Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Überall Leid Allüberall, wohin ich ging und kam, Fand ich ein Weh; so einsam lag kein Land, Daß nicht der Weg zu ihm die Sorge fand, Und wo kein Baum gedieh, gedieh noch Gram; Und magst du ziehn nach Süd und Nord, Gen Ost und West, nach allen Winden, Du wirst doch stets dasselbe Lösungswort, Die Arbeit und des Lebens Mühsal finden. Dasselbe Kämpfen um dein täglich Brot, Das sich nicht lohnt, so schwer verdient zu sein, Erwartet dich am Hudson wie am Rhein; Ihr Bürgerrecht hat überall die Not. Und häufst du durch langer Jahre Fleiß Reichtümer auf, – wo ist für ganze Haufen Von Gold ein Arzt, der dir ein Mittel weiß, Nur einen Jugendtag zurückzukaufen? –
Den einen faßt das Leben lind Den einen faßt das Leben lind, Mag hoch die Flut auch schwellen, Es tragen, wie ein Liebeskind, Geduldig ihn die Wellen. Den andern will der Wogen Spiel Entrücken seinen Wegen, Und bis zum Tod, nach seinem Ziel Schwimmt er dem Strom entgegen. Ein dritter bleibt am Ufer steh'n, – Des Lebens Glück und Leiden, Er darf sie nur von ferne seh'n Und sehnt sich wohl nach beiden! O Tag um Tag vorbei ihm schwebt, Heut klarer, morgen trüber, Er hat das Leben nicht gelebt, Es ging an ihm vorüber!
Es hat Weltweise gegeben, welche das Leben für eine Strafe hielten, aber den Tod für eine Strafe zu halten, das konnte ohne Offenbarung in keines Menschen Gedanken kommen, der nur seine Vernunft brauchte.
Doch wer da lebt, die Erde zu gestalten, Kann drauf nicht lang und tiefe Ruhe halten.
Du musst dir selbst leben können, ehe du für andere lebst.
Wenn Ja, hätte mir von Anbeginn So manches nicht gefehlt, Und hätt' ich nur mit anderm Sinn Den andern Weg gewählt, Und hätt' ich auf dem rechten Pfad Die rechte Hilf' empfahn Und so statt dessen, was ich tat, Das Gegenteil getan, Und hätt' ich vieles nicht gemußt Auf höheres Geheiß Und nur die Hälft' vorher gewußt Von dem, was heut' ich weiß, Und hätt' ich ernstlich nur gewollt, Ja, wollt' ich nur noch jetzt, Und wäre mir das Glück so hold Wie manchem, der's nicht schätzt, Und hätt' ich zehnmal soviel Geld Und könnt', was ich nicht kann, Und käm' noch einmal auf die Welt – Ja, dann!
Stützen Wo ist der Mann von also hohem Glücke, Der so sich könnte rühmend überheben: "Ich geh allein in eigner Kraft durchs Leben, Des Stabes nicht bedürftig, noch der Krücke." Was hilft es ihm, daß er so sicher drücke Mit stolzem Fuß den Boden, der noch eben, Doch bald darauf erschüttert wankt mit Beben, Damit er strauchle und erschreckt sich bücke? Das Tongefäß von kurzbelebtem Staube, Der arme Mensch, er hat im Weltgetriebe Zu Stützen nötig vor des Schicksals Raube: Den Baum des Glaubens, trotzend jedem Hiebe, Der Hoffnung Stab von immergrünem Laube, Die Hand der Freundschaft und den Arm der Liebe.
Der Mensch, in seinem Gemäuer gefangen, besinnt sich lange nicht oft genug darauf, daß er lebt, Leben ist und es mit dem Lebendigen zu tun hat, solange er lebt.
Augen, die noch nicht sehen Augen, die noch nicht sehen, werden mein Grab einst blühen sehn; Füße, die noch nicht gehen, werden daran vorübergehn. Lippen, die noch nicht lachen, werden sich öffnen im Sonnenschein, Herzen, die noch nicht wachen, werden schlagen und fröhlich sein; werden dem Leben sich schenken, schenken der seligen Stunde sich, und werden der Toten so wenig gedenken wie einstmals ich!