Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Den Baum des Wissens hielten sie umschlungen; den Baum des Lebens aber faßten sie nicht.
Es ist doch […] auch jetzt schon bewiesen, […] daß nämlich alles Lebende aus dem Gestorbenen entsteht.
Es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr vorwärts schreiten, die Höhen des Lebens hinter uns haben und nur noch verlieren können. ... Tiefe Traurigkeit, die nie ganz frei von Reue, umschleiert unser Herz, und spöttisch winken die versäumten Stunden.
Freunde! Nicht taugt die Moral Zum Lied, längst schwor ich sie ab; Wen schert Vernunft, der einmal Sich ganz der Tollheit ergab! Kein Lied ist zu schlecht, Wenn mit Huren man zecht, Epikur stellt es fest. Wird Apollo bekränzt, Wenn uns Bacchus kredenzt? Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Hundert Jahre versprach Hippokrates jedem Kumpan. Wird auch das Bein schließlich schwach, Was kommt es uns darauf an? Wenn nur die Hand bis zuletzt, Die das Glas an die Lippe setzt, Nicht locker läßt –. Komme das Alter heran, Stoßt mit mir an, Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Wie er zur Welt kam, versteht Vortrefflich ein jeder Wicht, Aber fragst du, wohin er geht, So weiß es der Klügste nicht. Doch spar dir darob den Verdruß, Überlaß dem Himmel den Schluß, Daß wir sterben, steht fest. Doch ist nicht minder gewiß, Daß wir leben; das andre vergiß! Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest!
Das Leben der Menschheit ist ein Ganzes, dessen zeitliche und örtliche Schwankungen nur für unsere schwachen Organe ein Auf und Nieder, ein Heil und Unheil darstellen, in Wahrheit aber einer höhern Notwendigkeit angehören.
Lang hab' ich gelebt – doch vergebens wie viel! Wie wenig ist übrig, wie nahe dem Ziel! Die Zeit – wie viel Hoffnungen tötet ihr Lauf? Der Tod – wie viel Banden, ach! löst er mir auf! Wir sind so töricht, wenn's Leben noch steigt, Wie müd' und wie trübe, wenn's abwärts sich neigt!
Es gibt drei Arten, sich den Mißständen des Lebens gegenüber zu verhalten: die jugendliche, die reife und die hoffnungslose. Jugendlich ist es [...], sie radikal zu bekriegen. Reif ist es, sie hinzunehmen, womöglich Friede zu schließen, wenn aber Krieg nötig ist, dann einen der Mächte, nicht der Doktrinen zu führen. Hoffnungslos ist es, an die Wirklichkeit mit "idealen Forderungen" zu treten, überall an den "edlen" oder "hochstehenden" Menschen zu appellieren, weil es ja so außerordentlich bequem wäre, wenn alle Menschen so "edel" oder so "hochstehend" wären, unsere idealen Anforderungen zu erfüllen.
Sehr oft gleich das Leben einem Schiffbruch, seine Trümmer sind die Freundschaft, der Ruhm, die Liebe. Die Ufer des menschlichen Daseins sind voll von ihnen.
Wer aber lebt, muß es klar sich sagen: Durch dies Leben sich durchzuschlagen, Das will ein Stück Rohheit. Wohl dir, wenn du das hast erfahren Und kannst dir dennoch retten und wahren Der Seele Hoheit. In Seelen, die das Leben aushalten Und Mitleid üben und menschlich walten, Mit vereinten Waffen Wirken und schaffen Trotz Hohn und Spott, Das ist Gott.