Leben Sprüche – klassisch

177 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Leben klassisch

Wahrhaft lebt, wer im Tod besteht.

Internet

Denke zu jeder Tageszeit daran, in deinen Handlungen einen festen Charakter zu zeigen [...], einen ungekünstelten, sich nie verleugnenden Ernst, ein Herz voll Freiheits- und Gerechtigkeitsliebe. Verscheuche jeden anderen Gedanken, und das wirst du können, wenn du jede deiner Handlungen als die letzte deines Lebens betrachtest, frei von Überstürzung, ohne irgendeine Leidenschaft, die der Vernunft ihre Herrschaft entzieht, ohne Heuchelei, ohne Eigenliebe und mit Ergebung in den Willen des Schicksals. Du siehst, wie wenig zu beobachten ist, um ein friedliches, von den Göttern beglücktes Leben zu führen.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 2,5. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Das ist das alte Lied und Leid, Daß dir Erkenntnis erst gedeiht, Wenn Mut und Kraft verrauchen. Die Jugend kann, das Alter weiß. Du kaufst nur um des Lebens Preis Die Kunst, das Leben recht zu brauchen.

Geibel, E., Gedichte. Spätherbstblätter. Sprüche, 6.

Halte fest am frommen Sinne, Der des Grenzsteins nie vergaß! Alles Heil liegt mitten inne, Und das Höchste bleibt das Maß. Glücklich, wem die Tage fließen Wechselnd zwischen Freud' und Leid, Zwischen Schaffen und Genießen, Zwischen Welt und Einsamkeit.

Geibel, E., Gedichte. Juniuslieder. Sprüche, 55.

Faunsflötenlied Ich glaube an den großen Pan, den heiter heiligen Werdegeist; sein Herzschlag ist der Weltentakt, in dem die Sonnenfülle kreist. Er wird und stirbt und stirbt und wird, kein Ende und kein Anbeginn. Sing, Flöte, dein Gebet der Lust! Das ist des Lebens heiliger Sinn.

Internet

Du lebst nicht, kannst du nicht mit andern leben; Du lebst nicht, können sie es nicht mit dir; Ihr lebst nicht, wenn nicht mit Vernunft und Liebe.

Internet

Der Abend leget warme hernieder seine Arme und wo die Erde zu Ende da ruhen seine Hände… Die Mücklein summen leise in ihrer hellen Weise und alle Wesen beben und singen leis vom Leben… Es ist nicht groß, es ist nicht breit, s’ ist eine kleine Spanne Zeit und lange währt die Ewigkeit…

Internet

Die Anweisungen des Schöpfers sind niedergeschrieben in unseren Herzen und Gedanken, in den heiligen Schriften der Natur, die jeder für sich selbst lesen kann - tagtäglich in den kleinen Geschöpfen, in den Gräsern und Bäumen, in den wachsenden Dingen, in Wind und Donner und Regen, in den Meeren, Seen und Flüssen, in Gebirgen, Felsen und Sand, in der gewaltigen Kraft der Sonne, dem Zauber von Großmutter Mond, in den Geheimnissen der Sterne. All diese spirituellen Wesen sind unsere Lehrer.

Internet

Iß nicht soviel, wie du kannst, gib nicht soviel, wie du hast, sag nicht soviel, wie du weißt.

Internet

Wohl ihm, der bis auf die Neige Rein gelebt sein Leben hat!

Herder, J. G., Gedichte. Aus: Lied des Lebens

Nur der hat nicht umsonst gelebt, der seinen Wohlstand, seine Gedanken und seine Sprache zum Wohl der anderen einsetzt.

Internet

Die besten Bücher sind nicht die, die uns satt, sondern die, die uns hungrig machen, hungrig auf das Leben.

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)

Hast in den Garten dieser Welt du einen Fuß gesetzt, dann sitze wie's die Rose tut, auch lächelnd nah am Dorn!

Internet

Auch der größte Genius hat nie den geringsten Erfolg gehabt, wenn es galt, die Daseinsfrage zu erklären. Das Rätsel bleibt ewig ein vollkommen ungelöstes.

Internet

Woher – Wohin? Woher, wohin denn unser wirres Sein? Aus Dir hinaus, o Mensch, in Dich hinein!

Leixner, Aus der Vogelschau, 1890

Töricht, dein Herz an den Klang einer Trommel zu hängen; denn die Welt ist ein bräutlicher Zug, der Gast einer Stunde.

Raverty (Hg.), Selections from the poetry of the Afghans, from the sixteenth to the nineteenth century, literally translated from the original Pushto; with notices of the different authors, and remarks on the mystic doctrine and poetry of the Sūfis, London 1867

Lebe stets so, dass du den Brief vom Finanzamt stets als letzten aufmachen kannst.

Internet

Geregnet muß es haben, wenn die Sonne lieblich scheinen, gestürmt muß es haben, wenn die Stille uns wohl thun soll; nur durch einen Zusatz von Bitterkeit gewinnt das Leben seinen wahren Hochgenuß.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Wir bauen hier so feste, und sind doch hier nur Gäste, doch wo wir sollen ewig sein bauen wir so wenig ein.

Internet

Shakespeare sagt: To be or not to be Sartre sagt: To be is to do Camus sagt: To do is to be Sinatra singt: Do be do be do

Internet

An die Jünglinge Trinkt des Weines dunkle Kraft, Die euch durch die Seele fließt Und zu heil'ger Rechenschaft Sie im Innersten erschließt! Blickt hinab nun in den Grund, Dem das Leben still entsteigt, Forscht mit Ernst, ob es gesund Jedem Höchsten sich verzweigt. Geht an einen schaur'gen Ort, Denkt an aller Ehren Strauß, Sprecht dann laut das Schöpfungswort, Sprecht das Wort: es werde! aus. Ja, es werde! spricht auch Gott, Und sein Segen senkt sich still, Denn, den macht er nicht zum Spott, Der sich selbst vollenden will. Betet dann, doch betet nur Zu euch selbst, und ihr beschwört Aus der eigenen Natur Einen Geist, der euch erhört. Leben heißt, tief einsam sein; In die spröde Knospe drängt Sich kein Tropfe Taus hinein, Eh' sie inn're Glut zersprengt. Gott dem Herrn ist's ein Triumph, Wenn ihr nicht vor ihm vergeht, Wenn ihr, statt im Staube dumpf Hinzuknieen, herrlich steht, Wenn ihr stolz, dem Baume gleich, Euch nicht unter Blüten bückt, Wenn die Last des Segens euch Erst hinab zur Erde drückt. Fort den Wein! Wer noch nicht flammt, Ist nicht seines Kusses wert, Und wer selbst vom Feuer stammt, Steht schon lange glutverklärt. Euch geziemt nur Eine Lust, Nur ein Gang durch Sturm und Nacht, Der aus eurer dunklen Brust Einen Sternenhimmel macht.

Hebbel, F., Gedichte