Liebe Sprüche – mut

104 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Liebe mut

An Mauern hin Es geht ein alter Weg entlang An wilden Gärten und einsamen Mauern. Tausendjährige Eiben schauern Im steigenden fallenden Windgesang. Die Falter tanzen, als stürben sie bald, Mein Blick trinkt weinend die Schatten und Lichter. Ferne schweben Frauengesichter Geisterhaft ins Blau gemalt. Ein Lächeln zittert im Sonnenschein, Indes ich langsam weiterschreite; Unendliche Liebe gibt das Geleite Leise ergrünt das harte Gestein.

Internet

Weiberkenntnis Wüstlinge rühmen sich stolz, und mit Recht, sie kennten die Weiber; Zarte Gemüter allein kennen und ehren das Weib.

Brinckmann, K. G., Gedichte. Arabesken

Ein Weg, den ich nicht suchte, führt zu dir…

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Es gibt Abgründe, über die die Liebe nicht hinweg kann, aber sie kann sich hineinstürzen!

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Amor fati Als ich ins Licht der Sonne sprang, stand meines Lebens Zickzackgang schon unzerstörbar vorgeschrieben; nun springe ich die Wege lang und fange diesen Zickzackgang wahrhaftig leise an zu lieben – doch dieser letzte Zickzackgang und lendenlahme Liebessang ist eben auch schon vorgeschrieben.

Sack, Gedichte. Die drei Reiter, in: Gesammelte Werke, Band 2, posthum hg. von Paula Sack, Berlin 1920

Armes Herz du, immer wieder jubelst du die Sehnsuchtslieder deiner Liebe laut empor… armes Herz, und immer wieder steht du vor verschlossenem Tor! Aber … laß es dich nicht grämen, laß dir, was du glaubst, nicht nehmen und erfüllt es sich dir nie… einsam, wie du stets gewesen, wandere deine Wege weiter, ohne jemand anzuklagen, ohne Grollen was auch fällt… lern, von niemand was zu wollen, lern, in dir allein zu tragen, was dich hält, und die Sehnsucht deiner Liebe sing sie wunschlos in die Welt!

Flaischlen, Mandolinchen, Leierkastenmann und Kuckuck, 1921

Du mochtest im Sumpfe nicht schwimmen. Komm nun, komm, und laß uns baden in offener See!

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Auf tausend Irrwegen sucht der Glaube die Spur zum Himmel. – Auf Einem Pfade führt die Liebe alle Völker zusammen!

Kotzebue, Die Kreuzfahrer. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen, 1802. 3. Akt, 5. Szene. Balduin

Auch ohne Gegenliebe zu lieben ist Stärke beim Weibe und Schwächlichkeit beim Mann.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Zwischen Nußbäumen So eng der Pfad, daß da zwei Falter kaum Nebeneinander Platz zum Fluge fanden, Nur wenig Strahlen durchs Geflecht sich wanden, Und eine Schnecke füllt' des Weges Raum. Zuweilen sah das Blau herein im Flug. Wir gingen miteinander durch die Laube, Und wunderbar! Ob es auch niemand glaube, Wir beide hatten immer Platz genug.

Vrchlický, Gedichte, 1895

… Die Torheit nütze Zur Sühne dem Amor als Stab und Stütze, Sie habe ihm immer zur Seite zu schreiten Und jeden seiner Schritte zu leiten.

La Fontaine, Fabeln (Fables choisies, mises en vers par M. de La Fontaine), 1668. Amor und die Torheit

Weisst du, ich will mich schleichen leise aus lautem Kreis, wenn ich erst die bleichen Sterne über den Eichen blühen weiß. Wege will ich erkiesen, die selten wer betritt in blassen Abendwiesen – und keinen Traum, als diesen: Du gehst mit.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897

Vorklage Wie nimmt ein leidenschaftlich Stammeln Geschrieben sich so seltsam aus! Nun soll ich gar von Haus zu Haus Die losen Blätter alle sammeln. Was eine lange, weite Strecke Im Leben voneinander stand, Das kommt nun untereinerDecke Dem guten Leser in die Hand. Doch schäme dich nicht der Gebrechen, Vollende schnell das kleine Buch; Die Welt ist voller Widerspruch, Und sollte sich's nicht widersprechen?

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Der erste Mann ist stets ein Unglücksfall.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Die Frau spricht (I), in: Die Weltbühne, 13.08.1929, Nr. 33 (Theobald Tiger), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Die Pilger Wir sind die Pilger treuer Liebe, Wir gehn zu ihrem Tempel, still Zu flehn um Dauer unsrer Triebe: Wer ist, der mit uns gehen will? Der Weg ist weit, und viel zu streiten Mit vielen Feinden haben wir; O möchten Ritter uns begleiten Der treuen Liebe bis zur Thür! O stände sie den Pilgern offen, O kämen wir gesund hinein! Erhörung haben wir zu hoffen, Die Göttin soll erbittlich sein!

Gleim, J. W. L., Gedichte. Originaltext

Amor aber ist ausdauernd und wild und stark.

Internet

Was ich aber liebe, kann ich nicht fürchten, selbst wenn ich es nicht erreichen kann.

Augustinus, Über das glückselige Leben (De beata vita), 386. Übers. Internet. Originaltext: Quidquid enim amo, quamvis non adsequar, timere non possum.

Versuch es Stell Dich mitten in den Regen, glaube an den Tropfensegen, spinn Dich in dies Rauschen ein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in den Wind, glaub an ihn und sei ein Kind – laß den Sturm in Dich hinein und versuche, gut zu sein! Stell Dich mitten in das Feuer – liebe dieses Ungeheuer in des Herzens rotem Wein und versuche, gut zu sein!

Borchert-Gesamtausgabe, hg. vom Rowohlt Verlag und der Hamburgischen Bücherei, 1949

Die wahre Liebe ist über den Dornenweg, durch die Wahrheitsstraße gegangen.

Weber-Brauns, Satiren, Aphorismen und Nachdenkliches, 1919

Beweine nie in der Liebe eine begangene Torheit, sondern lache schon der nächsten entgegen.

Engel, Herr Adam und Frau Eva. Dritte Folge, 1928