Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Da das Geistige wie das Materielle wandelbar ist und der Wechsel der Zeiten die Formen, welche das Gewand des äußeren wie des geistigen Lebens bilden, unaufhörlich mit sich rafft, ist das Thema der Geschichte überhaupt, daß sie die zwei in sich identischen Grundrichtungen zeige und davon ausgehe, wie erstlich alles Geistige, auf welchem Gebiete es auch wahrgenommen werde, eine geschichtliche Seite habe, an welcher es als Wandlung, als Bedingtes, als vorübergehendes Moment erscheint, das in ein großes, für uns unermeßliches Ganzes aufgenommen ist, und wie zweitens alles Geschehen eine geistige Seite habe, von welcher aus es an der Unvergänglichkeit teilnimmt.
Es wird Zeit, daß ihr das Leben lebt, wie ihr es euch erträumt habt.
Das Wesen des Lebens ist nicht im Körper, sondern im Bewußtsein.
O frage nicht! Wie wird doch Alles enden noch? Wie wird sich Alles wenden doch? – O frage nicht! Es gibt die Zeit, Wer weiß, dir nur zu bald Bescheid! Schon manches Sehnens bist du bar, Das deiner Jugend teuer war, Und jedes Jahr, das dir verstrich, Betrog um eine Hoffnung dich. Wie trügest noch mit festem Mut Du dieses Lebens mißlich' Gut, Blieb nicht für jeden nächsten Tag Der Ungewißheit Reiz dir nach? O frage nicht, was werden wird; Geh deine Straße unbeirrt, Und spende Dank dem Weltengeist, Daß du, was deiner harrt, nicht weißt.
Wie der Strom des Gebirg's, wie des Bogens Geschoß, so eilen vorüber die Zeiten; wie die Blätter im Wald, wie die Blumen im Feld, so vergehn der Menschen Geschlechter.
Der Lebensquell versiegt und wir gewahren Mit Schmerz, daß wir nicht bleiben, was wir waren.
Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe – Du weißt nicht, wieviel Schritt du gehst zum Grabe, Drum nütze klug die Zeit: auf jedem Schritt Nimm das Bewußtsein deiner Pflichten mit. Gewöhne dich – da stets der Tod dir dräut – Dankbar zu nehmen, was das Leben beut; Die Wünsche nicht nach Äußerm zu gestalten, Sondern den Kern im Innern zu entfalten; Nicht fremder Meinung untertan zu sein, Die Dinge nicht zu schätzen nach dem Schein; Nicht zu verlangen, daß sie sollen gehn, Wie wir es wünschen – sondern sie verstehn, Daß wir uns bei Erfüllung unsrer Pflichten (Da sie's nach uns nicht tun) nach ihnen richten.
Berechne jeden Tag, wie viel der Stunden du Verwendet hast auf Mittagsruh, Wie viel auf Schmauserei, wie viel Auf Tanz und Spiel Und auf Geschwätz, das nicht Gespräch gewesen ist, Und dann, o Mensch, zieh ab und sieh, wie alt du bist.
Wer für sich die Spur des Lebens sucht und schweigend aus dem Drange nach vorwärts lebt, wird immer von allen Beharrenden, mit denen er in Berührung und Reibung kommt, als unzeitgemäß, unbequem, ärgerlich, verkehrt empfunden und von ihnen bedrückt werden.
Wenn das Leben strenger wird, muß eben der Mensch härter, strenger werden!
Dunkeln muß der Himmel rings im Runde, Daß sein Sternenglanz zu leuchten wage; Stürmen muß das Meer bis tief zum Grunde, Daß ans Land es seine Perlen trage; Klaffen muß des Berges offne Wunde, Daß sein Goldgehalt ersteh' zu Tage: Dunkle Stunden müssen offenbaren, Was ein Herz des Großen birgt und Klaren.
Bald vergehn des Lebens Herrlichkeiten, Bald entflieht das Traumbild eitler Macht, Bald versinkt im schnellen Lauf der Zeiten, Was die Erde trägt in öde Nacht. Lorbeern, die des Siegers Stirn umkränzen, Thaten, die in Erz und Marmor glänzen, Urnen, der Erinnerung geweiht, Und Gesänge der Unsterblichkeit!