Leben Sprüche – abschied

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Und wenn ich keine Lust mehr hab' Für Tanz und Wein und Kuß, Möcht' ich lieber gleich ins Grab, Wo ich hin einmal doch muß.

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Weinend grüßt du das Erdenrund, Lächelnd küsset dich der Freunde Mund; Lebe so, daß einst du beim Erblassen Lächelnd mögest weinende Freunde lassen!

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Du bist ein atmend' Blatt am Daseinsbaume, So du der Menschheit lebst mit deiner Kraft, Und lebst unsterblich in der Menschheit fort. Du bist ein losgelöstes Blatt im Winde, Verflatternd und verwehend, so du nur Dir selber lebst in dumpfen Sinnentriebe.

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Wenn man sich mit dem Leben verfeindet, versöhnt man sich mit dem Tod.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn ein Pferd tot ist, steig ab.

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Ich möchte dort hingehn, wo niemand mich kennt, Kein Mensch meine Sprache spricht, keiner mich nennt. Ich wünsche ein Haus ohne Wand, ohne Tor, Kein Nachbar ihm nah und kein Wächter davor, Und wenn ich erkranke, kein Mensch, der mich pflegt, Und wo, wenn ich sterbe, kein Klaglaut sich regt.

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Wer soll was von wem wann erzählen? Jeder wird sein Eig’nes nur erwählen. So verging das eig’ne mir, das Leben: Weinen, einsam sein, sich schweigend quälen.

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Ich kann als Wandrer durch die Welt nur treiben, Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Nach meinem Sinn nur lesen oder schreiben – Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Die Hände hab’ ich vors Gesicht geschlagen, Die Tränen fließen stets bei meinen Klagen, Die Fehler sehe ich, die in mir lagen, Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend. Das Fundament der Welt ist wüst, o Not! Das Korn ist aufgebraucht, es gibt kein Brot, Weh diesem Leben, das hingeht zum Tod! Ich fand ja keinen Freund, es ward schon Abend.

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Laß die Welt ihren Gang gehen, wenn er nicht aufgehalten werden kann, wir gehn den unsern.

Hölderlin, F., Briefe. An seinen Bruder am 2. Juni 1796

Ein Weg braucht kein Wohin. Es genügt ein Woher.

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Singend tritt der Mensch in diese Welt, und sein letzter Seufzer ist Gesang.

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Wer sich aus der Welt wegdenken und seinen Ersatzmann nennen kann, der gehört nicht mehr hinein!

Hebbel, Judith, 1841. 4. Akt, Holofernes

Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst!

Büchner, Dantons Tod, 1835

Lasst das Gras stehen.

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…die Sache ist so: während man sein Leben lebt, bildet man gleichsam eine organische Ganzheit mit allem Leben. Doch sobald man mit dem geistigen Leben anfängt, reißt man den Apfel ab. Man trennt die Verbindung zwischen Apfel und Baum: die organische Verbindung. Und wenn man nichts anderes im Leben hat, als nur das geistige Leben, dann ist man selber ein abgerissener Apfel … ein vom Baum gefallener Apfel.

Lawrence, Lady Chatterleys Liebhaber, auch: Lady Chatterley und ihr Liebhaber (Lady Chatterley’s Lover), 1928

Aber wenn ich mich einmal in das Notwendige fügen muß, so nehme ich mir das Angenehme heraus und gehe leicht über das Lästige hinweg [...].

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 7. April 1833

Wenn das Leben nur noch eine Kette von Mühsalen ist, dann ist jeder Herr darüber, es in dem Augenblick, den er für richtig hält, zu beenden.

Elze, Friedrich der Große, 1936

Im Leben muß man manchmal einen Zug zu verpassen wissen.

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Was blieb mir noch an des Verlorenen statt? Ein Stück Erinnerung, ein verwelktes Blatt, Das ist des Lebens ganzer Erntesegen.

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Wer einen Stein nicht allein erheben mag, der soll ihn auch selbander liegen lassen.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich Wilhelm Riemer, 13. Juni 1807

Niemand kann dir die Brücke bauen, auf der gerade du über den Fluss des Lebens schreiten musst, niemand außer dir allein.

Nietzsche, Unzeitgemäße Betrachtungen, 1873-76. Schopenhauer als Erzieher, 1874