Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Bös und gut Wie kam ich nur aus jenem Frieden Ins Weltgetös? Was einst vereint, hat sich geschieden, Und das ist bös. Nun bin ich nicht geneigt zum Geben, Nun heißt es: Nimm! Ja, ich muß töten, um zu leben, Und das ist schlimm. Doch eine Sehnsucht blieb zurücke, Die niemals ruht. Sie zieht mich heim zum alten Glücke, Und das ist gut.
Leben ist eine Krankheit des Geistes, ein leidenschaftliches Tun.
Die gründlichste Wissenschaft ist die Erfahrung, die schönste Dichtung ist das Leben.
Es ist nicht Selbstsucht und nicht Eitelkeit, Was sehnend mir das Herz grabüber trägt; Was mir die kühngeschwungne Brücke schlägt, Ist wohl der Stolz, der mich vom Staub befreit. Sie ist so eng, die grüne Erdenzeit, Unendlich aber, was den Geist bewegt! Wie wenig ist's, was ihr im Busen hegt, Da ihr so satt hier, so vergnüglich seid! Und wenn auch einst die Freiheit ist errungen, Die Menschheit hoch wie eine Rose glüht, Ihr tiefster Kelch vom Sonnenlicht durchdrungen: Das Sehnen bleibt, das uns hinüberzieht, Das Nachtigallenlied ist nicht verklungen, Bei dessen Ton die Knospen sind erblüht!
Man mag so gern das Leben aus dem Tode betrachten und zwar nicht von der Nachtseite, sondern von der ewigen Tagseite her, wo der Tod immer vom Leben verschlungen wird.
Drei Pfade hat der Mensch in sich, in denen sich sein Leben tätigt: die Seele, den Leib und die Sinne.
Form ist Wollust Form und Riegel mußten erst zerspringen, Welt durch aufgeschlossne Röhren dringen: Form ist Wollust, Friede, himmlisches Genügen, Doch mich reißt es, Ackerschollen umzupflügen. Form will mich verschnüren und verengen, Doch ich will mein Sein in alle Weiten drängen - Form ist klare Härte ohn' Erbarmen, Doch mich treibt es zu den Dumpfen, zu den Armen, Und in grenzenlosem Michverschenken Will mich Leben mit Erfüllung tränken.
Einem Tagelöhner Lange Jahre sah ich dich führen deinen Spaten, und ein jeder Schaufelstich ist dir wohl geraten. Nie hat dir des Lebens Flucht bang gemacht, ich glaube – sorgtest für die fremde Frucht, für die fremde Traube. Nie gelodert hat die Glut dir in eignem Herde, doch du fußtest fest und gut auf der Mutter Erde. Nun hast du das Land erreicht, das du fleißig grubest, laste dir die Scholle leicht, die du täglich hubest!
Die Dinge sind ganz gleichgültig. Sie sind das, wozu wir sie machen. Sind wir stärker als die Dinge [...], so ist die Welt herrlich. Es fügt sich auch alles wie von selbst, als wolle es dem starken Geiste untertan sein. Lassen wir aber die Dinge uns über den Kopf wachsen, so ist natürlich die Welt ein Jammertal und das Leben kaum wert, gelebt zu werden.
Anrede Ich bin nur Flamme, Durst und Schrei und Brand. Durch meiner Seele enge Mulden schießt die Zeit Wie dunkles Wasser, heftig, rasch und unerkannt. Auf meinem Leibe brennt das Mal: Vergänglichkeit. Du aber bist der Spiegel, über dessen Rund Die großen Bäche alles Lebens geh'n, Und hinter dessen quellend gold'nem Grund Die toten Dinge schimmernd aufersteh'n. Mein Bestes glüht und lischt – ein irrer Stern, Der in den Abgrund blauer Sommernächte fällt – Doch deiner Tage Bild ist hoch und fern, Ewiges Zeichen, schützend um dein Schicksal hergestellt.
Nicht der Tod ist die Wurzel der Welt, welcher Tod erst durch allmähliche Verringerung seines Grades zum Leben heraufgekünstelt werden müßte; sondern vielmehr das Leben ist die Wurzel der Welt, und was da tot scheint, ist nur ein geringerer Grad des Lebens.