Liebe Sprüche – leben

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Der eigentliche Mensch ist das Herz, das Innere am Menschen, in diesem bricht sich alles Äußere. Das Leben ist das Farbenspiel, was dadurch im brechenden Medium entsteht. – Der Mensch soll keine Farbe einzeln nehmen; alle in der Vereinigung nur geben das vollendete Bild Gottes in ihm, welches erscheint in der Liebe, welche nichts ist, als die Freude, die sie an und über sich selbst hat.

Ritter, Fragmente aus dem Nachlaß eines jungen Physikers, 1810

Wenn uns auf Erden etwas mit Zins und Zinseszins zurückgezahlt wird, so ist es unsere Menschenliebe. Ungeliebt durchs Leben gehen ist mehr als Mißgeschick, es ist Schuld.

Ebner-Eschenbach, Unsühnbar. Erzählung, 1890. 5. Kapitel

Auf tausend Irrwegen sucht der Glaube die Spur zum Himmel. – Auf Einem Pfade führt die Liebe alle Völker zusammen!

Kotzebue, Die Kreuzfahrer. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, 1802. 3. Akt, 5. Szene. Balduin

Schwalbenwitz Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Himmel und Erde sind sich gleich. Spricht der Himmel: Werde! Da grünt und blüht die Erde! Spricht die Erde: Sterbe! Da wird der Himmel ein lachender Erbe. Sterne sah ich blinken und sinken, Den Mond in der Sonne ertrinken, Die Sonne stieg in die Meere, Ohne daß sich ein Fünklein verlöre. Feuer und Wasser hassen sich, Erde und Wasser umfassen sich, Luft und Feuer entzünden sich, Erde und Feuer ersticken sich, Erde und Luft umkühlen sich, Luft und Wasser umspielen sich, Aber alles ist Liebe, Liebe, Liebe Und wenn sich alles empörte, verzehrte, verschlänge, Daß gar nichts bliebe, bliebe doch Liebe Die Hülle, die Fülle, die Menge.

Brentano, C., Gedichte

Lieben ist bei vielen Menschen nur eine kurze Episode ihres Lebens, eine Handlung, wie jede andere auch. Doch Menschen gibt's, deren Lieben ist ihres Lebens Erfüllung.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Es ist eine traurige Erkenntnis, die einem oft wird, daß man trotz viel und aller Liebe doch nicht das tut, was diese möchte und erstrebt, weil es häßliche, echt menschliche Widersprüche im Herzen gibt.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Ach, die Liebe gibt uns Leben Und das Leben gibt uns Leid, Aber Leid und Liebe geben Uns des Himmels Seligkeit!

Oettinger, Blutende Lieder, 1854. Aus: 77. Lied

Unabsehlich ist das Meer der Triebe Zarter Neigung, zweifelhaft der Glanz, Der des Lebens Bahn erhellt; nur Gott kennt ganz Den Magnet der Liebe.

Bieling (Hg.), Auswahl des Besten, was vorzügliche Denker und Dichter über die höchsten Angelegenheiten des Menschen ausgesprochen haben, 1819

Wenn wir uns schon nicht den Leiden der Liebe entziehen können, so können wir doch verhindern, dass wir ihr Spielzeug werden.

Rolland, Ein Spiel von Tod und Liebe (Le jeu de l'amour et de la mort), 1924

Ach ja, es ist nur allzu wahr, Was nützt dir mein Lieben und Leben, Und würd' ich aus den Adern Mein rothes Blut dir geben. Blut ist Blut und bleibt es, Und wird ja nie zu Geld, Und Geld gehört zum Leben: Das ist der Lauf der Welt. Mein Leben nützt dir nichts; Bezahlte man mich für's Sterben, Ich stürbe ja gerne morgen Um Alles dir zu vererben.

Christen, A., Gedichte. Lieder einer Verlorenen, 1868. Originaltext

Wem nicht die Natur, die heil'ge, Die geheimnißvolle Mutter, Gab das Leben durch die Liebe, Gab das Leben in der Liebe, Dem verweigert auch den Tod sie, Und den schönsten Tod vor Allem, Das Ersterben in der Liebe – Und kein Grab der sel'gen Ruhe, Keine Stätte ew'gen Friedens Hat für ihn das weite Weltall.

