humor wird noch immer ausgezahlt in Sterntalern und Sonnengulden.

Ernst, Frieden und Freude, 1920

Humor hat den tiefsten Blick für den Ernst des Lebens.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899