Liebe Sprüche – leben
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Was willst du Liebe denn – – »Was willst du Liebe denn, wenn du ein Mensch? –« Ja, höhnt nur, höhnt! Kein Hohn versöhnt mit dem Unheilbaren: daß wir »Unteilbaren« im Ernst un-teilbar sind bis in den Tod.
Einen Menschen lieben heißt, ihn so sehen, wie Gott ihn gemeint hat.
Alles bezwingt die Liebe, und kämpft doch ohne Mord und Blut.
Wie unter den tausend Blättern eine Baumes nicht zwei einander vollkommen gleichen, so bringt jedes Menschenleben neue Erscheinungen in der Liebe zur Entfaltung.
Weh! Weh! wie ist die Liebe für die Welt ein Fluch! – Ein Fluch und Segen, mein' ich, wie der Himmel will.
Ich kann die Rätsel alle dir der Schöpfung sagen: denn aller Rätsel Lösungswort ist mein, die Liebe.
Ich wurde nicht geboren um zu hassen, sondern um zu lieben.
Liebe ist zwar nur ein zweisilbiges Wort, an dem man aber das ganze Leben zu buchstabieren hat.
Der Verstand ist machtlos angesichts der Liebe. Liebe allein ist fähig, die Wahrheit der Liebe zu enthüllen und Liebende zu sein. Der Weg unserer Propheten ist ein Weg der Wahrheit. Wollt Ihr leben, so sterbt in Liebe. Sterbt in Liebe, wenn Ihr am Leben bleiben wollt.
Daß man im Leben nur ein einziges Mal lieben könne, ist eine der vielen großen Unverschämtheiten, welche die Liebe gedankenlos dahinschwatzt.
Alle Weisheit meines Lebens Hat das Eine mich gelehrt, Lieb' ist sterblich! Ganz vergebens Hoffst du, daß die Liebe währt! Bist du treu, sie lachen deiner, Ändern wie die Moden sich, Änderst du dich, keift gemeiner Eifersücht'ger Neid um dich. Drum vermeide Hymens Falle, Hoffe nie, ein Weib sei dein! Aber lieb' und täusche alle, Um nicht selbst getäuscht zu sein.
Die Liebenden quälen sich wechselseitig am meisten... und keiner wohl bereitet sich das Gift des Todes oft willenlos geflissentlicher als die, ... die sich das Leben sind!
Was Lieb' ist? Not, aus der nicht zu entkommen, Der ungastlichste Gast für jedes Herz, Ein kaltes Feuer, schmerzensreiche Wonne, Ein süßer Wermut, wonnenreicher Schmerz, Die liebste Wunde, Gift voll Wohlgeschmackes, Klage, die lacht, und Lachen, welches klagt, Gesunde Krankheit, Scherge, der begnadet, Das schönste Grab, und Tod, wo Leben tagt.
Wahre Freude, wahres Leid Nein, es sind nicht Berg und Thäler, Die uns Fried' und Freude geben, Freude geben nur die Menschen, Die mit uns auf Erden leben. Nein, es sind nicht Frost und Hitze, Die uns Noth und Schmerzen geben, Schmerzen geben nur die Menschen, Die mit uns auf Erden leben. Und es giebt auch solche Menschen, Die uns freuen und betrüben; Das sind die allerschlimmsten, Die wir lieben, die wir lieben.
Spiel des Lebens Kinder, große Kinder bleiben Wir im Leben, und wir treiben Ewig ein Versteckenspielen, Wie in alter Jugendzeit: Unter Worten klug verstecken Oder stolz mit Schweigen decken Wir der Herzen wahres Fühlen, Unsre Lust und unser Leid. Hinter jedem Zaun des Lebens Ruft und lockt – und lockt vergebens – Einer Stimme Laut, ein lieber: Komm! hier bin ich! hol' mich du! Aber nie zusammenfinden Sich die Herzen, ach die blinden! immer stürmen sie vorüber, Immer falschen Zielen zu. Zielen, fremd und ferne jenen, Die sie suchen und ersehnen; Doch an jeder Wegeswende Spähn sie nach den andern aus, Bis es Abend wird auf Erden Und sie selber müde werden… Vater Tod klatscht in die Hände: Kinder, alle nun nach Haus! – – –
Entsetzt erkennt mancher Künstler eines Tages sein verfehltes Leben: Statt wohlhabend, ist er berühmt geworden.
