Religion Sprüche – gedanken

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Religion ist im Grunde nichts anderes als Gottes Gegenwart in unserer Seele.

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Religion ist die Poesie der unpoetischen Menschen.

Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion. 1835

Religion ist die höchste Eitelkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Die Vernunft ist eine irdische Pflanze, obgleich die schönste und herrlichste; die Religion aber eine himmlische.

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In der behaglichen Gewißheit, mit der ich die Religion der anderen als Dummheit bezeichne, kommt bei mir der Argwohn auf, daß meine ebenso eine ist.

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Religion soll Religion bleiben, d. h. Innenkultus des Menschen, mit welchem der äußere Mensch und seine Stellung nichts gemeinsam haben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Sogleich folget [...], daß sich die religiöse Tradition keines andern Mittels bedienen konnte, als dessen sich die Vernunft und Sprache selbst bediente, der Symbole. Muß der Gedanke ein Wort werden, wenn er fortgepflanzt sein will, muß jede Einrichtung ein sichtbares Zeichen haben, wenn sie für andre und für die Nachwelt sein soll: wie konnte das Unsichtbare sichtbar oder eine verlebte Geschichte den Nachkommen aufbehalten werden als durch Worte oder Zeichen?

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Zweiter Teil. 9. Buch. V. Religion ist die älteste und heiligste Tradition der Erde

Mir ist es klar, daß wir die Pflichten der Religion nur insoferne üben, als deren Dienst unseren Leidenschaften schmeichelt.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)

Religion ist die Kimm des Gedankenmeeres.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Man schilt manchen irreligiös, dessen ganzes Vergehen darin besteht, dass er die übliche Auffassung des Göttlichen zu kleinlich, zu eng, zu menschlich und gewöhnlich findet.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Wirkliche und wahre Religiosität ist nicht lediglich betrachtend und beschauend, nicht bloß brütend über andächtigen Gedanken, sondern sie ist notwendig tätig.

Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben, oder auch die Religionslehre (Vorlesungen), 1806. 5. Vorlesung

Die Religionen behaupten ihre Idealität am ehesten, solange sie sich gegen den Staat leidend, protestierend verhalten. [...]

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Wenn Heiligkeiten sich in einem Menschen bekriegen, das setzt die fürchterlichsten Schlachten.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Religion und Mathematik sind nur verschiedene Ausdrucksformen derselben göttlichen Exaktheit.

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Religion und Moral sind sich symmetrisch entgegengesetzt, wie Poesie und Philosophie.

Schlegel, F., Fragmentensammlungen (Kritische Fragmente, Blüthenstaub, Athenäums-Fragmente, Ideen), 1797-98. Ideen [67]

Wenn man sich nur ein wenig frei über Religion und das Elend des Menschen ausläßt, läßt man sich ohne Widerstand unter die überlegenen Geister einreihen.

Vauvenargues, Unterdrückte Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Es ist ja nichts so frei, nichts also ungedrungen, Als wohl der Gottesdienst; so bald er wird erzwungen, So ist er nur ein Schein, ein hohler falscher Ton; Gut von sich selber tun, das heißt Religion, Das ist Gott angenehm.

Opitz, M., Gedichte. Aus: Trostgedichte in Widerwertigkeit des Krieges

Wie viel hat doch der religiöse Mensch vor dem Philosophen voraus, da er mit dem Innersten der Natur in heiligen Personen menschlich verkehren kann.

Pauly, Aphorismen, 1905