Religion Sprüche – zeit
36 Sprüche gefunden
Bei den Alten war die Religion schon gewissermaßen das, was sie uns werden soll – praktische Poesie.
Herrschende Religion! Das klingt bedenklich. Man sagt auch: ›Herrschende Dynastie‹, ›herrschender Typhus‹ und so.
Die Religion ist ein Teil des Schicksals.
Die Theologie nimmt in der Religion etwa denselben Platz ein wie die Gifte unter den Nahrungsmitteln.
Das Reich des Herrschers und der Gottesdienst sind wie zwei Brüder: Sooft das Reich erschüttert wird, kommen auch in den Gottesdienst Mängel; Kirchenfeinde und Unheilstifter kommen zum Vorschein. Und sooft der Gottesdienst mangelhaft wird, geht es im Reiche drunter und drüber.
Die Sanduhr ist der Spiegel von Welt und Religion - steht eins davon in Blüte, so ist das andere schwach.
Religionsstreitigkeiten sind des Teufels Erntezeit.
Ich kann mir eine Zeit denken, welcher unsere religiösen Begriffe so sonderbar vorkommen werden, als der unsrigen der Rittergeist.
Wenn die Religion von dem vielen Dampf, den sie machen muß, nur nicht bald selbst verdampft!
Unmöglich ist es zu vergleichen, welcher Prozeß der größere gewesen: die Entstehung des Staates oder die einer Religion.
Religionen sind Kinder der Unwissenheit, die ihre Mutter nicht lange überleben.
Von dem Augenblick an, wo eine Religion bei der Philosophie Hülfe begehrt, ist ihr Untergang unabwendlich.
Wo die Religion steht, beginnt das Unendliche. Dem Unendlichen aber ist der endliche Mensch nicht gewachsen. Er schaut die ewigen Dingen im atembeschlagenen Silberspiegel. Wer vermag die Unendlichkeit zu begreifen?
Die Furchtlosigkeit eines ungläubig Sterbenden kann ihn vor einiger Angst doch nicht schützen, wenn er folgendermaßen überlegt: Ich habe mich tausendmal über meine handgreiflichsten Interessen getäuscht, es ist möglich, dass auch meine Vorstellung von der Religion irrig ist. Aber ich habe weder Kraft noch Zeit das zu untersuchen, und ich sterbe…
Alle Symbole, die dazu dienen, dem religiösen Gefühl Formen zu geben, sind unvollständig und es ist ihr Schicksal, wieder und wieder verworfen zu werden.
Eine Religion nach der andern lischt aus, aber der religiöse Sinn, der sie alle erschuf, kann der Menschheit nie getötet werden.
Unsere neueste Religion Ist das Scheitern der Spekulation, Wenn die Denkwirtschaft nicht weiter geht, Macht sie Konkurs als Religiosität.
Bete an, was du verbrannt hast - verbrenne, was du angebetet hast.
Religion ist für mich wie ein Fluss. Immer wieder sprudelt frisches Wasser dazu; manchmal tritt das Wasser über die Ufer. Nach kurzer Zeit fließt der Fluss wieder in seiner unermüdlichen Form, in seinem alten Flussbett.
Mitten in der Endlichkeit eins werden mit dem Unendlichen und ewig sein in jedem Augenblick, das ist die Unsterblichkeit der Religion.
Religion ist für mich wie eine Wellenlinie: Manchmal sind wir auf dem Wellenberg, manchmal im Wellental.