Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Werallestief nehmen will, wird im Meer des Lebens bald auf Sand oder Klippen sitzen.
Das Dasein ist nur erträglich, wenn man seine elende Persönlichkeit vergißt.
Einmal will ich, das versprech ich, ohne Liebgekose leben, Wann die Blumen hier im Garten nach den Tafeln Mose leben; Hör ich abends auf den Straßen einen Vogel, eine Flöte, Sag ich bei mir selbst: Es möge dieser Virtuose leben! Freund! es ist der Lenz gekommen, unsre Wege sind verschieden: Lebe wie die keusche Lilje, laß mich wie die Rose leben! Laßt mich euren Rat vernehmen, was das Beste sei von Zweien: Weise leben, lose reden? Weise reden, lose leben? Wollt ihr mich durchaus verkennen, tut es immerhin, denn immer Werd ich, ob ich lächle drüber oder mich erbose, leben!
Das Leben magst du wohl vergleichen einem Feste, Doch nicht zur Freude sind geladen alle Gäste. Gar manchen, scheint es, lud man nur, um die Beschwerde Zu übertragen, daß die Lust den andern werde. Den Esel lud man einst zu einem Hochzeitschmause, Weil es zu tragen Holz und Wasser gab im Hause. Der Esel dachte stolz, geladen bin ich auch. Ja wohl, beladen mit dem Tragreff und dem Schlauch.
Herz, schöpf aus die tausend Quellen, die dir freudefunkelnd schwellen in dem Strahl des Sonnenlichts! Laß die heil'gen Lebensfluten nicht verrinnen und verbluten in das abgrundtiefe Nichts. Noch hast du die Kraft zu fangen, bald wohl ist der Tag vergangen, und des Abends Schatten fällt; bald, wer weiß, mußt du vollenden und du gehst mit leeren Händen aus der überreichen Welt.
Wie der Arbeiter, welcher ein Gebäude aufführen hilft, den Plan des Ganzen entweder nicht kennt, oder doch nicht immer gegenwärtig hat, so verhält der Mensch, indem er die einzelnen Tage und Stunden seines Lebens abspinnt, sich zum Ganzen seines Lebenslaufes und des Charakters desselben.
In den Tiefen der Gebirgswelt wird das Geheimnis unsers Herzens ruhn, wie das Edelgestein im Schacht, im Schoße der himmelragenden Wälder, da wird uns sein, wie unter den Säulen des innersten Tempels, wo die Götterlosen nicht nahn, und wir werden sitzen am Quell, in seinem Spiegel unsre Welt betrachten, den Himmel und Haus und Garten und uns.
Man soll nicht so viel Angst vor dem rein animalischen Leben machen und es nicht als den schrecklichsten Zustand vorstellen, in den wir geraten können. Denn es ist allemal besser, wenn man einem Schaf als einem bösen Geist gleicht. [...] Ich sehe die Menschen lieber auf dem Felde Gras fressen als daß sie sich in den Städten gegenseitig verschlingen.
Wer das Leben nicht, wie ein solcher Ringer, umfaßt hält, und tausendgliedrig, nach allen Windungen des Kampfs, nach allen Widerständen, Drücken, Ausweichungen und Reaktionen, empfindet und spürt: der wird, was er will, in keinem Gespräch, durchsetzen; viel weniger in einer Schlacht.