Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz, an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen; du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen, du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen, du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen, du dunkles Netz, darin sich flüchtend die Gefühle fangen. Du hast dich so unendlich groß begonnen an jenem Tage, da du uns begannst, – und wir sind so gereift in deinen Sonnen, so breit geworden und so tief gepflanzt, daß du in Menschen, Engeln und Madonnen dich ruhend jetzt vollenden kannst. Laß deine Hand am Hang der Himmel ruhn und dulde stumm, was wir dir dunkel tun.
An Dich Was fruchtet's, daß in schmerzlichen Entwürfen dir Tag um Tag scheu wie ein Dieb entschleicht! Aus jedem goldnen Becher sollst du schlürfen den Trank, den jede goldne Stunde reicht. Denn jede Blüte, die du nicht gebrochen, und jeder ungehörte Saitenklang und jedes Glück, das du nicht ausgesprochen, fällt als ein Tropfen Reue in den Trank. Und was vergangen ist, das sei vergangen! Der neue Tag führt neues Licht herauf. Tot sind die Lieder, die noch gestern klangen. Was kümmert's dich? Zieh' neue Saiten auf! Der Augenblick ist Leben und Erringen, verlornes Glück – verklungenes Getön. Wenn es verklang, wo wird's auch wieder klingen, du bist ja noch so jung und bist so schön!
Die meisten Menschen haben den Mittelpunkt ihres Lebens außerhalb ihres Selbst. Es gelingt ihnen nicht, um die eigene Mitte zu schwingen. Die ganze Bewegung ihres Lebens ist ein Mitgerissensein.
In allen menschlichen Dingen steht der Anfang wohl beim Menschen und seiner Freiheit, das Ende aber steht bei Gott.
Die Wissenschaft allein kann viele Dinge und vor allem das größte Geheimnis aller, das Geheimnis unserer Existenz, nicht erklären. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wie treten wir ns Leben ein? Seitdem der Mensch zu denken begonnen hat, hat er sich auf diese Probleme gestürzt und doch sind sie ungelöst geblieben.
Spruch für eine Sonnenuhr Auf dem Hochzeitsturm in Darmstadt Der Tag geht über mein Gesicht. Die Nacht sie tastet leis vorbei. Und Tag und Nacht ein gleich Gewicht und Nacht und Tag ein Einerlei. Es schreibt die dunkle Schrift der Tag und dunkler noch schreibt sie die Nacht. Und keiner lebt, der deuten mag was beider Schatten ihm gebracht. Und ewig kreist die Schattenschrift. Leblang stehst du im dunklen Spiel. Bis einmal dich die Deutung trifft: Die Zeit ist um. Du bist am Ziel.
„Des lieben Gottes Hofschauspieler“ So nannte einst Freund Heine sie, Der gut sie kannte, die Franzosen, Und ihres Wesens Was und Wie. Des lieben Gottes Hofschauspieler – Sind wir’s im Grund nicht alle eben? Wir reißen uns um uns’re Rollen, Und nur ein „Stück“ ist unser Leben!
Ich existiere nicht in anderen, aber andere existieren in mir.
Das Leben ist für den Alltagsmenschen ein wissenschaftliches Problem, für das Talent ein künstlerisches und für das Genie ein religiöses.
Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.
Ein' festen Sitz hab' ich veracht't, Fuhr unstet durchs Revier, Da fand ich sonder Vorbedacht Ein lobesam Quartier. Doch wie ich in der Ruhe Schoß Sänftlich zu sitzen wähn', Da bricht ein Donnerwetter los, Muß wieder wandern gehn. Alljahr wächst eine andre Pflanz' Im Garten, als vorher; Das Leben wär' ein Narrentanz, Wenn's nicht so ernsthaft wär'.