Schicksal Sprüche – nachdenklich

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Beherzigung Ach, was soll der Mensch verlangen? Ist es besser, ruhig bleiben? Klammernd fest sich anzuhangen? Ist es besser, sich zu treiben? Soll er sich ein Häuschen bauen? Soll er unter Zelten leben? Soll er auf die Felsen trauen? Selbst die festen Felsen beben. Eines schickt sich nicht für alle! Sehe jeder, wie er's treibe, Sehe jeder, wo er bleibe, Und wer steht, daß er nicht falle!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827, Lieder

Prüft das Geschick dich, weiß es wohl warum: Es wünschte dich enthaltsam! Folge stumm.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, Buch der Sprüche

Es ist ein Geist des Guten in dem Übel, zög ihn der Mensch nur achtsam da heraus.

Shakespeare, König Heinrich V., Raubdruck 1600

Wir müssen von ganzem Herzen alles, was uns trifft, willkommen heißen, wir dürfen auch innerlich nicht murren, ja uns nicht einmal wundern.

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Wenn man beim Stiche der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißet der Stachel ab und bleibt zurück.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Zweites Heftlein. 20. Hundposttag

Wenn das Schicksal ruft: "Le jeu est fait, messieurs!" – so achten das die Wenigsten, erst wenn sie hören: "Rien ne va plus!" bekommen sie Lust, aber zu spät.

Börne, Der Narr im weißen Schwan oder: Die deutschen Zeitungen (Fragment), 1829. 2. Kapitel

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

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Als der Stein vom Feuerstahl angeschlagen wurde, wunderte er sich sehr und sagte mit strenger Stimme zu ihm: "Welcher Wahn treibt dich, mich zu quälen? Tu mir nicht länger weh, denn du irrst dich in mir: niemand tat ich etwas zu Leide." Darauf antwortete der Feuerstahl: "Bist du geduldig, so sollst du sehen, welch ein Wunderbares aus dir hervorgeht." Auf diese Worte gab sich der Stein zufrieden, erduldete geduldig die Schläge und ward gewahr, wie aus ihm das wunderbare Feuer entsprang. So läßt auch Gott oft durch Schicksalsschläge die Heilige Flamme in uns aufspringen! Alle Seelen stammen von der Sonne. Der Herr, das Licht aller Dinge, wird die Gnade haben, mich, den Forscher des Lichtes zu erleuchten.

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Wir suchen schon in tausend Gründen Von unserm Schicksal das "Warum", Nur nicht da, wo es am nächsten zu finden: In eigner Schuld, da sind wir stumm.

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Narrheit ist es, sich nicht in die – im Laufe des Lebens – unvermeidbaren Zwangslagen zu schicken.

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Schaffe bis zum Höchsten! Wahre die Stille bis zum Völligsten! Alle Dinge mögen sich dann zugleich erheben. Ich schaue, wie sie sich wenden. Die Dinge in all ihrer Menge, ein jedes kehrt zurück zu seiner Wurzel. Rückkehr zur Wurzel heißt Stille. Stille heißt Wendung zum Schicksal. Wendung zum Schicksal heißt Ewigkeit. Erkenntnis der Ewigkeit heißt Klarheit. Erkennt man das Ewige nicht, so kommt man in Wirrnis und Sünde.

Laotse (Laozi), Tao Te King (Daodejing), entstanden um 400 v. Chr.

Sich fügen heißt lügen.

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Beginnst du irgendein Werk, so bedenke genau, von welcher Art es sei. Willst du baden gehen, so erwäge zuvor bei dir selbst, was sich alles im Bade zu ereignen pflegt: daß einige sich vordrängen, andere ungestüm hineinstürzen, einige schimpfen, andere stehlen. Daher wirst du mit größerer Sicherheit die Sache unternehmen, wenn du dir von vorneherein sagst: "Ich will baden und dabei meine durch die Vernunft gefaßten Entschlüsse behaupten." So verfahre bei jedem Werke. Dann hast du, wenn sich während des Badens irgend etwas Hinderndes ereignet, sogleich den Gedanken bei der Hand: "Nicht bloß dieses (baden zum Beispiel) wollte ich, sondern auch meinen freien Willen und Charakter bewahren. Ich würde ihn aber nicht behaupten, wenn ich über das, was hier vorgeht, ungehalten sein wollte."

Epiktet, Handbüchlein der Moral (Encheiridion), von Arrian angefertigter Auszug aus den Lehrgesprächen Epiktets, um 125 n. Chr. [4]

Wer die Vorsehung bekrittelt, ist wie ein Soldat, der auf einem ungeheuren Schlachtfelde von seinem kleinen Winkel aus die Maßnahmen des Generalstabschef kritisiert.

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Scheint mir die Sonne heut, um das zu überlegen, was gestern war? und um zu raten, zu verbinden, was nicht zu erraten, nicht zu verbinden ist, das Schicksal eines kommenden Tages?

Goethe, Egmont, 1788. 2. Akt, Egmont zum Sekretär

Das Unvorhergesehene ist die wahre Bewährungsprobe.

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Für alle Vögel gibt es Lockspeisen, und jeder Mensch wird auf seine eigene Art geleitet und verleitet.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811, 1. Teil, 5. Buch

Wie vieles wird zu jeder Frist verhütet – bedachten wir schon einmal dies zu Ende? wie viel geschieht nicht, was geschehen könnte!

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Es soll keiner den anderen um sein Los beneiden, es soll aber auch keiner den anderen für das seine – wenn es ihm zu schwer wird – verantwortlich machen.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Es giebt Schläge, die uns so gewaltig treffen, daß sie unsere Sinne, unseren Körper, unser Denken und Fühlen in eine Art Erstarrung versetzen, die uns vollkommen gleichgültig erscheinen läßt, unser Auge trocken, unsere Miene ruhig, ja unsere Lippen vielleicht gekräuselt unter einem leichten Lächeln.

Hackländer, Geschichten im Zickzack, 4 Bde., 1871

In dunklen Stunden wird das Ackerland freigelegt, in dem Gottes Saat wachsen kann. Wenn sein Pflug nicht tief greift, wächst nimmer goldenes Korn.

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