Liebe Sprüche – romantisch

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Alles besiegt die Liebe und auch wir geben besiegt uns.

Vergil, Eklogen (Eclogae, auch: Bucolica oder Idyllen), ca. 42-39 v. Chr. 10, 69. Originaltext: Omnia vincit amor, et nos cedamus Amori

Die Liebe ist das große Feuer, das Leben unseres Lebens, die Triebkraft des Seins.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Der Boden, aus dem die Liebe entsteigt, ist Geheimnis.

Arnim, Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835

Verlorene Liebe Lieder schweigen jetzt und Klagen, Nun will ich erst fröhlich sein, All mein Leid will ich zerschlagen Und Erinnern - gebt mir Wein! Wie er mir verlockend spiegelt Sterne und der Erde Lust, Stillgeschäftig dann entriegelt All die Teufel in der Brust, Erst der Knecht und dann der Meister, Bricht er durch die Nacht herein, Wildester der Lügengeister, Ring mit mir, ich lache dein! Und den Becher voll Entsetzen Werf ich in des Stromes Grund, Dass sich nimmer dran soll letzen Wer noch fröhlich und gesund! Lauten hör ich ferne klingen, Lustge Bursche ziehn vom Schmaus, Ständchen sie den Liebsten bringen, Und das lockt mich mit hinaus. Mädchen hinterm blühnden Baume Winkt und macht das Fenster auf, Und ich steige wie im Traume Durch das kleine Haus hinauf. Schüttle nur die dunklen Locken Aus dem schönen Angesicht! Sieh, ich stehe ganz erschrocken: Das sind ihre Augen licht, Locken hatte sie wie deine, Bleiche Wangen, Lippen rot - Ach, du bist ja doch nicht meine, Und mein Lieb ist lange tot! Hättest du nur nicht gesprochen Und so frech geblickt nach mir, Das hat ganz den Traum zerbrochen Und nun grauet mir vor dir. Da nimm Geld, kauf Putz und Flimmern, Fort und lache nicht so wild! O ich möchte dich zertrümmern, Schönes, lügenhaftes Bild! Spät von dem verlornen Kinde Kam ich durch die Nacht daher, Fahnen drehten sich im Winde, Alle Gassen waren leer. Oben lag noch meine Laute Und mein Fenster stand noch auf, Aus dem stillen Grunde graute Wunderbar die Stadt herauf. Draußen aber blitzt's vom weiten, Alter Zeiten ich gedacht', Schaudernd reiß ich in den Saiten Und ich sing die halbe Nacht. Die verschlafnen Nachbarn sprechen, Daß ich nächtlich trunken sei - O du mein Gott! und mir brechen Herz und Saitenspiel entzwei!

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Ist denn dein Hertze gar erfroren? Bist du aus Schnee und Eiß geboren? Hörst du mein Seuffzen nicht Und was mein Unmuth spricht? Soll ich dich Göttin nennen? So nimm des Himmels Wehmuth an, Der leichtlich sich erbarmen kan Und uns nicht ewig läst in Hoffnungs-Flammen brennen. Des Blutes Regung zu vermeiden Und gantz von Fleisch und Blut zu scheiden, Ist nirgends ein Gebot Es heissets auch nicht Gott; Sich selber zu verlassen Ist eine Flucht, so sträfflich ist, Und wer ihm solche Bahn erkiest, Den muß die Menschlichkeit als einen Unmensch hassen. Du kanst ja deiner nicht geniessen, Kein Mund weiß selber sich zu küssen. Der Schnee auf deiner Brust Bringt dir geringe Lust. Die fleischichten Granaten Seynd nicht allein vor dich erdacht Kein Mensch ist vor sich selbst gemacht; Es weiß der klügste Geist ihm hier nicht recht zu rathen. Die Rose suchet ihr Verderben, Die auff dem Stocke wünscht zu sterben Und nur ihr gantz allein Meynt angetraut zu seyn. Wilst du dich selbst begraben? Wer sich in sich umsonst verzehrt, Ist warlich seiner selbst nicht werth Und muß der Thorheit Schild an seiner Grabstatt haben. Bezwinge weißlich dein Gemüthe Und folge zeitlich dem Geblüte, Darein im Paradieß Gott selber Funcken bließ; Wer kan ihm widerstreben? Schau ich dein helles Antlitz an, So fühl ich, was der Himmel kan Und wünsch auf deiner Brust verparadiest zu leben.

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Phidile Ich war erst sechszehn Sommer alt, Unschuldig und nichts weiter, Und kannte nichts als unsern Wald, Als Blumen, Gras, und Kräuter. Da kam ein fremder Jüngling her; Ich hatt ihn nicht verschrieben, Und wußte nicht wohin noch her; Der kam und sprach von Lieben. Er hatte schönes langes Haar Um seinen Nacken wehen; Und einen Nacken, als das war, Hab ich noch nie gesehen. Sein Auge, himmelblau und klar! Schien freundlich was zu flehen; So blau und freundlich, als das war, Hab ich noch keins gesehen. Und sein Gesicht, wie Milch und Blut! Ich hab's nie so gesehen; Auch, was er sagte, war sehr gut, Nur konnt ich's nicht verstehen. Er ging mir allenthalben nach, Und drückte mir die Hände, Und sagte immer Oh und Ach, Und küßte sie behende. Ich sah ihn einmal freundlich an, Und fragte, was er meinte; Da fiel der junge schöne Mann Mir um den Hals, und weinte. Das hatte niemand noch getan; Doch war's mir nicht zuwider, Und meine beide Augen sahn In meinen Busen nieder. Ich sagt ihm nicht ein einzig Wort, Als ob ich's übelnähme, Kein einzigs, und – er flohe fort; Wenn er doch wiederkäme!

