Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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... weihe dem Mann eine Träne, der für die Liebe geschaffen; niemand erwidert ihm das Bedürfnis seines Herzens und er ist zum Leiden geschaffen.

Pestalozzi, Ein Schweizer-Blatt (Wochenschrift), 1782. Nr. 42, Epistel über die Freundschaft an Phryne, 17. Oktober 1782

Die Geständnisse leidenschaftlicher Liebe werden nur unter Schülern, die in die Liebe verliebt sind, gut aufgenommen und unter Backfischen, die von Neugier und brachliegender Zärtlichkeit verzehrt werden, die vielleicht auch schon vom Instinkt geleitet sind, der ihnen sagt, hier gehe es um das Hauptanliegen des Lebens und sie könnten sich nicht früh genug damit befassen.

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Damit sie kommen Eine Kerze genügt. Ihr Licht, das matte, fügt sich besser, schmeichelt mehr, wenn sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe. Eine Kerze genügt. Das Zimmer sei heut' abend ohne helles Licht. Tief in Träumerei versunken, voll Empfänglichkeit und bei schwachem Licht – so in Träumerei versunken gebe ich mich Gaukelbildern hin, damit sie kommen, die Schatten, die Schatten der Liebe

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Sonntag Wie lieb' ich es, an Sonntagnachmittagen Allein zu sitzen im vertrauten Zimmer; Durchs Fenster bricht der Sonne heller Schimmer, Das Buch vergoldend, das ich aufgeschlagen. Die Straßen; es rollen keine Wagen; Des Marktes Lärm verstummt, als wär's auf immer, Und all des Sonntagsstaates bunter Flimmer, Er ward hinaus in Wald Flur getragen. Verlassen fühlt sich, wer zurückgeblieben, Und manches schöne Auge blickt verdrossen, Und manche Wünsche unerfüllt zerstieben. Es ruht das Leben, wie in sich zerflossen; Doch still erfüllt sich auch geheimes Lieben, Und einsam wird des Geistes Glück genossen.

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In hundert Gestalten Mancherlei Gestalt hat meine Liebe, hundertfach verwandeln kann sie sich. Wie die Flut – als wärst du eine Insel brandet meine Leidenschaft um dich. So, als wärst du eine Kathedrale, die ehrwürdig ragt zum Himmel auf, rankt sie demütig zum andern Male wie der Efeu sich an dir hinauf. Manchmal springt sie, wie ein Straßenräuber einen Reichen überfällt, dich an, manchmal tritt sie zag und unterwürfig, einem Bettler gleich, an dich heran. Bald bestürmt sie dich wie ein Gewitter der Karpaten Firn, mit Donnerhall, bald besingt sie dich, so wie der Rose süße Lieder singt die Nachtigall. Also wandelt stets sich meine Liebe wie das Leben, und sie endet nie. Strömt sie wie ein stiller Strom oft sanfter, glaub mir, um so tiefer nur ist sie.

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Der Liebe ist jede kleine Schwäche und Eigentümlichkeit lieb. Der Liebe ist jedes Opfer willkommen, da es garnicht als solches empfunden wird. Da, wo die Geduld anfängt, ist schon alles verfehlt, und das Leben eine traurige Komödie.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Geduld

Ich komme zu dir in der Nacht Ich komme zu dir in der Nacht, Und auf die Stirn gar lind und sacht Leg ich der Liebe treue Hand, Daß sie die bösen Schmerzen bannt. Ich neige mich auf dein Lager nieder Und streichle deine zarten Glieder. Den brennend sehnsuchtskranken Mund Küß' ich mit einem Kuß gesund. Mein Lieb, hörst du mich denn nicht kommen? Ich gleite durch die weite Nacht, Hab' meinen Flug zu dir genommen, Ich weiß, auch deine Seele wacht. Sie sucht des Freundes Bild im Schatten Und will vor Harren fast ermatten, Denn lange, lange währt die Frist, Bis ihr der Freund beschieden ist. – Fühlst du mich nicht? O laßt euch rühren, Geheime Geister der Natur! Laßt Blick und Hand und Hauch sie spüren, Als sei ein Traum die Trennung nur!

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Ohne die Liebe ist jedes Opfer Last, jede Musik nur Geräusch, und jeder Tanz macht Mühe.

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Hätt ich geahnt, als ich zuerst Dich schaute daß mich die warme Sonne Deiner Blicke verjüngen würde und mit dem Geschicke feuriger Glut im Alter noch betraute. Ich wäre, wie der Hirsch, der Luchs, der Panther entflohen jeder schnöden Schicksalstücke und wäre hingeeilt zu meinem Glücke. Längst wären wir begegnet dann einander! Doch warum gräm ich mich, wo ich nun finde in Deinen Engelsaugen meinen Frieden, all meine Ruhe und mein ganzes Heil? Vielleicht wär damals mir dies Angebinde noch nicht geworden, das mir nun beschieden, seit Deiner Tugend Fittich ward mein Teil.

