Leben Sprüche – gedanken
36 Sprüche gefunden
Dies Leben ist ein Gefängnis, wo jeder nur eine kümmerliche Aussicht hat in die Freiheit: das ist die eigene Seele.
Ich existiere nicht in anderen, aber andere existieren in mir.
Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.
In den Tiefen der Gebirgswelt wird das Geheimnis unsers Herzens ruhn, wie das Edelgestein im Schacht, im Schoße der himmelragenden Wälder, da wird uns sein, wie unter den Säulen des innersten Tempels, wo die Götterlosen nicht nahn, und wir werden sitzen am Quell, in seinem Spiegel unsre Welt betrachten, den Himmel und Haus und Garten und uns.
Schnellzug Auf dieser Lebensbahn rattert es drauf und dran in schnellem Zug. Und meine Melodie macht es, ich weiß nicht wie, zu einem Trug. Draußen das liebe Land, das noch nicht stille stand, wie es sich dreht! Alles bleibt mir versäumt, alles bleibt ungeträumt, alles vergeht. Man wird vom Schauen stumpf, hier drin die Luft ist dumpf, draußen ist's schön. Dann wird die Zeit mir lang, dann wird mir wieder bang vor dem Vergehn. Welch eine Menschennot schlägt sich die Zeit hier tot auf ihre Art. Hier drin ist nichts wie Schmutz, und ich bin voller Trutz. Welch eine Fahrt! Doch was auch quält und närrt, ich bleibe eingesperrt bis an das End'. Wollte mich gern befrein, wollte die Landschaft sein, die rückwärts rennt!
Kreisgang Die Wege, die ich bisher ging, in Kreisen sind sie alle mir zerronnen. Vor dem, woran mein Auge gestern hing, steh ich heut wieder staunend und versonnen. Und meine Seele fühlt es tief: ich bin vor vielen Jahren alles dies gewesen, aus seinen Formen kann mein wacher Sinn das Schicksal meines ganzen Daseins lesen. Dies wegbeleuchtend Schauen hier verkündet meinem Leben froh und weise: du bist der stumme Gegenstand vor dir und bist zugleich der Wanderer im Kreise.
Warum bin ich verdammt, die Harmonie eines Kharakters zu kennen, und jeden Miston zu fühlen, wenn mein Leben ein Gemisch von Tönen ist, die am Marke der Gebeine krazen? Verflucht sey der Adlerblick in sein Innres, wo man immer etwas sieht, was man lieber nicht gesehn hätte!
Wie eine Insel erhebt sich aus unzugänglichen Tiefen der kleine Umkreis des bewußten Lebens.
Einst herrschte wild der Trieb; er brauste durch die Kreise, Durchs immer weitere Gebiet des Lebens hin, Und der Instinkt gebot; doch regte leis' und leise Sich in der Willkür schon der sanftre Menschensinn.
Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: »Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst.«
Selbstquälerei Ich hasse mich! es ist ein ekles Ding Des Menschen Herz, so kindischschwach, so stolz, So freundlich, wie Tobias Hündlein ist, Und doch so hämisch wieder! weg! ich hasse mich! So schwärmerisch, wenn es des Dichters Flamme wärmt, Und ha! wenn sich ein freundeloser Junge An unsre Seite schmiegt, so stolz, so kalt! So fromm, wenn uns des Lebens Sturm Den Nacken beugt, ...
Niemand gehört sich selbst.
Sich selbst überreden, heißt mit dem Leben in Widerspruch geraten.
Ihr bangt vor der großen Stille? Allein in ihr ist nur der, dem ich nichts zu sagen weiß.
Was man auswendig gelernt hat, mechanisiert sich, nicht nur im Hirn, sondern auch im Herzen.