Hamerling, Homunculus. Modernes Epos in 10 Gesängen, 1888. Aus: 10. Gesang. Ende ohne Ende. Originaltext

Sich im Leben allein zu langweilen, ist schlimm! Zu Zweien – das ist noch schlimmer!

Verne, Die Leiden eines Chinesen in China (Les tribulations d’un chinois en Chine), 1879. 1. Capitel

Vorklage Wie nimmt ein leidenschaftlich Stammeln Geschrieben sich so seltsam aus! Nun soll ich gar von Haus zu Haus Die losen Blätter alle sammeln. Was eine lange, weite Strecke Im Leben voneinander stand, Das kommt nun untereinerDecke Dem guten Leser in die Hand. Doch schäme dich nicht der Gebrechen, Vollende schnell das kleine Buch; Die Welt ist voller Widerspruch, Und sollte sich's nicht widersprechen?

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Keine falschere Behauptung als die, jeder Mensch müsse im Leben wenigstens einmal lieben. Im Gegenteil, die wahre, die furchtbare Liebe gehört zu den größten Seltenheiten, und ihre Helden sind an den Fingern herzuzählen wie überhaupt alle Helden.

Ebner-Eschenbach, Nach dem Tode, 1881

[Er] sann darüber nach, wie die Bilanz des Lebens für jeden Liebenden eine unerhört hohe Schuldsumme aufwies. Durch keine Kapitalerhöhung, durch keine Versicherung war man imstande, dieser lebenslänglichen Verschuldung zu entrinnen. Liebe stieß den Menschen in die Welt; Liebe füllte sein ganzes Leben aus, stürzte ihn in Glück und Unglück; und sobald er starb, wurde er […] von der Liebe begraben und vergessen.

Galsworthy, Das Ende vom Lied (End of the Chapter), Die Cherrell Chronik, dritter und abschließender Teil der Trilogie "Forsythe Saga" 1931-1933, Deutsche Hausbücherei 1933. Ein Mädchen wartet (A Maid in Waiting), 1931

Imaginärer Lebenslauf Erst eine Kindheit, grenzenlos und ohne Verzicht und Ziel. O unbewußte Lust. Auf einmal Schrecken, Schranken, Schule, Frohne und Absturz in Versuchung und Verlust. Trotz. Der Gebogene wird selber Bieger und rächt sich an anderen, daß er erlag. Geliebt, gefürchtet, Retter, Ringer, Sieger und Überwinder, Schlag auf Schlag. Und dann allein im Weiten, Leichten, Kalten. Doch tief in der errichteten Gestalt ein Atemholen nach dem Ersten, Alten … Da stürzte Gott aus seinem Hinterhalt.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Gedichte 1906 bis 1926. Vollendetes

Versuch es Stell Dich mitten in den Regen, glaube an den Tropfensegen, spinn Dich in dies Rauschen ein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in den Wind, glaub an ihn und sei ein Kind – laß den Sturm in Dich hinein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in das Feuer – liebe dieses Ungeheuer in des Herzens rotem Wein und versuche, gut zu sein!

Borchert-Gesamtausgabe, hg. vom Rowohlt Verlag und der Hamburgischen Bücherei, 1949

Im gemeinen Leben heißt oft die Epilepsie das böse Wesen. Was wäre das gute Wesen? Jemand glaubt, man könne den epileptischen Zuckungen im Paroxysmus der gekrönten Liebe diesen Namen geben.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799

In der Anstrengung liegt das Handeln begründet, in der Liebe die Vollendung.

Hugo von Sankt Viktor, Didascalicon de Studio Legendi, um 1127. Liber Tertius. Übers. Internet. Originaltext: In labore est, ut agas, in amore, ut perficias.

Die wahre Liebe ist über den Dornenweg, durch die Wahrheitsstraße gegangen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Wenn man das Harte zu lieben versucht, fängt es an, schön zu werden.

Seemann, Funken, 1940