Am Scheideweg Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens! Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum! Die tausend Wünsche loderten vergebens, Und herrschen kannst du nur im Raum. Der Jüngling flieht – Jugend grüne weiter! In Thaten wohnet Poesie. Sei der Humor dein schützender Begleiter! Verlasse dieser Gott dich nie! Verzage nicht in Ungemach und Sorgen, Kampf ist die Loosung bis zum Tod. Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen, Die Vieles wenden, was dir droht? Es holt der Geist vom Geiste sich Genesung, An treuer Brust ruht aus die Brust, Nur die Verlassenheit ist auch Verwesung Jedweder Kraft, jedweder Lust. Die Liebe aber, die du kennst, die Liebe, Gibt sie nicht allen Wesen Schwung? Wenn sie ein Dämon aus dem Busen triebe, Dir fehlte die Beseligung.
Bäder, Wein und Liebe zerstören unsern Leib, und das Leben machen doch nur Bad, Wein und Weib.
Hieroglyphe In allen Tiefen mußt du dich prüfen, zu Deinen Zielen dich klarzufühlen; aber die Liebe ist das Trübe. Jedweder Nachen, drin Sehnsucht singt, ist auch der Rachen, der sie verschlingt; aber ob rings von Zähnen umgiert, das Leben sitzt und jubilirt.
Den Frauen Ihr richtet streng, der Sitte heil'ge Vehm', Und schleudert auf mein Haupt das Anathem! Mögt ihr zu Boden stürzen eure Kerzen Und schlagen an die Brust, so tugendreich: Ich fühl' es mächtig in dem tiefsten Herzen, Daß meine Sünde eurer Tugend gleich. Der Unschuld Lilien mögen euch umblühn, Das Roth der Schaam auf euern Wangen glühn; Wie Schwäne sich auf stillen Fluthen schaukeln, Gefühle still durch eure Seele ziehn; Wie Falter neckend durch die Blumen gaukeln, Der Liebe Wünsche leis' vorüberfliehn! Quält euch ein flammend Sehnen fessellos, Mögt ihr entsagen stolz und seelengroß; Mögt still verzehren eure heiße Jugend, Auskämpfen ritterlich den heil'gen Krieg, Und mit dem Vollmachtsbriefe eurer Tugend Dem Tod, der Hölle nehmen ihren Sieg! Ich achte dennoch eure Tugend nicht, Verwerfe kühn eu'r heiliges Gericht! Seid des Gesetzes Hort, der Sitte Rächer, Des frommen Glaubens treuer Genius! Es lebt ein heil'ger Geist auch im Verbrecher. Der Freie sündigt, weil er sünd'gen muß! Das Leben auch verlangt sein mächtig Recht, Verlaßt des starren Wortes todten Knecht; Aus edlem Feuer flossen meine Sünden, Aus Drang des Herzens, glüh'nder Leidenschaft. Für sie würd' ich schon hier Vergebung finden, Die Zeugen meines Werthes, meiner Kraft. Entsagen ist der Nonne Stolz und Ruhm, Beglücken ist des Weibes Heiligthum, Ihr wollt mühsam die Ewigkeit ergründen, Mir lächelt sie aus jedem Augenblick; Ihr wollt das Glück in eurer Tugend finden, Ich finde meine Tugend nur im Glück. Wenn mich der Liebe Flammen heiß umsprühn, Will ich in sel'gem Feuertod verglühn; Doch aus den Gluthen steig' ich neugeboren, Wie sich der Phönix aus der Asche schwingt, Geläutert ward mein Wesen – nicht verloren, Zu neuem, heil'gem Liebesglück verjüngt.
Die Erde ist ein großes Golgatha, Wo zwar die Liebe siegt, doch auch verblutet.