Religion Sprüche

Sprüche über Religion

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Die Religion ist die Metaphysik des Volks, die man ihm schlechterdings lassen und daher sie äußerlich achten muß.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 15. Über Religion

Es gibt keine Religion, die nicht Christentum wäre.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Religiöse Fragmente

Bei den Alten war die Religion schon gewissermaßen das, was sie uns werden soll – praktische Poesie.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Religiöse Fragmente

Einen Gott erkennen, sich die würdigsten Begriffe von ihm zu machen suchen, auf diese würdigsten Begriffe bei allen unsern Handlungen und Gedanken Rücksicht nehmen: ist der vollständigste Inbegriff aller natürlichen Religion.

Lessing, Über die Entstehung der geoffenbarten Religion, entstanden in den 50er oder 60er Jahren, Erstdruck 1784 (posthum). § 1

Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren, erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren, so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.

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Jeder Priester, der sich in die politischen Angelegenheiten mischt, verdient die Rücksicht nicht, die man seinem Stande schuldig ist.

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Herrschende Religion! Das klingt bedenklich. Man sagt auch: ›Herrschende Dynastie‹, ›herrschender Typhus‹ und so.

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Zuversicht und Ergebung sind die echten Grundlagen jeder bessern Religion, und die Unterordnung unter einen höheren, die Ereignisse ordnenden Willen, den wir nicht begreifen, eben weil er höher als unsere Vernunft und unser Verstand ist.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Friedrich von Müller, 28. März 1819

Nur eine Religion, die alle anderen duldet und so deren Wohlwollen würdig ist, kann aus der Menschheit ein Volk von Brüdern machen.

Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Das Bekehren der Missetäter vor ihrer Hinrichtung läßt sich mit einer Art von Mästung vergleichen, man macht sie geistlich fett, und schneidet ihnen hernach die Kehle ab, damit sie nicht wieder abfallen.

Lichtenberg, Sudelbuch C, 1772-1773. [C 206]

Einer fragt Bâyazîd, warum Himmel und Erde so seien, wie sie sind; warum die Erde stehe und der Himmel sich drehe. Bâyazîd antwortet: "Wir reden nicht über den Grund des Ganzen, daher suchen wir auch nicht nach dem Grunde für das Einzelne. Die Philosophie fragt nach den Gründen, darum hat sie keinen Anteil an der Religion Muhammeds. In dieser Religion und Gemeinde gibt es nichts, als die Dinge hinzunehmen, wie sie sind, und sich darein zu ergeben."

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Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten, und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799. [L 705]

Eine Religiosität, die keine Opfer bringt, ist keinen Pfennig wert.

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Kraft und Liebe sind zwei Gegensätze des innern Menschen; aber Religion ist die göttliche Gleichsetzung beider, und der Mensch im Menschen.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Zweites Bruchstück. Drittes Kapitel: Über den Geist der Zeit

Wenn es einen Gott gibt, muß der Atheismus ihm wie eine geringere Beleidigung vorkommen als die Religion.

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Religion ist die fortgeschrittenste Weltanschauung.

Tolstoi, Tagebücher. 1897

Die Religion ist doch nichts als der Schatten, den das Universum auf die menschliche Intelligenz wirft.

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Man begreift die Erde erst, wenn man den Himmel erkannt hat. Ohne die religiöse Welt bleibt die sinnliche ein trostloses Rätsel.

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Die Protestanten sind im allgemeinen viel unterrichteter als die Katholiken, und das erklärt sich dadurch, daß die Lehre der einen die kritische Besprechung verlangt, die Lehre der anderen hingegen blinde Unterwerfung fordert.

Rousseau, Bekenntnisse (Confessions), verfasst 1765-70, posthum veröffentlicht 1782-89

Die verschiedenen Religionen sind nur verschiedene Tore zu derselben Stadt.

Müller, F. M., Essays. Erster Band: Beiträge zur vergleichenden Religionswissenschaft, 2. vermehrte Auflage 1879. Vorrede

Auf dem Weg zum Herrgott fressen dich die Heiligen.

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