Religion Sprüche – gedanken

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Religion war also [...] das Mark der Gesinnungen eines Menschen.

Herder, Von Religion, Lehrmeinungen und Gebräuchen, 1798. I. Vom Unterschiede zwischen Religion und Lehrmeinungen überhaupt

Kraft und Liebe sind zwei Gegensätze des innern Menschen; aber Religion ist die göttliche Gleichsetzung beider, und der Mensch im Menschen.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Zweites Bruchstück. Drittes Kapitel: Über den Geist der Zeit

Religion [ist] eine Angelegenheit des Herzens, nicht des Kopfes.

Wieland, Über den freien Gebrauch der Vernunft in Glaubenssachen samt einer Beilage, 1788. XXXVIII.

Mein Glaube Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, Die du mir nennst! »Und warum keine?« Aus Religion.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Ich glaube, ich bilde mir sogar ein, daß ich zehnmal mehr ›Religion‹, meinetwegen nenn's auch ›Christentum‹, im Leibe habe, als sämtliche Konsistorialräte Preußens zusammengenommen. Aber gerade, weil ich so viel ›Religion‹, so viel wahres ›Christentum‹ in mir verspüre, bin ich gegen unsere kirchliche Luderpfaffenwirtschaft! Ich verwerfe jegliches Dogma! Zwischen mich und mein Gefühl soll sich nichts, aber auch nichts drängen! Das wäre wahrhaftig das Letzte, worin ich fremde Einmischung dulden würde. Ich bin also aus Religion gegen die Religion!

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Uns ist Religion die Polizei, und ihre Diener sind ein stehend Heer.

Herder, J. G., Gedichte. Aus: Schwungkräfte der Menschheit

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist.

Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechts-Philosophie, 1843-44. Einleitung

Es ist am Ende an der Religion das beste, daß sie Ketzer hervorruft.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1838

Das Kleid macht den Mönch – Gott verlangt von uns nur das Herz religiös.

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Ein erstes Erfordernis für unsere religiöse Wiedererneuerung ist Verinnerlichung, Vertiefung unseres eigenen Seelenlebens. Wir müssen geistiger, innerlicher unabhängiger, stärkere Persönlichkeiten werden [...].

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Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die Religiösen sind's weniger, als sie meinen.

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Verschiedenheit der Religionsmeinungen findet sich nur bei Alltagsmenschen; Leute von Geist haben nur eine Religion.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Weitere Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien

Religion ist reine Sache des Gemüts und der Phantasie, wie der Poesie, und man zerstört das Wesen beider, wenn man sie unter Vernunftregeln bringen will [...].

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Die Religion und die Religionen

Es gibt keine andere Offenbarung, als die Gedanken der Weisen; wenn auch diese, dem Lose alles Menschlichen gemäß, dem Irrtum unterworfen, auch oft in wunderliche Allegorien und Mythen eingekleidet sind, wo sie dann Religionen heißen.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 15. Über Religion

Ein religiöser Mensch denkt nur an sich.

Nietzsche, Der Antichrist, 1888 (Erstdruck 1894)

Nur, wo die Vernunft Licht und das Gefühl Wärme gibt, entspringt echte Religiosität.

Anonym, Frauen-Brevier für Haus und Welt. Eine Auswahl der besten Stellen aus namhaften Schriftstellern über Frauenleben und Frauenbildung, 2. vermehrte Auflage 1864 (EA: 1859)

Die Religion ist das Spital der Seelen, die die Welt verwundet hat.

Petit-Senn, Blüthen und Knospen (Bluettes & Boutades). Frei bearbeitet von Franz August Stocker, 1861

Aber der Geist der Religion wohnt nicht in den Schalen der Dogmatik, hat sein Wesen nicht in den Kindern des Unglaubens, noch in den ungeratenen Söhnen und übertünchten Gräbern des Glaubens, läßt sich wenig durch üppige glänzende Vernunftsprünge erzwingen, noch durch steife Orthodoxie und Mönchswesen.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Disputation zwischen den Herren W. und X. und einem Fremden über Hrn. Pastor Alberti »Anleitung zum Gespräch über die Religion« und über Hrn. Pastor Goeze »Text am 5. Sonntage nach Epiphanias«, unter Vorsitz des Hrn. Lars Hochedeln. Dem hochlöblichen Kollegio der Herren Sechsziger zugeeignet. Mit einem saubern Kupfer. 1772, im Hornung

Eine Religion, die sich auf den Verstand gründen will, anstatt auf das Gemüt, ist keine mehr.

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Die Vernunft denkt, die Religionen träumen.

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Die Religion ist der Idealismus des Volkes.

Scherr, Blätter im Winde, 1875