Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Lerne hoffen, ohne zu hoffen! Leider ein allzu schweres Stück; Wer's könnte, der hätte das Ziel getroffen: Glücklich zu sein auch ohne Glück. Dennoch ist's wahr und guter Rat, Wird er auch niemals ganz zur Tat. Leben ist Schuld, Da will's Geduld; Im Genuß entsagen, Leidend nicht klagen, Verzichtend wagen, Dem Schein nicht trauen, Doch freudig schauen, Schaffen und bauen! Versuch es, und kann es nicht ganz gelingen: Soviel du vermagst, es doch zu zwingen, Soviel ragst du aus Zeit und Schein Empor, in die Ewigkeit hinein.
Die Philosophen haben recht, wenn sie sagen: Wenn du das Leben verstehen willst, blicke in die Vergangenheit. Sie vergessen aber, daß, wenn du leben willst, du dich der Zukunft zuwenden mußt.
Lebensabschnitt Ich mache eine Amnestie Aus herzlichem Verlangen. Und sei auch du und sein auch Sie Zu mir ganz unbefangen. Das Leben ist ein Rutsch-Vorbei. Nur das, was echt gewesen, Nährt weiterhin. – Ein Besen, Zu wild geschwenkt, schlägt viel entzwei. Seid gut zu mir und macht Radau, Verzeihend und aus Reue! Wollt ihr? Wer reist aufs neue Mit mir ins Himmelblau?
Wenn man in einem Buche blättert, heute, morgen, in acht Tagen wieder, so fallen einem fast immer die nämlichen Seiten unter die Augen und vielleicht nicht immer die besten und schönsten. So auch geht es mit dem Buch des Lebens, man muss es nicht nur lesen, wie die Seiten sich öffnen.
Man findet nicht einen Mann, der sein Leben noch einmal leben möchte. Kaum findet man ein Weib, das seine ersten achtzehn Jahre wiederleben möchte. Das richtet das Leben.
Sei du im Leben wie im Wissen Durchaus der reinen Fahrt beflissen; Wenn Sturm und Strömung stoßen, zerrn, Sie werden doch nicht deine Herrn; Kompaß und Pol-Stern, Zeitenmesser Und Sonn und Mond verstehst du besser, Vollendest so nach deiner Art Mit stillen Freuden deine Fahrt. Besonders, wenn dich's nicht verdrießt, Wo sich der Weg im Kreise schließt; Der Weltumsegler freudig trifft Den Hafen, wo er ausgeschifft.
Höheres Leben kann erst Wurzel fassen auf einem Grund, der nicht mehr von unaufhörlichen Flammenausbrüchen zerwühlt wird.
Alte Ketten Und folgst du neuer Lust und Pflicht, Des Sommers schweren Kranz im Haar, Dein edles Herz begeifre nicht, Was deiner Jugend heilig war! Und wenn die Lockung dich umgirrt, Zu schmäh'n, was einst dir köstlich galt, Gesteh' mit Mut: ich hab' geirrt; Doch lästre nicht, was leis verhallt. Gedenk' der Schlösser, die du einst Im Schmuck der Waffen stolz verließt; Sie bergen viel, was du beweinst, Und was du nimmer wieder siehst. Wenn du des Lebens Feinde schlugst, Verhöhn' sie nicht, sei mitleidsvoll; Und selbst der Ketten, die du trugst, Gedenke ohne Haß und Groll. Wenn du aus Banden dich befreist, Die deiner Jugend Fleisch gepreßt, In diesen Fesseln lebt ein Geist, Der sich nicht lachend spotten läßt. Und wenn die Hand im sonn'gen Tal Sich neuen Lenzes Blüten rafft, Mahnt dich ein altes Wundenmal An jener Kerker dunkle Haft. Und stehst du trotzig und befreit, In deinen Ruhm, in deine Schmach Tönt dir aus ferner Leidenszeit Das Klirren alter Ketten nach.
Wie oft geht das so, daß wir Gewerke herrichten für den Strom unserer Lebenstage, und ehe das Gewerk nur halb fertig, ist alles versiegt und trocken.