Leben Sprüche
Sprüche über das Leben und seine Bedeutung
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Tag meines Lebens! die Sonne sinkt. Schon steht die glatte Flut vergüldet. Warm atmet der Fels: schlief wohl zu Mittag das Glück auf ihm seinen Mittagsschlaf? – In grünen Lichtern spielt Glück noch der braune Abgrund herauf. Tag meines Lebens! gen Abend gehts! Schon glüht dein Auge halbgebrochen, schon quillt deines Taus Tränengeträufel, schon läuft still über weiße Meere deiner Liebe Purpur, deine letzte zögernde Seligkeit.
Und doch, obwohl ein jeder von sich strebt wie aus dem Kerker, der ihn haßt und hält, – es ist ein großes Wunder in der Welt: ich fühle: alles Leben wird gelebt. Wer lebt es denn? Sind das die Dinge, die wie eine ungespielte Melodie im Abend wie in einer Harfe stehn? Sind das die Winde, die von Wassern wehn, sind das die Zweige, die sich Zeichen geben, sind das die Blumen, die die Düfte weben, sind das die langen alternden Alleen? Sind das die warmen Tiere, welche gehn, sind das die Vögel, die sich fremd erheben? Wer lebt es denn? Lebst du es, Gott, – das Leben?
Oft fühl ich in scheuen Schauern, wie tief ich im Leben bin. Die Worte sind nur die Mauern. Dahinter in immer blauern Bergen schimmert ihr Sinn. Ich weiß von keinem die Marken, aber ich lausch in sein Land. Hör an den Hängen die Harken und das Baden der Barken und die Stille am Strand.
Aber gerade wie nach dem Winter der Frühling kommt, so kam auch immer nach dem Geistestode der Menschen neues Leben, und das Heilige bleibt immer heilig, wenn es auch die Menschen nicht achten.
Leise rauschend durch Ruinen Zieht der Abendwind, Flüstert alte, düst're Märchen, Die vergessen sind. Von den Bäumen herbstestraurig, Sinkt nun Blatt auf Blatt, Sucht in der Ruine Schweigen Eine Grabesstatt. Fallen wird auch sie, Die trotzig manch' Jahrhundert stand, Ziehen werden, wo sie ragte, Nebel übers Land. »Märchenhaft ist dieses Leben!« Seufzt der Abendwind: In der heißen Brust erglommen Mir zwei Wünschlein sind: Meinem Leben eine Seele, Die sich meiner eint, Meinem Grabe eine Thräne, Die die Liebe weint!
Süßes Leben! schöne freundliche Gewohnheit des Daseins und Wirkens!
Das Leben ist ein Kampf, aus dem wir immer mit Narben und Wunden, selten mit dem Lorbeer herauskommen.
Nun laß die Liebe! In der Luft liegt es wie Hyazinthenduft, klingt es wie Raserei – Das Leben ist ein frecher Tanz, nur wer's verachtet, hat es ganz und klagt nicht, wenn's vorbei! Tokaier füll mir den Pokal – Daß ich das Gift nicht seh im Mahl, betäube mich mit Wein! Gott sei's geklagt, nach diesem Tanz wird ja mein armes Herz auch ganz, ja ganz zertreten sein!
Die Blumen schwanden, auch die letzten, Die Mensch und Tier und Flur ergötzten Mit Blütenduft und Farbengold; Doch alle keimten, wuchsen, blühten, Und ehe sie im Herbst verglühten, Erfüllten sie, was sie gesollt. Laß meines Lebens Herbst erst kommen, O Herr, wenn ich zu Nutz und Frommen Der Welt gewirkt auf meiner Bahn! Ruf mich zu dir an jenem Tage, Wo ich mit Zuversicht mir sage: Was ich gesollt, hab ich gethan!
Und glaub nur nicht, daß alle Menschen leben, die sind zwar lebendig, aber sie leben nicht [...].
Eingelegte Ruder Meine eingelegten Ruder triefen, Tropfen fallen langsam in die Tiefen. Nichts, das mich verdroß! Nichts, das mich freute! Niederrinnt ein schmerzenloses Heute! Unter mir – ach, aus dem Licht verschwunden – Träumen schon die schönern meiner Stunden. Aus der blauen Tiefe ruft das Gestern: Sind im Licht noch manche meiner Schwestern?