Liebe Sprüche – romantisch

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Ohne dich, Liebste, was wären die Feste? Ohne dich, Süße, was wäre der Tanz? Wärst du mein Schatz nicht, so möcht' ich nicht tanzen, Bleibst du es immer, ist Leben ein Fest.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder. Aus Wechsellied zum Tanze

Wie bebt von deiner Küsse Menge Ihr Busen und ihr voll Gesicht; Zum Zittern wird nun ihre Strenge, Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht. Schnell hilft dir Amor zu entkleiden Und ist nicht halb so schnell als du; Dann hält er schalkhaft und bescheiden Sich fest die beiden Augen zu.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde, Der deiner Gäste Lärm verjagt; Wie glühst du nach dem schönen Munde, Der bald verstummt und nichts versagt. Du eilst, um alles zu vollenden, Mit ihr ins Heiligtum hinein; Das Feuer in des Wächters Händen Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Hochzeitslied

Die Liebe herrscht nicht, aber sie bildet, und das ist mehr.

Goethe, J. W., Erzählungen. Unterhaltungen deutscher Ausgewandeter, 1795. Das Märchen

Es ist doch nichts besser, als wenn man sich liebt und zusammen ist.

Goethe, J. W., Briefe. An Christiane Vulpius, 8. September 1792

Es ist was Schönes, sein eigenes Bild im liebenden Auge zu erblicken.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 3. Buch, 17. Kap.

Nähe des Geliebten Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer Vom Meere strahlt; Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer In Quellen malt. Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege Der Staub sich hebt; In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege Der Wandrer bebt. Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen Die Welle steigt. Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen, Wenn alles schweigt. Ich bin bei dir; du seist auch noch so ferne, Du bist mir nah! Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne. O wärst du da!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Lieder

Sie umarmt ihn lächelnd stumm, Und sein Mund genießt der Stunde, Die ihm güt'ge Götter senden, Hüpft vom Busen zu dem Munde, Von dem Munde zu den Händen, Und ich [Schmetterling] hüpf' um ihn herum.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Der Schmetterling

Du gingst, ich stund und sah zur Erden Und sah dir nach mit nassem Blick. Und doch, welch Glück, geliebt zu werden, Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Aus: Willkommen und Abschied (frühe Fassung)

Woher sind wir geboren? Aus Lieb'. Wie wären wir verloren? Ohn' Lieb'. Was hilft uns überwinden? Die Lieb'. Kann man auch Liebe finden? Durch Lieb'. Was läßt nicht lange weinen? Die Lieb'. Was soll uns stets vereinen? Die Lieb'.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese

Sie ist vollkommen, und sie fehlet Darin allein, daß sie mich liebt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Ich bin genügsam und genieße Schon da, wenn sie nur zärtlich lacht, Wenn sie bei Tisch des Liebsten Füße Zum Schemel ihrer Füße macht, Den Apfel, den sie angebissen, Das Glas, woraus sie trank, mir reicht Und mir bei halb geraubten Küssen Den sonst verdeckten Busen zeigt.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Empfinde, Jüngling, und dann wähle Ein Mädchen dir, sie wähle dich, Von Körper schön und schön von Seele, Und dann bist du beglückt wie ich!

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier: Der wahre Genuss

Ein Blick von dir, ein Wort mehr unterhält Als alle Weisheit dieser Welt.

Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Garten, Faust zu Margarete

Wenn ich dich liebhabe, was geht's dich an!

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 9. Kap., Philine zu Wilhelm

Ich gehe zu den liebsten besten Menschen, aber warum von Ihnen?

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte Buff, 11. September 1772

Laß nur füreinedich entzünden, Und ist ihr Herz von Liebe voll, So laß die Zärtlichkeit dich binden, Wenn dich die Pflicht nicht binden soll.

Goethe, J. W., Gedichte. Aus: Der wahre Genuß

Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist alles, was du liebtest, Weg, worum du dich betrübtest, Weg dein Fleiß und deine Ruh – Ach, wie kamst du nur dazu? Fesselt dich die Jugendblüte, Diese liebliche Gestalt, Dieser Blick voll Treu und Güte Mit unendlicher Gewalt? Will ich rasch mich ihr entziehen, Mich ermannen, ihr entfliehen, Führet mich im Augenblick, Ach, mein Weg zu ihr zurück. Und an diesem Zauberfädchen, Das sich nicht zerreißen läßt, Hält das liebelose Mädchen Mich so wider Willen fest; Muß in ihrem Zauberkreise Leben nun auf ihre Weise. Die Verändrung, ach, wie groß! Liebe! Liebe! laß mich los!

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 4. Teil, 1821-1831. 17. Buch

Schauer, der das Herze fühlen, Der die Seele schmelzen macht, Flüstert durchs Gebüsch im Kühlen. Welche schöne, süße Nacht! Freude! Wollust!kaum zu fassen! Und doch wollt' ich, Himmel, dir Tausend solcher Nächte lassen, Gäb mein Mädcheneinemir

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Neue Lieder, hier aus: Die Nacht

Liebe will ich liebend loben, Jede Form, sie kommt von oben.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827

Was man erfindet, tut man mit Liebe, was man gelernt hat, mit Sicherheit.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft