Liebe Sprüche

Sprüche über Liebe, Romantik und Beziehungen

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Du bist mein Mond Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde; Du sagst, du drehest dich um mich. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich werde in meinen Nächten hell durch dich. Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde; sie sagen, du veränderst dich. Allein du änderst nur die Lichtgebärde und liebst mich unveränderlich. Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde, nur mein Erdenschatten hindert dich, die Liebesfackel stets am Sonnenherde zu zünden in der Nacht für mich.

Rückert, Gedichte. Lieder und Sprüche der Minnesänger

Ach Fräulein zart Ach Fräulein zart, du bist mein Herz und Leben, niemand nach Gott, als du, kann Hilf mir geben; warum trachtest du denn nur mich zu betrüben? Machs, wie du willst, so will ich stets dich lieben. Dein schön Gestalt hat mir mein Herz umfangen, nach dir allein hab ich all mein Verlangen; warum trachtst du denn nur mich zu betrüben? Machs, wie du willst, so will ich stets dich lieben.

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Ich habe dich so lieb Ich habe dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen Schenken. Ich habe dir nichts getan. Nun ist mir traurig zu Mut. An den Hängen der Eisenbahn Leuchtet der Ginster so gut. Vorbei – verjährt – Doch nimmer vergessen. Ich reise. Alles, was lange währt, Ist leise. Die Zeit entstellt Alle Lebewesen. Ein Hund bellt. Er kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben. Wir können nicht bleiben. Ich lache. Die Löcher sind die Hauptsache An einem Sieb. Ich habe dich so lieb.

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

An M. Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst – –. Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern Und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

Das größte Rätsel, Süßes Kind, Das ist die Liebe – Doch wir wollen es nicht lösen!

Heine, Atta Troll. Ein Sommernachtstraum, 1847. Kaput XXII

Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt, Gern wohnt sie unter Feen, Talismanen, Glaubt gern an Götter, weil sie göttlich ist.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 4. Auftritt, Max

Wenn der Mann sich immer wieder in der Frau täuscht, so liegt es daran, daß er und sie nicht ganz dieselbe Sprache sprechen. Die Worte haben für beide nicht ganz dieselbe Bedeutung und denselben Sinn, nämlich in Fragen der Liebe.

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Man würde aus der Liebe keine Gottheit machen, wenn sie nicht oft Wunder vollbrächte.

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Nichts ist besser und notwendiger als die Liebe. Ein wenig lautere Liebe ist vor Gott wertvoller, für die Kirche nützlicher als alle anderen Werke zusammen.

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Es ist mit der Liebe wie mit der Frömmigkeit. Sie kommt meist erst in späteren Jahren.

France, Die rote Lilie (Le lys rouge), 1894

Liebe, ach, du gehst vorbei Schneller als ein Sturm im Mai, Bleibst kein treuer Gast! Ach, mein Lieb ist lange fort, Und mein Kränzlein ist verdorrt An dem grünen Ast!

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Die Liebe ist blind, aber sie hat einen trefflichen Augenarzt – die Ehe.

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An die Geliebte Wenn ich von deinem Anschaun tief gestillt, mich stumm an deinem heil'gen Wert vergnüge, dann hör ich recht die leisen Atemzüge des Engels, welcher sich in dir verhüllt. Und ein erstaunt, ein fragend Lächeln quillt auf meinem Mund, ob mich kein Traum betrüge, daß nun in dir, zu ewiger Genüge, mein kühnster Wunsch, mein einz'ger sich erfüllt? Von Tiefe dann zu Tiefen stürzt mein Sinn, ich höre aus der Gottheit mächt'ger Ferne die Quellen des Geschicks melodisch rauschen. Betäubt kehr ich den Blick nach oben hin zum Himmel auf - da lächeln alle Sterne; ich kniee, ihrem Lichtgesang zu lauschen.

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Ruhe in der Geliebten So laß mich sitzen ohne Ende, So laß mich sitzen für und für! Leg deine beiden frommen Hände Auf die erhitzte Stirne mir! Auf meinen Knien, zu deinen Füßen, Da laß mich ruhn in trunkner Lust; Laß mich das Auge selig schließen In deinem Arm, an deiner Brust! Laß es mich öffnen nur dem Schimmer, Der deines wunderbar erhellt; In dem ich raste nur für immer, O du mein Leben, meine Welt! Laß es mich öffnen nur der Träne, Die brennend heiß sich ihm entringt; Die hell und lustig, eh' ich's wähne, Durch die geschloß'ne Wimper springt! So bin ich fromm, so bin ich stille, So bin ich sanft, so bin ich gut! Ich habe dich, das ist die Fülle! Ich habe dich, mein Wünschen ruht! Dein Arm ist meiner Unrast Wiege, Vom Mohn der Liebe süß umglüht; Und jeder deiner Atemzüge Haucht mir ins Herz ein Schlummerlied! Und jeder ist für mich ein Leben! Ha, so zu rasten, Tag für Tag! Zu lauschen so mit sel'gem Beben Auf unsrer Herzen Wechselschlag! In unsrer Liebe Nacht versunken, Sind wir entflohn aus Welt und Zeit: Wir ruhn und träumen, wir sind trunken In sel'ger Verschollenheit.

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Liebchen am Morgen Die Sonne fährt durchs Morgentor Goldfunkelnd über den Bergen, Und wie zwei Veilchen im frühen Mai, Zwei blaue Augen klar und frei, Die lachen auf ihren Wegen Geöffnet ihr entgegen. Glück auf, mein Liebchen ist erwacht Mit purpurroten Wangen! Ihr Fenster glitzert im Morgenstrahl Und alle Blumen in Garten und Tal Erwarten sie mit Sehnen, Die Äuglein voller Tränen. Es ist nichts Schöneres in der Welt, Als diese grüne Erde, Wenn man darauf ein Schätzlein hat, Das still und innig, früh und spat, Für einen lebt und blühet, Ein heimlich Feuerlein, glühet. Hallo, du später Jägersmann, Was reibst du deine Augen? Ich hab' die ganze Nacht geschwärmt Und mich am Mondenschein gewärmt Und steige frisch und munter Vom hohen Berg herunter. Mein Mädchen durch den Garten geht Und singt halblaute Weisen; Mich dünkt, ich kenne der Lieder Ton, Was gilt's, ich habe sie alle schon Heut nacht dort oben gesungen! Sie sind herüber geklungen.

Keller, G., Gedichte

Das Heiligste Wenn zwei sich in einander still versenken, Nicht durch ein schnödes Feuer aufgewiegelt, Nein, keusch in Liebe, die die Unschuld spiegelt, Und schamhaft zitternd, während sie sich tränken; Dann müssen beide Welten sich verschränken, Dann wird die Tiefe der Natur entriegelt, Und aus dem Schöpfungsborn, im Ich entsiegelt, Springt eine Welle, die die Sterne lenken. Was in dem Geist des Mannes, ungestaltet, Und in der Brust des Weibes, kaum empfunden Als Schönstes dämmerte, das muß sich mischen; Gott aber tut, die eben sich entfaltet, Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden Hinzu, die unverkörperten und frischen.

Hebbel, F., Gedichte

Neue Liebe O Blitz, der aus dem Tiefsten springt Und mir durch jede Faser zuckt, Der mich mit neuer Glut durchdringt, Die sonst mein Inn'res still verschluckt; Ich grüße dich viel tausend Mal Und frag' nicht: bringst du mir Genuß? Denn du befrei'st mich von der Qual, Daß ich mich selber lieben muß.

Hebbel, F., Gedichte

Frage und Antwort Fragst du mich, woher die bange Liebe mir zum Herzen kam, und warum ich ihr nicht lange schon den bittren Stachel nahm? Sprich, warum mit Geisterschnelle wohl der Wind die Flügel rührt, und woher die süße Quelle die verborgnen Wasser führt? Banne du auf seine Fährte mir den Wind in vollem Lauf! Halte mit der Zaubergerte du die süßen Quellen auf!

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Ach wär' mein Lieb ein Brünnlein kalt Und spräng' aus einem Stein, Und wär' ich dann der grüne Wald, So tränk ichs in mich ein, Und wollt es nimmer lassen, Wollts ganz und gar umfassen, So gestern und heut und alle Zeit Bis in die ewige Seligkeit.

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O Liebe, kehre meinem Herzen, Das so verwaist zu brechen droht! Kehr' ihm mit allen deinen Schmerzen, All deiner Qual, all deiner Not! Nach deinen heißen Tränengüssen Sehnt mein zu trocknes Auge sich. Denn besser ist's, die Ruhe missen, Als Ruhe fühlen ohne dich.

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In der liebenden Seele gibt es eine Skizze der Liebe, die das Bild des Geliebten so komplett und lebendig wiedergibt, daß man – wenn die Vereinigung in Liebe vollzogen ist – wirklich sagen kann: Der Geliebte lebt im Liebenden und der Liebende im Geliebten. Solch ein Ähnlichwerden bewirkt die Liebe durch die Überformung der Liebenden, daß der eine der andere ist und daß beide eins sind.

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