Leben Sprüche

Sprüche über das Leben und seine Bedeutung

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Es ist unklug, das Leben nach dem Zeitbegriff abzumessen. Vielleicht sind die Monate, die wir noch zu leben haben, wichtiger als alle durchlebten Jahre.

Tolstoi, Was sollen wir denn tun?, 2 Bde., 1848-86

Den Menschen ausgenommen, wundert sich kein Wesen über sein eigenes Dasein.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 17. Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen

Das Leben ist eine schreckliche Unterbrechung des Nichts.

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Bis zum dreißigsten Lebensjahr eine schöne Frau, bis zum sechzigsten ein erfolgreicher General – und dann Kardinal.

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Wie die Lieder wirbelnd erklingen! Wie sie fiedeln, zwitschern und singen! Wie aus den Blicken die Funken springen! Wie sich die Glücklichen liebend umschlingen! Jauchzend und schrankenlos, Sorglos, gedankenlos Dreht sich der Reigen, Der Lebensreigen. – Ich muß schweigen, Kann mich nicht freuen, Mir ist so angst ... Finster am Bergesrand Wandelt die Wolke, Hebt sich des Herren Hand Dräuend dem Volke: Und meine Augen, sie sehens alleine, Und meine Sorgen verstehens alleine ... Es fiel auf mich in der schweigenden Nacht, Und es läßt mich nicht los, Wie dumpfer hallender Glockenlaut, Es folgt mir durch die Frühlingspracht, Ich hör es durch der Wellen Getos: Ich habe den Frevel des Lebens geschaut! Ich sah den Todeskeim, der aus dem Leben sprießt, Das Meer von Schuld, das aus dem Leben fließt, Ich sah die Fluten der Sünden branden, Die wir ahnungslos begehen, Weil wir andere nicht verstanden, Weil uns andere nicht verstehen.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Frühe Verse. Sünde des Lebens, 1891

Der Lebenslauf der Menschen gleicht meist mittelmäßigen Gedichten: Genügt dir auch die Form vielleicht, auf Poesie mußt du verzichten.

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Bei allen deinen Werken suche niemals dich selbst.

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Man muß sich nicht um jeden Preis selbst erhalten wollen, sondern sein Leben in etwas setzen, was nicht sterben kann.

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Ist es möglich, daß man glaubte, nachholen zu müssen, was sich ereignet hat, ehe man geboren war? Ist es möglich, daß man jeden erinnern müßte, er sei ja aus allen Früheren entstanden, wüßte es also und sollte sich nichts einreden lassen von den anderen, die anderes wüßten?

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»Erlaubt ist, was gefällt.« Ja – wem gefällt, um Gottes willen!

Ebner-Eschenbach, Aus einem zeitlosen Tagebuch, 1916

Gut gelebt hat, wer von Anfang bis Ende verborgen geblieben.

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Das Leben ist der Güter höchstesnicht.Der Übel größtes aber ist dieSchuld.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Unstete Waage des Lebens immer schwankend, wie selten wagt ein geschicktes Gewicht anzusagen die immerfort andre Last gegenüber. Drüben, die ruhige Waage des Todes. Raum auf den beiden verschwisterten Schalen. Gleichviel Raum. Und daneben, ungebraucht, alle Gewichte des Gleichmuts, glänzen, geordnet.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. 1906 bis 1926. Vollendetes

Wer das Leben eines einzelnen Menschen betrachtet, findet darin die Entwicklung der ganzen Menschheit, die weder Wissen noch Erfahrung gutzumachen imstande waren.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Gebet Jahr um Jahr hab' ich gerungen Und erlitten Schmerz um Schmerz; Aber stark und unbezwungen Hielt sich mein gequältes Herz. Wie sich auch die Wolken ballten, Wie das Leben sich verschwor – Mit stets reinerem Entfalten Schwang sich still mein Geist empor. Treu erglühend für das Echte, Hab' ich fast das Ziel erreicht; Blickt mich an, ihr ew'gen Mächte: Dieser Scheitel ist gebleicht. Und die Flamme meines Lebens Neigt sich mählich zum Verglüh'n – Gönnt mir noch den Rest des Strebens, Gönnt mir noch ein letztes Müh'n. Laßt mich noch getrost vollenden, Was ich ernst und fest begann, Und auf sanften Götterhänden Traget mich von hinnen dann! – Also fleh' ich, von den Schwingen Der Erfüllung leis umweht – Und doch fürchtend, daß mein Ringen Im Verhängnis untergeht!

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Die größte Torheit ist's, gebeugt ins Leben einzutreten. Das Leben ist dem Widerstreben geweiht. Wir sollen uns aufrichten, so hoch wir können, und so lange, bis wir anstoßen.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Lebensbetrachtung Die Jugend ist die Zeit zu lieben, Die Mannheit Liebe auszuüben, Das Alter Zeit zu ruhn. Wer will nicht gerne Jedes thun? Sonst nichts? Das will ich.

Herder, J. G., Gedichte

Jeder Herzschlag klopft dem Grabe zu. Weiter und weiter – unaufhaltsam. In mir wächst der Tod.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Fliegengott, in: Vossische Zeitung, 06.06.1929, Nr. 262 (Peter Panter), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Unser Leben ist ein Erleben. Es ist so lang, als es Erlebnisse in sich schließt.

Schleich, Die Weisheit der Freude, 1920

Leben ist Leiden.

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Die Lebensverächter, denen so wenig am Leben liegt, sind doch die ersten, die nach dem Doktor schreien, wenn sie Bauchweh haben.

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