Schicksal Sprüche – erfahrung

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Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt uns nur, mit dem Unbegreiflichen zu leben.

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Das Schicksal behandelt den Menschen, wie der Bildhauer den Steinblock. Je mehr es an ihm hämmert und meißelt, um so vollendeter entsteht die Form.

Schütz (Hg.), Vergißmeinnicht. Eine Blumenlese aus dem Gebiete des Wahren, Guten und Schönen, in tausend mit den Namen der Verfasser versehenen Aufsätzen für Stammbücher, 1820

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.

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Jeder ist seine eigene Parze und spinnt sich selber seine Zukunft.

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Unsere Schicksale kommen aus uns selbst, wie die Wolken nur aus der Erde.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Sein Schicksal schafft sich selbst der Mann.

Kinkel, Otto der Schütz. Eine rheinische Geschichte in zwölf Abenteuern, 1846

Dann habe ich mich auch überzeugt, daß nur rauhe Bewegung und wechselvolles Geschick einen tüchtigen, d. h. nach allen Seiten hin tüchtigen Charakter hervorbringen kann. Darum leben hoch Ebbe und Flut, Freude und Leid, Glück und Elend!

Keller, G., Briefe. An Johann Salomon Hegi, 10. Mai 1846

Das Schicksal wird nicht außerhalb des Menschen bestimmt, sondern entsteht aus ihm selbst.

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's ist nicht so schlimm als wohl man denkt, wenn man's nur recht erfaßt und lenkt.

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Sein Schicksal bildet sich der Mensch selbst. Und: seinen Menschen bildet sich das Schicksal. So umarmen sich denn doch Freiheit und Notwendigkeit.

Sailer, Deutsches Sprichwörter- und Sprüchebuch. Ein Lehr- Lese- und Unterhaltungsbuch für Deutsche, 1819. Sprüche und Glossen. Erstes Hundert [2.]

Jeder Mensch muß seine Schicksalsschläge haben.

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Man hat schon viele Bewegungsbegriffe umdenken müssen, man wird auch allmählich erkennen lernen, daß das, was wir Schicksal nennen, aus den Menschen heraustritt, nicht von außen her in sie hinein.

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Aus Argzugerichteten werden Erfahrene.

Oesch (Hg.), Portugiesische Sprichwörter, ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

In dem Geschick begegnen wir dem verkörperten Charakter.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Die Weisesten merken höchstens nur, wie das Schicksal sie leitet und sind es zufrieden.

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Kann was Kleines von selbst kommen, kann es auch was Großes [...].

Gotthelf, Jacobs, des Handwerksgesellen, Wanderungen durch die Schweiz, 1846/47. Fünftes Kapitel

Wer sich seine Lebensschicksale selbst zu bestimmen weiß, ist in der Regel doch nur ein Egoist.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Ganz nach seines Bildners Willen muß des Lehms Gestalt geraten. Also formt sich auch sein Schicksal selbst der Mensch durch seine Taten.

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Für den Menschen unserer Zeit gibt es nur noch ein einziges Schicksal: Entwicklung. Magst du's fühlen als bitteres Muß hinter dir oder als lockende Hoffnung vor dir – es bleibt dir, gehört dir zu, unentrinnbar, unverlierbar. Was du sonst alles erleben wirst, auch Not, Krankheit und Tod – das ist alles nur Oberfläche des einen urgewaltigen Werde-Stromes Entwicklung.

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Immer wieder kommen wir auf den einen Punkt: in uns selber liegen unsres Schicksals Lose.

Ernst, Zusammenbruch und Glaube, 1922

Nachdem der Urmensch entdeckt hatte, daß es – wörtlich so verstanden – in seiner Hand lag, sein Los auf der Erde durch Arbeit zu verbessern, konnte es ihm nicht gleichgültig sein, ob ein anderer mit oder gegen ihn arbeitete.

Freud, Das Unbehagen in der Kultur, 1930