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Erster und zweiter Teil

Rastlose Liebe Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne Rast und Ruh'! Lieber durch Leiden Möcht' ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen. Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen? Alles vergebens! Krone des Lebens, Glück ohne Ruh', Liebe, bist Du!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lieder

Die Lieb ist frei gegeben, Und keine Trennung mehr. Es wogt das volle Leben Wie ein unendlich Meer. Nur eine Nacht der Wonne – Ein ewiges Gedicht – Und unser aller Sonne Ist Gottes Angesicht.

Novalis, Gedichte. Hymnen an die Nacht, 1797-1800. Aus: 5. [Über der Menschen weitverbreitete Stämme]

Die Liebe ist eine suggestive Kraft und weiß, daß Liebe auch Liebe erweckt.

Balzac, Eugénie Grandet, 1834 (dt. 1835)

Schmerz Ja, es gibt ein schönes Sehnen, Das wie aus der tiefsten Nacht In dem Herzen aufgewacht, Greift nach Waffen, findet Tränen. Viele lieben, viele wähnen, Daß Liebe nur Lust dem Herzen Schenken soll und keine Schmerzen: Alle Farben müssen fließen, Wenn ein Licht sich soll ergießen Aus dem goldenen Brand der Kerzen.

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Suleika Nimmer will ich dich verlieren! Liebe gibt der Liebe Kraft. Magst du meine Jugend zieren Mit gewalt'ger Leidenschaft. Ach! wie schmeichelt's meinem Triebe, Wenn man meinen Dichter preist: Denn das Leben ist die Liebe, Und des Lebens Leben Geist.

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Du meine Seele, du mein Herz, Du meine Wonn', o du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe, O du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab! Du bist die Ruh, du bist der Frieden, Du bist der Himmel mir beschieden. Daß du mich liebst, macht mich mir wert, Dein Blick hat mich vor mir verklärt, Du hebst mich liebend über mich, Mein guter Geist, mein bessres Ich!

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

Du bist mein Mond Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde; Du sagst, du drehest dich um mich. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich werde in meinen Nächten hell durch dich. Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde; sie sagen, du veränderst dich. Allein du änderst nur die Lichtgebärde und liebst mich unveränderlich. Du bist mein Mond, und ich bin deine Erde, nur mein Erdenschatten hindert dich, die Liebesfackel stets am Sonnenherde zu zünden in der Nacht für mich.

Rückert, Gedichte. Lieder und Sprüche der Minnesänger

Ach Fräulein zart Ach Fräulein zart, du bist mein Herz und Leben, niemand nach Gott, als du, kann Hilf mir geben; warum trachtest du denn nur mich zu betrüben? Machs, wie du willst, so will ich stets dich lieben. Dein schön Gestalt hat mir mein Herz umfangen, nach dir allein hab ich all mein Verlangen; warum trachtst du denn nur mich zu betrüben? Machs, wie du willst, so will ich stets dich lieben.

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Ich habe dich so lieb Ich habe dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen Schenken. Ich habe dir nichts getan. Nun ist mir traurig zu Mut. An den Hängen der Eisenbahn Leuchtet der Ginster so gut. Vorbei – verjährt – Doch nimmer vergessen. Ich reise. Alles, was lange währt, Ist leise. Die Zeit entstellt Alle Lebewesen. Ein Hund bellt. Er kann nicht lesen. Er kann nicht schreiben. Wir können nicht bleiben. Ich lache. Die Löcher sind die Hauptsache An einem Sieb. Ich habe dich so lieb.

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

An M. Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst – –. Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern Und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!

Ringelnatz, J., Gedichte. Allerdings, 1928

Das größte Rätsel, Süßes Kind, Das ist die Liebe – Doch wir wollen es nicht lösen!

Heine, Atta Troll. Ein Sommernachtstraum, 1847. Kaput XXII

Die Fabel ist der Liebe Heimatwelt, Gern wohnt sie unter Feen, Talismanen, Glaubt gern an Götter, weil sie göttlich ist.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 4. Auftritt, Max

Man würde aus der Liebe keine Gottheit machen, wenn sie nicht oft Wunder vollbrächte.

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Nichts ist besser und notwendiger als die Liebe. Ein wenig lautere Liebe ist vor Gott wertvoller, für die Kirche nützlicher als alle anderen Werke zusammen.

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Es ist mit der Liebe wie mit der Frömmigkeit. Sie kommt meist erst in späteren Jahren.

France, Die rote Lilie (Le lys rouge), 1894