Schicksal Sprüche

Sprüche über Schicksal

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Nur der Schwache, Feige, der Nichtdenker und der Charakterlose können sich mit den Wörtern Schicksal, Zukunft trösten und über die blinde Wirkung dieser unsichtbaren Gespenster seufzen.

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Manchmal sieht unser Schicksal aus wie ein Fruchtbaum im Winter. Wer sollte bei dem traurigen An sehn [sic] desselben wohl denken, daß diese starren Äste, diese zackigen Zweige im nächsten Frühjahr wieder grünen, blühen, sodann Früchte tragen könnten, doch wir hoffen's, wir wissen's.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 1. Buch, 12. Kap., Der Alte zu Wilhelm

Seele des Menschen, Wie gleichst du dem Wasser! Schicksal des Menschen, Wie gleichst du dem Wind!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Vermischte Gedichte. Aus: Gesang der Geister über den Wassern

So klammert sich der Schiffer endlich noch Am Felsen fest, an dem er scheitern sollte.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 5. Akt 5. Szene, Tasso zu Antonio

Beherzigung Ach, was soll der Mensch verlangen? Ist es besser, ruhig bleiben? Klammernd fest sich anzuhangen? Ist es besser, sich zu treiben? Soll er sich ein Häuschen bauen? Soll er unter Zelten leben? Soll er auf die Felsen trauen? Selbst die festen Felsen beben. Eines schickt sich nicht für alle! Sehe jeder, wie er's treibe, Sehe jeder, wo er bleibe, Und wer steht, daß er nicht falle!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827, Lieder

Wer weiß, wie noch die Würfel fallen? Und hat er Glück, so hat er auch Vasallen.

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 4. Akt, Hochgebirg, Mephistopheles zu Faust

Prüft das Geschick dich, weiß es wohl warum: Es wünschte dich enthaltsam! Folge stumm.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Buch der Sprüche

Es kann wohl sein, daß der Mensch durch öffentliches und häusliches Geschick zuzeiten gräßlich gedroschen wird; allein das rücksichtslose Schicksal, wenn es die reichen Garben trifft, zerknittert nur das Stroh, die Körner aber spüren nichts davon und springen lustig auf der Tenne hin und wider, unbekümmert, ob sie zur Mühle, ob sie zum Saatfeld wandern.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus: Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft. 1826, Einzelnes

Auf allen Pfaden des Lebens führen die Horen dich streng, wie es das Schicksal gebeut.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigramme. Venedig 1790

… Mit des Geschickes Mächten Ist kein ewger Bund zu flechten, Und das Unglück schreitet schnell.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Dein Schicksal ruht in deiner eigenen Brust.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 4. Autritt, Johanna

Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden was wir erleben, macht unser Schicksal aus.

Ebner-Eschenbach, Ein Spätgeborner, 1875. Vorangestelltes Motto

Keiner soll sich hüten oder sich um sein Schicksal kümmern, wenn er das Rechte liebt; sein Geist ist erfüllt, was nützt das andere!

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Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft; es kommt auf das Material an.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen. Parabeln, Märchen und Gedichte (= Gesammelte Schriften, 1. Band), 1893

Wer darf denn sagen, er stehe fest, wenn auch das Schöne seinem Schicksal so entgegenreift, wenn auch das Göttliche sich demütigen muß, und die Sterblichkeit mit allem Sterblichen teilen!

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Erstes Buch. Hyperion an Bellarmin

Es ist ein Geist des Guten in dem Übel, zög ihn der Mensch nur achtsam da heraus.

Shakespeare, König Heinrich V., Raubdruck 1600

Das Schicksal ist ein Wechselspiel, Ein rätselhaftes Walten, Und ohn' Erbarmen – wie sein Ziel, Wird es auch dich gestalten. Wohin du auch gehst, was du auch magst beginnen, Glaub'! –: deinem Schicksal wirst du nicht entrinnen.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Wir müssen von ganzem Herzen alles, was uns trifft, willkommen heißen, wir dürfen auch innerlich nicht murren, ja uns nicht einmal wundern.

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Was einen treffen kann, kann jeden treffen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr

Selten tritt dem Weisen das Schicksal in den Weg.

Seneca, Von der Unerschütterlichkeit des Weisen oder Von der Stärke des Weisen (De Constantia Sapientis). 15. Kapitel. Übersetzt von J. M. Moser, 1828

Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen reißt es mit sich fort.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 107. Brief. Seneca übersetzt hier Kleanthes. Originaltext: Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.