Religion Sprüche – philosophisch
315 Sprüche gefunden
Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion, ist der Wunsch. Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
Es gibt zweierlei böse Religionen, in welche jede Kirche mit dem Fortgang der Zeit ausartet: die eine, welche das Gute derselben schändet, und die andere, welche ihr Wahres verfälscht. Jene Religion, welche das Gute der Kirche schändet, nimmt ihren Ursprung in der Liebe zum Herrschen, und die andere Religion, welche das Wahre der Kirche verfälscht, nimmt ihren Ursprung im Stolz auf eigene Einsicht.
Jeder wird in der Religion seiner Eltern geboren, von Kindheit an in dieselbe eingeleitet, und nachher behält er sie bei und kann wegen der Geschäfte in der Welt nicht selbst sich aus dem Falschen derselben herausführen; hingegen ein böses Leben führen und das Falsche bis zur Zerstörung des echten Wahren bestätigen, dies verdammt. Denn wer in seiner Religion bleibt und an Gott, innerhalb der Christenheit aber an den Herrn glaubt und das Wort heilig hält und aus Religion nach den Vorschriften der zehn Gebote lebt, der schwört nicht auf das Falsche.
In der Religion kommt es nicht darauf an, daß man über vieles Klarheit, sondern daß man über eines Gewißheit hat.
Hast du eine Meinung über die buddhistische Lehre, wird sie ein weltliches Ding. Hast du keine Meinung über weltliche Dinge, werden sie buddhistische Lehre.
Im Grund gibt es doch überhaupt nur religiöse Fragen.
Da aber die erste Regel für jeden, der etwas geben will, diese ist, daß er's selber habe: so kann niemand Religion lehren, als wer sie besitzt; erwachsene Heuchelei hingegen oder Maul-Religion erzeugt nichts als unerwachsene.
Religion und Wissenschaft sind die beiden Flügel, auf denen sich die Intelligenz des Menschen in die Höhe aufschwingen, mit denen sie fortschreiten kann. Es ist nicht möglich, nur mit einem Flügel zu fliegen.
Religion ist ein Prisma, von dessen sieben Farben sich jeder seine Lieblingsfarbe wählen mag, alle aber rühren nur voneinemSonnenstrahl.
Vaterland und Familie, Gewissen und Ehre, die heiligen Gefühle der Gesellschaft und der Natur sind immer die ersten und nächsten, mit denen sich Religionen mischen, von denen sie Stärke empfangen, und denen sie sie geben.
Religion ist die einzige Philosophie, die das Durchschnittshirn verstehen und annehmen kann.
Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist.
Es liegt wohl im Wesen des Religiösen, daß es, wenn es sich einmal auf den Weg gemacht hat, nicht mehr Halt machen kann.
Vernichtet die Religionen, und ihr habt die Religion zerstört.
Jede Religion ist eine Art Kreditanstalt; und keiner sieht das gerne angezweifelt, worauf er seinen Kredit gesetzt hat.
Die beste aller möglichen Welten ist eine Welt ohne Religion.
Auch die Religion kann ihr Versprechen (des Glücks) nicht halten. Wenn der Gläubige sich endlich genötigt findet, von ›Gottes unerforschlichem Ratschluß‹ zu reden, so gesteht er damit ein, daß ihm als letzte Trostmöglichkeit und Lustquelle im Leiden nur die bedingungslose Unterwerfung geblieben ist. Und wenn er zu dieser bereit ist, hätte er sich den Umweg wahrscheinlich sparen können.
Religion ist Gottes Verklärung im irdischen Dasein!
Der Grund aller Religion ist feste unerschütterliche Überzeugung von dem Dasein Gottes, von seiner Vorsehung, von dem hohen, alles überwiegenden Werte der Tugend, von der Unsterblichkeit unseres Wesens und der Vergeltung nach dem Tode für unser Leben hier auf Erden.
Es ist am Ende an der Religion das beste, daß sie Ketzer hervorruft.
Möchten doch alle erkennen, daß in der Vielfalt der Religionsformen nur eine Religion sich kundgibt.