Liebe Sprüche – mut

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Wie die Gans durch ihr Geschnatter, das Schaf durch sein Blöken niemanden erschreckt, so soll auch die Stimme der unvernünftigen Menge auf dich keinen Eindruck machen!

Epiktet, Fragmente. Nr. 85. Übersetzt von Hans Stich, 1884

Und damals tat's nicht halb so weh. Was gingst du nicht in jener Nacht, Da ich dir trotzig sagte; "Geh!" Auch heute gilt dasselbe Wort Und damals tat's nicht halb so weh. Ach, damals wagt' ich noch den Kampf, Da war ich mutig, jung und stark, Doch wenn du heute von mir gehst, Dann trifft der Streich mich bis ins Mark.

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Laßt uns helle denken, so werden wir feurig lieben.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Philosophische Briefe, 1786. Theosophie des Julius. Gott

Muß das Herz dir brechen, Bleibe fest dein Mut, Sei der Schmerz der Liebe Dann dein höchstes Gut.

Chamisso, Gedichte. Aus: Frauen-Liebe und Leben, 1830

Betrittst du den Pfad der Liebe, den trüb unendlichen, findest du Trost nur im Tode, dem unabwendlichen.

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Ich fürchte nichts – nichts – als die Grenzen deiner Liebe.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 1. Akt, 4. Szene, Ferdinand

Wir gehen einer Liebe nach, die unser Herz längst aufgegeben hat.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Fassung Kaum ruhte ich in ihren Armen Wie nach dem Sturm im Hafen aus, So reißt die Welle ohn' Erbarmen Mich wieder in die See hinaus. So tobt denn, Winde! heule, Brandung! Ihr wilden Fluten meint es gut – Nur nach dem Sturme freut die Landung, Und nur im Kampfes reift der Mut.

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Durch des Lebens Müh' und Streite Sei die Liebe dein Geleite: Nicht die eine, falkenwilde, Nein, die and're, taubenmilde, Nicht die stolze, kronenblitzende, Nicht die heiße, sinnbetörende, Rastlos strebende, viel begehrende, Nein, die sanfte, still ertragende, Opfermutige, gern entsagende, Nicht die matte, todverachtende, Nicht die eifersüchtige, hassende, Nein, die versöhnende, weltumfassende, Nicht die rote flammende Rose, Nein, die weiße, makellose: Durch des Lebens Müh' und Streite, Sei die Liebe dein Geleite.

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Zweite Liebe Warum auch zweite Liebe Noch stets mit bangem Muth, Mit Angst uns füllt und Zweifeln Wie's kaum die erste thut? Seht, ein ergrauter Bergmann Fährt in der Grube Nacht, Und alle Weg' und Tritte Kennt er im dunkeln Schacht. Er, dem wie seine Hütte Bekannt der Stollen ward, Bekreuzt sich doch und betet, Bevor er wagt die Fahrt.

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Am Scheideweg Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens! Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum! Die tausend Wünsche loderten vergebens, Und herrschen kannst du nur im Raum. Der Jüngling flieht – Jugend grüne weiter! In Thaten wohnet Poesie. Sei der Humor dein schützender Begleiter! Verlasse dieser Gott dich nie! Verzage nicht in Ungemach und Sorgen, Kampf ist die Loosung bis zum Tod. Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen, Die Vieles wenden, was dir droht? Es holt der Geist vom Geiste sich Genesung, An treuer Brust ruht aus die Brust, Nur die Verlassenheit ist auch Verwesung Jedweder Kraft, jedweder Lust. Die Liebe aber, die du kennst, die Liebe, Gibt sie nicht allen Wesen Schwung? Wenn sie ein Dämon aus dem Busen triebe, Dir fehlte die Beseligung.

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Die Liebe kennt kein Zagen; fremd ist ihr banger Muth; Sie geht durch Feuerflammen und trotzet ihrer Glut.

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Wer freien will, hat sieben Häute auf den Augen.

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Amor fati stellt sich dem Schicksal und besiegt es. Tapferer Pessimismus.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965. (Amor fati ist ein von Nietzsche geprägter Begriff für grundsätzliche Schicksalsbejahung.)

Der Liebsten Vater gab mir seinen Segen, Er sprach: Wenn du dich nun statt meiner plagen Willst mit dem Trotzkopf, hab' ich nichts dagegen.

Rückert, Gedichte. Italienische Gedichte. Ritornelle

Kühner Mut ist bei der Liebe.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 3. Akt, 2. Aufzug, Gräfin Terzky

Der größte Ruhm der christlichen Tugend ist es, die Natur mit Füßen zu treten.

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Püsterich Meine Mutter, die braune Zigeunerin, Saß nachts am Kohlenbrand, Da trat ein Jäger zu ihr hin Und nahm sie bei der Hand. Er zog sie tief im Waldesgrund Ins rote Heidekraut Und küßte ihr die Lippen wund, Bis früh der Morgen graut. Sobald der Wind so feucht und kühl Ihm durch die Locken strich, Da sprang er auf vom weichen Pfühl Und wandt zum Scheiden sich. O Jäger, sprich, an wessen Brust, Hab ich die Sommernacht Heißblütig in liebtrunkner Lust Mit feuchtem Aug verbracht? "Neugierig Weib, was fragst du mich, Woher, wohin ich zieh? Ein wilder Jäger liebte dich, Der kehrt zurück dir nie." Ein Rothirsch setzte jach daher, Die Meute hinterdrein. Schnell griff der Jäger zum Gewehr Und sprang zum Wald hinein. Das Feuer auf dem Lagerherd War über Nacht verglüht. Das Feuer, das im Herzen zehrt, Verbrannt ihr schwarz Geblüt. Meine Mutter trug im Schoß davon Von dieser Nacht ein Kind. Ich bin des wilden Jägers Sohn, Mein Vater ist der Wind.

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Freigebig dienen wir, weil wir freigebig lieben, wie uns auch die Wahl bleibt, zu lieben oder nicht; so stehen oder fallen wir.

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Wieviele emanzipierte Frauen sind mutig genug zuzugeben, daß in ihnen die Stimme der Liebe ruft, ganz heftig in ihrer Brust klopft und drängt, um gehört und befriedigt zu werden?

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Laßt uns endlich die Wahrheit begreifen, daß nur die Liebe selig macht, der Glaube aber blind, und laßt uns dafür kämpfen, allerorts, allimmer, mit ganzem Herzen und mit ganzer Kraft.

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