Leben Sprüche – klassisch

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Ach, […] ich fühle jetzt die Bedeutung jener römischen Worte: Leben ist Kriegführen.

Heine, H., Briefe. An Varnhagen von Ense, 28. März 1833

Wahrhaft frei kann nur dasjenige Leben sein, welches über der Zeit sich befindet.

Hoffmann (Hg.), Die Weltalter. Lichtstrahlen aus Franz von Baader's Werken, 1868

Das, was ihr Leben nennt, ist nichts anderes als ein Spiegelbild des Lebens. Nur die Götter sind unsterblich, sogar wenn sie sterben. Denn die Götter altern nicht. Man sagt, Aphrodite und Artemis starben. Aber wer kann beweisen, daß, um zu sterben, sie erst alt werden mußten. Habt ihr jemals ein Bildnis der Aphodite gesehen, welches aussah wie eure Großmutter? Sogar die neuen Maler malen sie unverändert wie die alten. Ich bin sicher, daß die Götter nicht sterben. Sie verschwinden einfach aus unserem Bewußtsein, um wiederzukommen, wer weiß wann, wie die Kometen.

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Das All ist das höchste, kühnste Wort der Sprache und der seltenste Gedanke: denn die Meisten schauen im Universum nur den Marktplatz ihres engen Lebens an, in der Geschichte der Ewigkeit nur ihre eigene Stadtgeschichte.

Jean Paul, Vorschule der Ästhetik nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien der Zeit, 2. Auflage 1813 (EA: 1804). Erste Abteilung. 1. Programm. Über die Poesie überhaupt. § 2. Poetische Nihilisten

Schreitet ins Leben zurück! Nehmet den heiligen Ernst mit hinaus, denn der Ernst, der heilige, macht allein das Leben zur Ewigkeit.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 8. Buch, 8. Kap., 4 Jünglinge singend

Diese Begierde, die Pyramide meines Daseins, deren Basis mir angegeben und gegründet ist, so hoch als möglich in die Luft zu spitzen, überwiegt alles andere und läßt kaum augenblickliches Vergessen zu.

Goethe, J. W., Briefe. An Lavater, im September 1780

Einst herrschte wild der Trieb; er brauste durch die Kreise, Durchs immer weitere Gebiet des Lebens hin, Und der Instinkt gebot; doch regte leis' und leise Sich in der Willkür schon der sanftre Menschensinn.

Tiedge, C. A., Gedichte. Urania. Aus: Freiheit. Wiedersehn, 1800

Stil des Lebens heißt: Ethos, Instinkt, Haltung; sich so bewegen und halten, so kämpfen. Das ist der Ursinn der Sitte.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Nur das Lebendige hält Gabe der Göttlichen fest.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Weissagungen des Bakis, ca. 1885

Dein Zeit und Tag leg du wohl an; Weil niemand sie wieder bringen kann.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Die Abkunft. Rühme dich nicht des Stammes, von dessen Natur Du nicht mehr bist; was von dem glänzenden Feuer stammet, wird Asche genannt.

Herder, Blumen aus morgenländischen Dichtern gesammlet (in: Zerstreute Blätter, 4. Sammlung), 1792. Erstes Buch

Und senkt einst die Göttin die Waage, zerreißt sie, was mild sie gewebt, – ich schließe die Augen und sage: Ich habe geliebt und gelebt!

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Aus: Ich lieb ein pulsierendes Leben

Für ewig aus dunkler Tiefe Sprudelt der Lebensquell.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909. Aus: Immerhin

Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend Schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen, Und in die Weite der Welt geht nichts – das glaubt mir – verloren; Wechsel und Tausch ist nur in der Form. Entstehen und Werden Heißt nur anders als sonst anfangen zu sein, und Vergehen Nichts mehr sein wie zuvor. Sei hierhin jenes versetzet, Dieses vielleicht dorthin: im Ganzen ist alles beständig.

Ovid, Metamorphosen, entstanden um 1 oder 3 bis 8 n. Chr. Fünfzehntes Buch, Pythagoras. Aus dem Lateinischen von Johann Heinrich Voß. Originaltext der Übersetzung

Der rechte Gebrauch des Lebens Wer hemmt den Flug der Stunden? Sie rauschen hin Wie Pfeile Gottes! Jeder Sekundenschlag Reißt uns dem Sterbebette näher, Näher dem eisernen Todesschlafe! Dir blüht kein Frühling, wenn du gestorben bist; Dir weht kein Schatten, tönet kein Becherklang; Dir lacht kein süßes Mädchenlächeln, Strömet kein Scherz von des Freundes Lippe! Noch rauscht der schwarze Flügel des Todes nicht! Drum hasch die Freuden, eh sie der Sturm verweht, Die Gott, wie Sonnenschein und Regen, Aus der vergeudenden Urne schüttet! Ein froher Abend, welchen der heitre Scherz Der Freundschaft flügelt, oder das Deckelglas; Ein Kuß auf deines Mädchens Wangen, Oder auf ihren gehobnen Busen; Ein Gang im Grünen, wann du, o Nachtigall, Dein süßes Maylied durch die Gesträuche tönst, Wägt jeden Kranz des Nachruhms nieder, Den sich der Held und der Weise wanden! Der Kuß, den mir die blühende Tochter giebt, Ist süßer, als die Küße der Enkelin, Die sie dem kalten Hügel opfert, Wo ich den eisernen Schlummer schlafe.

Hölty, L., Gedichte. Entstanden 1775

Lang ist gang in gleicher spur: Was ihr denkt und lernt und schafft... Doch des götter-rings verhaft Dauert Einen sommer nur!

George, S., Gedichte. Erstdruck 1951 (posthum). Originaltext

Mächtig, selbst wenn eure Sehnen ruhten, Reißt das Leben euch in seine Fluten, Euch die Zeit in ihren Wirbeltanz.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, 1795 (unter dem Titel »Das Reich der Schatten«, später auch unter dem Titel »Das Reich der Formen«)

Daß außer ihren Gegenständen aus einer fernen Vergangenheit auch noch eine Gegenwart um ihn herum vorhanden sei, kam ihm nur äußerst schattenhaft zur Empfindung; für sein Gefühl waren Marmor und Bronze nicht tote Mineralien, vielmehr das einzig wirklich Lebendige, den Zweck und Wert des Menschenlebens zum Ausdruck Bringende.

Jensen, Gradiva. Ein pompejanisches Phantasiestück, 1903

An der Forderung, daß das Große ewig sein soll, entzündet sich der furchtbare Kampf der Kultur; denn alles andere, was noch lebt, ruft nein!

Nietzsche, Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern, 1872. Über das Pathos der Wahrheit. Originaltext

Dämmerungen Wir leben in den zweien Dämmerungen, Die vor den Tag und vor die Nacht gewebt sind, Und unsre Gnaden sind daraus entsprungen Wie Sterne, die aus unserer Hand geschwebt sind. Auf Erden, die aus unsren Händen schweben, Füllt sich der Nil, der von uns nur gedacht ist. Die Mumienländer wird er dennoch grün beweben Bis an den Memnon, der auf unserer Morgenwacht ist.

Loerke, O., Gedichte. Erstmals ersch. in Fischers "Neuer Rundschau", Februar 1910

Die besten Richter sind Achtung, Befangenheit und Furcht.

Plinius der Jüngere, Briefe (Epistulae). Buch VII, Brief 17: C. Plinius Celeri Suo S. Übers. Internet Originaltext: Optime autem reverentia, pudor, metus iudicant