Religion Sprüche – tiefgründig

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Eben die ausgezeichnetesten Menschen bedürfen der Religion am meisten, weil sie die engen Grenzen unseres menschlichen Verstandes am lebhaftesten empfinden.

Eötvös, Gedanken, 2. Ausgabe 1867 (EA: 1864)

Da Gott aber derart verborgen ist, ist jede Religion, die nicht lehrt, Gott sei verborgen, nicht die wahre.

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Der Pietist ist Religiöser von métier, der Pietist ist der Professionist der Religion, Pietist ist, wer nach Religion riecht.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

Religion ist der beste Panzer, aber der schlechteste Mantel.

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Die nackte Wahrheit findet selten bei den Menschen Eingang. Deshalb haben die Religionsstifter oder ihre Kommentatoren die erhabensten Wahrheiten mit den abgeschmacktesten Irrtümern verwebt.

Ernsthausen, Gedankenstriche, 1843

Symbole, Abstrakta, ja schon die Pluralia – das sind ebensoviele Fluchtversuche aus der erschütternden und verwirrenden Realität der Dinge in Spekulation, Metaphysik oder zu Gott.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Ist nicht die Religion ein Mantel, die Ehrlichkeit ein auf schmutzigen Wegen angetragenes Paar Schuhe, die Eigenliebe ein Überrock, die Eitelkeit ein Hemd und das Gewissen eine Hose, die zwar unzüchtige und schmutzige Teile bedeckt, aber für unzüchtige und schmutzige Zwecke leicht heruntergelassen wird?

Swift, Märchen von einer Tonne (A Tale of a Tub), 1704

Verachte keine Religion, denn sie ist dem Geist gemeint, und Du weißt nicht, was unter unansehnlichen Bildern verborgen sein könne.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. An meinen Sohn Johannes 1799

Ich möchte keinen Palast als Wohnung haben, denn in diesem Palast würde ich nur ein Zimmer bewohnen.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Sammel eine Gruppe von Menschen auf der Grundlage ihrer starken religiösen Überzeugungen, und du hast einen – garantiert – morbiden Zustand, der sich in Kriminalität, Anomalitäten und Paranoia ausdrückt.

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Wenn Heiligkeiten sich in einem Menschen bekriegen, das setzt die fürchterlichsten Schlachten.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Die Religion verbietet, mehr zu glauben, als sie lehrt.

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Und es tut mir gut, etwas Schweres zu machen. Das hindert nichts daran, daß ich ein schreckliches Bedürfnis (soll ich das Wort sagen?) nach Religion habe. Dann gehe ich in die Nacht hinaus und male die Sterne…

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Gar viele sind stolz darauf, sich zu einer Religion zu bekennen, deren Gebote sie nicht befolgen.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Die Religion ist, wie das Firmament; je mehr man es untersuchet, destomehr Sterne findet man daran; wie das Meer; je mehr man es beobachtet, destomehr scheint es unermeßlich zu seyn.

Clemens XIV., Merkwürdige Briefe des Pabstes Clemens des XIV. (Ganganelli), 1777 (posthum). Originaltext der Übersetzung

Je mehr man das Weltall und seine Verbindungen damit kennt, desto vortrefflicher die Religion.

Heinse, Ardinghello und die glückseligen Inseln, 1787

Die Religion selbst ist eben darum so tief herabgesunken, weil sie bei den meisten Menschen als ein bloß überkommenes Erbstück im Gedächtniß haftet und nicht bis ins Herz und aus dem Herzen wieder, als eine schöne Blume der individuellen Menschheit, an das Licht gedrungen ist.

Forster, Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich im April, Mai und Junius 1790, 1791. Originaltext