Michelangelo, Sonette. An Tommaso Cavalieri, 1532

Omnia sol temperat Alles macht die Sonne mild, sie, die Reine, Zarte. Neues schließt das Angesicht des Aprils der Welt auf. Wiederum zu Amor hin drängt die Brust des Mannes. Über alles Liebliche herrscht der Gott, der Knabe. Solche Allerneuerung in dem feierlichen Frühling, und des Frühlings Machtgebot will, daß wir uns freuen. Altvertraute Wege weist er, auch in deinem Frühling fordert Treu und rechten Sinn: Halt ihn fest, der Dein ist! Liebe mich mit treuem Sinn! Sieh auf meine Treue, die von ganzem Herzen kommt und von ganzem Sinne. Gegenwärtig bin ich dir auch in weiter Ferne. Wer auf solche Weise liebt, ist aufs Rad geflochten.

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Wieviele emanzipierte Frauen sind mutig genug zuzugeben, daß in ihnen die Stimme der Liebe ruft, ganz heftig in ihrer Brust klopft und drängt, um gehört und befriedigt zu werden?

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Mein erster Traum in dieser Welt war Liebe, Mein erst Erwachen war der Schmerz.

François, Gedichte einer früh Verklärten in chronologischer Folge. Eine Erinnerungsgabe, 1844 (posthum)

Ein Wort – ein Zunder Im Briefe Dein Das Wörtchen klein: "Ich liebe Dich!" Wie fesselt's mich! Daß ich darauf muß immer sehn, Bis mir die Augen übergehn! Das Wort im Brief Wie warf es tief Mir seine Glut In Seel' und Blut! Vielleicht geschrieben ohne Acht, Was hat dies Wort in mir entfacht!

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Verbotene Liebe Der Mond ist aufgegangen, Mein Schatz, komm her zu mir, Ich hatte groß Verlangen Den ganzen Tag nach dir. Die Welt darf ja nicht wissen Um die verbot'ne Lieb' – Sich selten nur zu küssen, Das macht das Leben trüb.

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Das Verlangen entspringt ebensooft aus der Schwierigkeit wie aus der Leichtigkeit des Sieges. Alle menschlichen Leidenschaftenentstehen oderbestehen durch eine dieser beiden Tatsachen, die sich ins Reich der Liebe teilen.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35

Mein Herz und ich Deckt noch der Schlaf dein Auge zu, Mein Liebster? O, um süßer dich zu denken, Laß ich die Trunkenmacherin, die Ruh, Aus ihrem Kelch mich minder tränken. Du wachst vielleicht, durch Glockenschlag Aus sanfter Ruh, aus süßem Schlaf gestöret, Ich wache, weil mein Herze Nacht und Tag In sich laut deinen Namen höret.

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Wenn du jemanden liebst, dann mach ihn nicht verrückt.

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Liebe ist alogisch, und wir kämpfen gegen sie an, aber sie ist stärker als unsere Logik, und das ist ihr Zauber.

Keyserling, Seine Liebeserfahrung. Erzählung, 1906. 16. August 1900

Ein Sehnen. Sprödes, knospenscheues Mädchen, Könnt’ ich einmal noch dich küssen Scheu wie einst, da du errötet, Hab’ auch selbst erröten müssen! Die gesenkte braune Wimper Hielt den süssen Groll zusammen, Hielt die zage Glut verborgen, Deines Busens erste Flammen. Könnt’ ich einmal noch beklommen, Reinen Herzens so dich schauen, Da ich reuevoll und bangend Hing an deinen Augenbrauen! Was ich gierig je genossen, Trüben Lebens wilde Lüste, Gäb’ ich hin für jenes Zagen, Da ich scheu zuerst dich küsste.

Hartleben, O. E., Gedichte. In: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl aus vergangenen Jahrhunderten und aus unseren Tagen, gesammelt von Maximilian Bern. Verlag von Otto Elsner, Berlin 1904

Dich ahnte meine Seele… Dich ahnte meine Seele lange, Bevor mein Auge dich gesehn, Und selig-süße Schauer bange Fühlt' ich durch all mein Wesen gehn. …Ich sog von unbekannten Blüten Den Duft, der mir entgegenquoll, Und nie erblickte Sterne glühten Zu Häupten mir geheimnisvoll. Doch immer sah ich deinen Schatten Nur trübe wie durch Nebelflor Dein Antlitz schien daraus in matten, Gebrochnen Zügen nur hervor. Und als der Schleier nun gesunken, Der dich vor mir verhüllt – vergib, Wenn lang ich sprachlos und wie trunken, Betäubt von all dem Glücke blieb!

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Was die Freundschaft von der Liebe scheidet, ist der Egoismus, ohne welchen die letztere zu leben aufhört.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913