Sterben Sprüche – glück

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Sollte mich in plötzlichem Ruin Feuerblick und heitre Laune flieh'n, Sollte sich durch Ader und Gebein Bange Qual und dumpfe Schwere zieh'n, Nicht, o nicht mit herben Ärzenei'n, Denn ich hasse diese Medicin, Kommt zu mir mit einem Becher Wein, Kommt Laute, Flöte, Tamburin! Wirket das zu wenig auf mich ein, Kommt mit einem süßen Mundrubin! Wird umsonst auch diese Mühe sein – Dann Ade! dann sprich: Begrabet ihn!

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Auch das Sterben ist ja eine von den Aufgaben unseres Lebens. Genug also, wenn du auch sie glücklich lösest, sobald sie dir vorgelegt wird.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 6,2. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Nichts ist dem Menschen so wenig eigen als die Freuden, die er besitzt; nichts so sehr sein, als die Freuden jenseits des Grabes.

Young, Klagen oder Nachtgedanken (The Complaint or Night-Thoughts), 1742-45. 5. Nacht

Immer besser, immer heiterer!

Schwab, Schiller's Leben in drei Büchern, 1840. Das antwortete er Karoline, als sie ihn kurz vor seinem Tode fragte, wie es ihm gehe.

Und ach!, wer tot zu sein wünscht, der ist es schon zur Hälfte.

Heine, H., Briefe. An Friederike Robert, Mai 1829

Liebe das Leben und fürchte den Tod nicht, das ist das Gesetz und die Propheten, die einzige wahre Seelenstimmung, um glücklich und alt zu werden.

Hufeland, Makrobiotik oder Die Kunst das menschliche Leben zu verlängern, 3. Auflage 1805 (EA: 1796)

Wir wissen ja, daß wir sterben müssen; warum wollen wir uns also nicht des Lebens freuen?

Petronius, Satyricon

Ein ruhiges Leben ist zur Hälfte nicht so viel wert, als ein ruhiger Tod!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1869

O leben, wie man wünscht zu leben, Und, seines ganzen Lebens sich bewußt, Die Freundes-Hand dem Tode geben; So sterben, das ist eine Lust!

Gleim, Die goldnen Sprüche des Pythagoras. Aus dem Griechischen von Gleim, 1786

Darf ich mir noch ein Glück zum letzten Ziel erlesen; So stell' im Scheiden sich bei mir kein Schrecken ein: Und wie bisher mein Schlaf des Todes Bild gewesen; So müss' auch einst mein Tod dem Schlummer ähnlich sein!

Hagedorn, F., Gedichte. Moralische Gedichte. Aus: Wünsche, aus einem Schreiben an einen Freund, 1733

Wie schön ist es doch zu sterben, wie man gelebt hat!

Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame (Notre-Dame de Paris), 1831. Worte der Figur Pierre Gringoire

Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht. Mir jauchzte stets mein Volk, wenn ich die Leier Der Dichtkunst schlug. Mein Lied war Lust und Feuer, Hat manche schöne Gluten angefacht. Noch blüht mein Sommer, dennoch eingebracht Hab ich die Ernte schon in meine Scheuer – Und jetzt soll ich verlassen, was so teuer, So lieb und teuer mir die Welt gemacht! Der Hand entsinkt das Saitenspiel. In Scherben Zerbricht das Glas, das ich so fröhlich eben An meine übermütgen Lippen preßte. O Gott! wie häßlich bitter ist das Sterben! O Gott! wie süß und traulich läßt sich leben In diesem traulich süßen Erdenneste!

Heine, H., Gedichte. Hier: entst. 1854, ersch. im Deutschen Musenalmanach 1857

Zur Unzeit stirbt niemand, der als Unglücklicher stirbt.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nemo immature moritur, qui moritur miser

O welch ein Unglück ist es, nicht zu wissen, wie man stirbt!

Seneca, Agamemno (Agamemnon). V. 611. Übers. Internet Originaltext: O quam miserum est nescire mori!