Liebe Sprüche – leben

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Die Liebe selbst ist niemals ein Mißverständnis, nur stößt oder verwundet sie sich leicht an den Mißverständnissen des Lebens und der Wirklichkeit.

Tieck, Der Hexensabbat. Novelle, 1831

Offenbar kommt jeder von uns als Lehrer des anderen auf die Welt, um den Wirrwarr des Lebens möglichst zu komplizieren.

Gorki, Sofja Andrejewna Tolstaja, 1924

Das Leben ist ganz anders.

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Sie wird mir einst begegnen, irgendwann, Wie einem auf verdrossnen Wanderungen Ein Lied einfällt, daß er als Kind gesungen; Seither sind viele tot, und er ist Mann. Und ist davon beglückt, daß er's noch kann; Denn während er zur Klarheit sich gerungen, Ist manche Saite in ihm abgesprungen… Sie wird mir einst begegnen – irgendwann Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin? Und wird nicht in mich drängen: Weile, raste! Einer wie ich ist immer nur zu Gaste – Und größer wird sie sein durch Demutsinn Als jene, die wie Krämer Liebe geben: Nur Zug um Zug und Leben gegen Leben.

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Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!

Wehl, F., Gedichte. Aus: Die Liebenden

Selig, wer eines im Leben erfährt, Daß sich die Liebe im Leiden bewährt.

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Leid der Liebe Das Leid ist unsrer Liebe Erdenpflicht, Die Wonne aber ihre Himmelfahrt. Kennst du dies Golgatha und Ostern nicht? Hat Gott je deiner Liebe Leid erspart? Wenn ja – dann sahst du nie ihr Gottgesicht, Erlebtest nie die tiefe Seligkeit. Das alte Wort ist wahr: "Durch Nacht zum Licht!" Die Liebe leidet und liebt selbst ihr Leid.

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Bald kann man den Traum vom Leben nicht unterscheiden. Wäre nicht noch das Losungswort: Liebe und Anhänglichkeit.

Goethe, J. W., Briefe. An Christian Gottlob Voigt, Ende März oder Anfang April 1815

Lebensmotto Fromme Seelen, fromme Herzen, Himmelssehnend, lebenssatt; Euch ist rings ein Thal der Schmerzen, Eine finst're Schädelstatt! Mag in schreckenden Gesichten Bang vor mir das Schicksal steh'n; Nie soll mich der Schmerz vernichten, Nie zerknirscht und reuig seh'n! Freiem Leben, freiem Lieben, Bin ich immer treu geblieben! Leben – Meer, das endlos rauschend Mich auf weiten Fluten trägt: Deinen Tiefen freudig lauschend Steh' ich sinnend, stummbewegt. Stürzt Gewittersturm, der wilde, Jauchzend sich in's Meer hinein, Schau' ich in dem Flammenbilde Meines Lebens Wiederschein. Freiem Leben, freiem Lieben, Bin ich immer treu geblieben! Liebe – von der Welt geächtet, Von dem blinden Wahn verkannt, Oft gemartert, oft geknechtet, Ohne Recht und Vaterland; Fester Bund von stolzen Seelen Den des Lebens Glut gebar, Freier Herzen freies Wählen Vor der Schöpfung Hochaltar! Freiem Leben, freiem Lieben, Bin ich immer treu geblieben! Und so lang' die Pulse beben, Bis zum letzten Athemzug, Weih' der Liebe ich dies Leben, Ihrem Segen, ihrem Fluch! Schöne Welt, du blühend Eden, Deiner Freuden reicher Schatz Giebt für alle Schicksals Fehden Vollen, köstlichen Ersatz! Freiem Lieben, freiem Leben, Hab' ich ewig mich ergeben!

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Es ist mit der Liebe wie mit dem Leben: immer muss man auf das Ende gefasst sein.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Ohne die Liebe ist jedes Opfer Last, jede Musik nur Geräusch, und jeder Tanz macht Mühe.

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Mein erster Traum in dieser Welt war Liebe, Mein erst Erwachen war der Schmerz.

François, Gedichte einer früh Verklärten in chronologischer Folge. Eine Erinnerungsgabe, 1844 (posthum)

Das Verlangen entspringt ebensooft aus der Schwierigkeit wie aus der Leichtigkeit des Sieges. Alle menschlichen Leidenschaftenentstehen oderbestehen durch eine dieser beiden Tatsachen, die sich ins Reich der Liebe teilen.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35

Wer liebt, riskiert zu leiden. Wer nicht liebt, leidet schon.

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Weh! wer auf des Lebens Meer wird umgetrieben Ohne Steuer, ohne Compaß: ohne Lieben!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Viele Wünsche, viele Enttäuschungen.

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Zu lieben mag wohl eine Lust sein, aber ein Vergnügen ist es nie: genauso wie das Leben.

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Es ist immer nur die Liebe, von der die Dinge des Lebens existieren können.

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Ein liebeleeres Menschenleben Ist wie ein Quell, versiegt im Sand, Weil er den Weg zum Meer nicht fand, Wohin die Quellen alle streben.

Bodenstedt, Die Lieder des Mirza-Schaffy, 1851. Tiflis, 12.

Über den Wassern ein Schaumgeflimmer – nächtens leuchtender Sternenschimmer – hoch die Venus funkelt von fern –, ewiger Morgen- und Abendstern. Hat sie tröstend geweiht den Tag, schützend hämmernder Pulse Schlag, und ist erfüllt ihr Liebeslauf, strahlt neu als Stern der Nächte sie auf. Liebe – sie dämmt das Leben ein, endlos im Kreislauf von Lust und Pein –, Liebe, sie bringt um Sinn und Verstand den, der aus ihrem Licht verbannt! Nächtens leuchtender Sternenschimmer, über den Wassern ein Schaumgeflimmer.

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O harte Sterne! Nie versöhnte, rauhe Welt! Kaum rastet einmal seelig in der Liebe Zelt Das müde Herz, von sehnlicher Begier geschwellt, – Da, horch, der Karawanenglocke Stimme gellt, Und wieder in das weite, wüste, wilde Feld Des Lebens ist die heißbethränte Fahrt gestellt.

Daumer, Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte, nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern, 1846. Originaltext