Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Drachenhort Es reift am Lebensbaum in immer neuer Und wechselnder Gestalt wohl manche Frucht, Doch drunter wacht ein mächtig Ungeheuer, Das lauert tückisch, ob der Mensch versucht Nach jenem Schatz die kühne Hand zu heben! Es lächelt hämisch, wenn er kämpft und ringt... O laß die Frucht! Du wirst sie nie erstreben, Weil stets das Ungeheuer sie verschlingt. Die gold'nen Früchte nennt man: Lebensglück, Das Ungeheuer aber Mißgeschick!
Es geschieht so oft, daß uns aus scheinbaren Vorzügen Schaden und aus scheinbaren Mängeln das Heil unseres Lebens erwächst.
Der Mensch lebt nicht für sich allein. Es gibt eine unsichtbare und unzerreißbare Gemeinsamkeit: das Band der Achtung, der Ehre, ein treues Gedenken, eine tätige Liebe.
Eine außerordentliche Sorge trieb den Menschen, sein Dasein zu verlängern. Er hat alles, was ihm möglich war, dazu getan. In betreff seines Körpers die Grabmäler, in betreff seines Namens den Ruhm.
Wer will es wagen, das Werden zu beschreiben? Wer will den Quellen geistigen Lebens und den geheimen Zuflüssen seines Stroms, dem Lauf desselben entlang, nachforschen?
Verweilst du in der Welt, sie flieht als Traum, Du reisest, ein Geschick bestimmt den Raum; Nicht Hitze, Kälte nicht vermagst du festzuhalten, Und was dir blüht, sogleich wird es veralten.
Das Leben schüttelt den Baum eines jeden. Früher oder später, ohne Sturm geht es für niemand ab.
Wir erleben unser Leben mehr als einmal. Gar manches Ereignis wird erst spät, wenn wir uns dessen in andere Stimmung erinnern, zur Erfahrung. Was uns einst jubeln machte, erpreßt uns Seufzer, worüber wir klagten, darüber lächeln wir, oder segnen das Leid. Die Taten der Jugend begreifen wir ganz erst in der Mannheit, und der Greis erst versteht vielleicht ganz den Mann. Darum leben wir ein vielfaches Leben – nur der Flachkopf mit kaltem Herzen besitzt ein einziges, das sich nach dem Kalender abspinnt.
Die Geschichte zeigt uns das Leben der Völker, und findet nichts, als Kriege und Empörungen zu erzählen: die friedlichen Jahre erscheinen nur als kurze Pausen, Zwischenakte, dann und wann einmal. Und eben so ist das Leben des Einzelnen ein fortwährender Kampf, nicht etwa bloß metaphorisch mit der Not, oder mit der Langeweile; sondern auch wirklich mit anderen. Er findet überall den Widersacher, lebt in beständigem Kampfe und stirbt, die Waffen in der Hand.
Ich lebe nicht in mir allein, ich werde Teil von dem, was mich umgibt.
An dem Ende seiner Tage Steht der Kater Hiddigeigei, Und er denkt mit leiser Klage, Wie sein Dasein bald vorbei sei. Möchte gerne aus dem Schatze Reicher Weisheit Lehren geben, Dran in Zukunft manche Katze Haltpunkt fänd' im schwanken Leben. Ach, der Lebenspfad ist holpernd, – Liegen dort so manche Steine, Dran wir Alte, schmählich stolpernd, Oftmals uns verrenkt die Beine. Ach, das Leben birgt viel Hader Und schlägt viel unnütze Wunden, Mancher tapfre schwarze Kater Hat umsonst den Tod gefunden. Doch wozu der alte Kummer, Und ich hör' die Jungen lachen, Und sie treiben's noch viel dummer, Schaden erst wird klug sie machen. Fruchtlos stets ist die Geschichte; Mögen sehn sie, wie sie's treiben! – Hiddigeigeis Lehrgedichte Werden ungesungen bleiben.
Jedes Leben ist ein Versuch, begangene Jugendtorheiten wieder gut zu machen.