Leben Sprüche – tiefgründig

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Denn wer den Ernst gekostet hat, dem wird der Spaß, zumal von der langweiligen Art, nicht mehr munden.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Vorrede zur zweiten Auflage

Das Leben ist eine in siebenfaches Goldpapier eingewickelte Bittermandel.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Ein Haus mit tausend Zimmer Ein Haus mit tausend Zimmer Ist dieses Erdenhaus, Kaum hat man's halb besehen, So muß man schon hinaus; Der Kastellan, er tut sich verneigen: Er müsse die Räume noch anderen zeigen.

Kohlhauer, Gott! Gedichte, 1922

Immer in einer Sphäre und dennoch immer neu zu bleiben, ist nur das Vorrecht eines sehr großen Genies.

Lessing, G. E., Rezensionen. Geschichte d. Fräul. Elisab. Thoughtleß, 1754

Nicht auf dem Boden deiner Erde wandelst du, armer Mensch, sondern auf einem Dach deines Hauses, das durch viel Überschwemmungen erst zu dem werden konnte, was es dir jetzt ist.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Zweites Buch. I. Unser Erdball ist eine große Werkstätte zur Organisation sehr verschiedenartiger Wesen

Der kleine Affenpinscher kläfft jeden an, auch wenn ihm keiner was tut – der große Bernhardiner bellt nur, wenn er gereizt wird. So ist die geistige Überhebung der Dummen stets in der Offensive, während die geistige Überlegenheit der Klugen nur in der Defensive zutage tritt.

Sacks, Kabarett des Lebens, o.J. [1925]

Man kann in verschiedenen Welten leben … aber nur einer gehören.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Man muß begreifen, daß man manchmal Taube und manchmal Denkmal ist.

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Scheinleben ist häufiger als scheintot.

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Oft fühl ich in scheuen Schauern, wie tief ich im Leben bin. Die Worte sind nur die Mauern. Dahinter in immer blauern Bergen schimmert ihr Sinn. Ich weiß von keinem die Marken, aber ich lausch in sein Land. Hör an den Hängen die Harken und das Baden der Barken und die Stille am Strand.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Mir zur Feier (1909)

Ist es möglich, daß man glaubte, nachholen zu müssen, was sich ereignet hat, ehe man geboren war? Ist es möglich, daß man jeden erinnern müßte, er sei ja aus allen Früheren entstanden, wüßte es also und sollte sich nichts einreden lassen von den anderen, die anderes wüßten?

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Gut gelebt hat, wer von Anfang bis Ende verborgen geblieben.

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Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!

Neues Testament. Das Evangelium nach Matthäus (#Mt 7,14)

So sind wir nun: kriechen heraus, hantieren hier oben eine Zeitlang scheinbar selbständig hin und her und legen uns dann ganz still wieder unter die Kruste.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Die ganze Welt war wie eine Auster für mich, aber ich benutzte die falsche Gabel.

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Rätsel Bald ist's von dieser, bald von jener Sorte: dort gilt's der Silbe, hier gilt es dem Worte. Leicht läßt es dich in alle Ferne schweifen, wiewohl grad nur das Nächste zu ergreifen. Bescheiden steht's und wartet in der Ecke, bis du den Sinn holst aus dem Wortverstecke. Wenn endlich dir die Lösung glücken soll, sei zu bedenken dieses dir gegeben: gelöst wär' nur dies eine eben, jedoch fast jedes Ding im Leben, es bleibt dir leider dessen voll. Ja mehr als das – ich wag es auszusprechen und will dich warnen, ehe es zu spät –, dies eine selbst, es lohnt kein Kopfzerbrechen: denn Rätsel bleibt es, wenn man's auch errät.

Kraus, Worte in Versen I-IX, 1922-1930. IX.

Während ich aufmerksamer hierüber nachdenke, wird mir ganz klar, daß ich nie durch sichere Merkmale den Schlaf vom Wachen unterscheiden kann [...].

Descartes, Meditationen über die Grundlagen der Philosophie (Meditationes de Prima Philosophia), 1641

Das Leben schwer nehmen ist leicht, das Leben leicht nehmen ist schwer!

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Wahrhaftig, das Dreidimensionale kann noch nicht das Letzte sein. Es wäre ein zu grober Abschluß für ein so feines Kunstwerk wie die Welt.

Bauer, Christian Morgensterns Leben und Werk, 1933 (Vollendet von Margareta Morgenstern und Rudolf Meyer. Mit Beiträgen von Friedrich Kayssler und anderen)

Wir leben zugleich in einer doppelten Atmosphäre, in einer sinnlichen und in einer übersinnlichen.

Herwegh, Gedichte und kritische Aufsätze aus den Jahren 1839 und 1840, 1845. Literatur und Volk